MAIN-SPESSART

Natürliche Lebensräume sichern

Der kugelförmige Lauch.
Der kugelförmige Lauch. Foto: Faust

Im Rahmen eines so genannten LIFE+-Naturprojekts namens MainMuschelkalk sollen in den kommenden Wintermonaten, wie bereits im Vorjahr, Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung natürlicher Lebensräume und seltener Arten an den Muschelkalkhängen der Mainfränkischen Region umgesetzt werden, teilt Jürgen Faust vom Projektmanagement mit.

LIFE+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur finanziellen Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzprojekten in Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) innerhalb des Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ in der europäischen Union. Die EU übernimmt dabei etwa die Hälfte aller anfallenden Kosten bei einem Gesamtbudget von über 2,5 Millionen Euro. Ziel des Projekts ist die Sicherung der FFH-Gebiete auf Muschelkalk entlang von Main, Saale und Wern auf 4670 Hektar als Verbundachse zwischen Mittelmeer und den südosteuropäischen Steppen.

Als Projektpartner haben sich die Landkreise Main-Spessart, Bad Kissingen und Würzburg, die Stadt Würzburg sowie das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zusammengeschlossen. Der Bayerische Naturschutzfonds finanziert das Projekt mit.

Im Landkreis Main-Spessart sind im Winter Maßnahmen in den Gemarkungen Retzstadt, Retzbach, Karsbach, Karlburg, Wiesenfeld, Karbach und Lengfurt vorgesehen. Sie umfassen die Entbuschung von Trockenhängen und Streuobstwiesen, die Freistellung von Felsbändern und die Schaffung lichter Waldstrukturen.

Der Artenreichtum des krautigen Unterwuchses auf den trockenen Muschelkalkböden ist von Lichteinfall und Erwärmung des Bodens abhängig. Durch die Entbuschung von Trockenhängen sollen artenreiche Kalktrockenrasen mit Vorkommen vieler seltener Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Diese sind im Umfeld anzutreffen und sollen mit den freigestellten Flächen vernetzt werden.

Die FFH-Gebiete auf Muschelkalk in der mainfränkischen Region gehören zu den Vorrang-Gebieten für den Schutz seltener Pflanzenarten und Insekten in Europa. Hier kommen Arten vor, die sonst nirgends oder nur sehr selten in Bayern anzutreffen sind. Dazu gehören beispielsweise das Glückswidderchen, viele Orchideenarten, der kugelköpfige Lauch oder der blaugrüne Faserschirm.

Auf verbuschten Streuobstwiesen sollen außerdem markante Obstbäume wieder freigestellt werden. Auch hier sollen seltene Pflanzenarten wie das Helm-Knabenkraut, eine gefährdete heimische Orchideenart, gefördert werden. Das LIFE+-Projekt MainMuschelkalk hat eine Laufzeit bis zum Herbst 2017.

Weitere Informationen zu dem Projekt und den einzelnen Maßnahmen sind im Internet unter www.mainmuschelkalk.de erhältlich, ebenso bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Main-Spessart oder dem Projektmanagement, Faust, Landschaftsarchitekten in Karlstadt.

Führungen im Projektgebiet werden im kommenden Jahr angeboten. Dabei stellt LIFE-Naturführerin Katja Winter die umgesetzten Maßnahmen detailliert vor. Kontakt unter E-Mail: Katja_Winter_LIFE@gmx.de

Das Helm-Knabenkraut.
Das Helm-Knabenkraut. Foto: Faust

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