Arnstein

Nächster Kraftakt für die Ortsdurchfahrt von Arnstein

Rege Diskussion zu Plänen des Straßenbauamts für Schweinemarkt, Kreuzung Marktstraße und Einmündung Cancale-Platz.
Die Ampel in der Arnsteiner Grabenstraße ist ein neuralgischer Punkt. Einerseits wird sie oft von Fußgängern ignoriert, andererseits vom Verkehr aus Würzburg her sehr spät erkannt. Ein Blinklicht könnte hier Abhilfe schaffen.
Die Ampel in der Arnsteiner Grabenstraße ist ein neuralgischer Punkt. Einerseits wird sie oft von Fußgängern ignoriert, andererseits vom Verkehr aus Würzburg her sehr spät erkannt. Ein Blinklicht könnte hier Abhilfe schaffen. Foto: Günter Roth

Eine ungewöhnlich rege Diskussion gab es in der letzten Sitzung des Arnsteiner Stadtrats bei der Vorstellung der gemeinsamen Ausbaupläne der Grabenstraße durch Julia Sauer, Vertreterin des Staatlichen Bauamts in Würzburg. Erheblichen Klärungsbedarf gab es besonders bei den beiden Kreuzungen am Schweinemarkt und an der Marktstraße sowie bei der Einmündung am Cancale-Platz.

Grundsätzlich gilt, dass die Arbeiten an der Fahrbahn selbst vom Straßenbauamt finanziert werden, die Stadt Arnstein aber die Kosten für die Gehsteige und die Tiefbaumaßnahmen übernehmen muss. Der Kreuzungsumbau geht zulasten des Staates. Dabei wird die bisherige Fahrbahnbreite mit etwa sieben Metern beibehalten, die Fußwege sollen optimiert werden. Die Maßnahme ist als Planungsabschnitt 1 gedacht, die Fortführung in der Schweinfurter Straße soll später vorgestellt werden.

Mehrere Brennpunkte 

Erster Brennpunkt Schweinemarkt: Hier war besonders die Ampel hinter der Kurve im Gespräch. Sie werde von Ortsfremden oft nicht rechtzeitig wahrgenommen, monierte der Zweite Bürgermeister Josef Grodel. Deshalb komme es dort immer wieder zu heftigen Bremsvorgängen. Eine angedachte Verlegung in Richtung Busbahnhof könnte die "Wahrnehmungsstrecke" zwar verlängern, doch Stadtrat Johannes Keidel warnte, die Fußgänger würden dann die Ampel nicht annehmen und womöglich weiterhin an der bisherigen Stelle die Straße queren. Abhilfe könnte stattdessen auf Höhe der Eisdiele eine Warnblinkanlage schaffen, die dann blinkt, wenn die Ampel Fußgängern den Weg frei gibt. Stadtrat Martin Balling warnte auch vor dem Rückstau wartender Fahrzeuge aus der Einfahrt am Schweinemarkt.

Die Kreuzung B26, Würzburger Straße und Marktstraße ist ein Unfallschwerpunkt. Eine Ampelanlage soll zur Sicherheit beitragen.
Die Kreuzung B26, Würzburger Straße und Marktstraße ist ein Unfallschwerpunkt. Eine Ampelanlage soll zur Sicherheit beitragen. Foto: Günter Roth

Nächster Brennpunkt Kreuzung Marktstraße: Diese Kreuzung ist laut Straßenbauamt ein Unfallschwerpunkt, an dem sich in den letzten drei Jahren 15 Unfälle mit fünf Verletzten und 14 Sachschäden ereigneten. Deshalb soll dort eine "intelligente Ampelanlage" installiert werden, die mittels Induktionsschleifen den tatsächlichen Fahrzeugverkehr aus der jeweiligen Richtung registriert und die Grünphasen entsprechend steuert. Die Marktstraße soll von Beginn an zur Einbahnstraße werden und nicht erst ab der Einmündung zur Goldgasse. Dadurch müsste der Verkehr nur aus drei Richtungen koordiniert werden.

Mit der Idee des Dritten Bürgermeisters Bernd Röll, statt der Ampelanlage dort einen Kreisverkehr zu bauen, konnte sich die Vertreterin des Straßenbauamts nicht anfreunden. Das sei zwar von der Größe her möglich, aber durch die extrem spitzwinklige Abbiegesituation zur Straße nach Würzburg, käme es besonders für Lastzüge zu erheblichen Schwierigkeiten. Außerdem müssten dann alle Fahrbahnmarkierungen, einschließlich der Querungshilfen für Fußgänger überfahrbar angeordnet werden und somit die Sicherheit stark herabsetzen. Das brächte keine Verbesserung für die Fußgänger, so Julia Sauer. Moderne Ampeln hingegen könnten so geschaltet werden, dass gerade gehbehinderte Personen leichter über die Fahrbahn gelangten. Ins Gespräch kam dabei auch der Vorschlag, den Weg hinter dem Sushi-Restaurant entlang der Wern bis zum Bendersee zu gestalten, um Spaziergängern ein attraktives Angebot zu machen.

Beginn noch in diesem Jahr

Schlechte Sicht an der Einmündung 'Wenzberg'.
Schlechte Sicht an der Einmündung "Wenzberg". Foto: Günter Roth

Brennpunkt drei: Bei der Einmündung zum Wenzberg/Cancale-Platz stört insbesondere auf der nordöstlichen Seite ein altes Gebäude die Sicht bei der Einfahrt auf die Bundesstraße. An dieser Stelle soll ebenso wie am  westlichen Ende des Busbahnhofs eine Querungshilfe mit abgesenkten Bordsteinen für Fußgänger geschaffen werden. Den Vorschlag eines Zebrastreifens sah die Vertreterin des Straßenbauamts als nicht sehr hilfreich, weil diese oft den Fußgängern ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelten. Ob farbliche Kennzeichnungen auf der Fahrbahn eine Alternative seien, will sie prüfen lassen.

Die Bauarbeiten werden noch in diesem Jahr beginnen, der Kreuzungsumbau ist für 2021 geplant, zeitgleich mit der Sanierung der Brücke über die Bahn auf Staatsstraße 2294. Der zweite Bauabschnitt mit der Schweinfurter Straße beginnt 2022. Während der Bauzeit wird die Grabenstraße zeitweise nicht befahrbar sein, deshalb wird eine Umleitung über die Bayern- und Schlesier Straße erfolgen. Weil aber dann die Schwabach von Schwerlastfahrzeugen in Richtung Schwebenrieder Straße überquert werden muss, soll dort vorübergehend eine Behelfsbrücke neben der bestehenden errichtet werden. Damit würde auch die Schulwegsicherheit gewährleistet.

In Gegenrichtung kann der Einbahnverkehr wie bisher über die Schützenbergstraße und die Karlstadter Straße geführt werden. Der Busbahnhof soll während der Bauphase immer bedienbar sein. Der Stadtrat hat gegen das Votum von Bernd Röll und Johannes Keidel der entsprechenden Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg zugestimmt.

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