Frammersbach

Neubau an Kläranlage für 7,2 Millionen Euro

Besinnlich leuchtet der Weihnachtsbaum auf der Kläranlage im Lohrtal in Partenstein. Darunter allerdings „brennt der Baum“. Die biologischen Reinigungsstufen der Kläranlage müssen für über sieben Millionen Euro erneuert werden. Foto: Horst Born

Die Katze ist aus dem Sack. Einen umfangreichen Neubau an der Kläranlage Lohrtal hat der Abwasserverband der Gemeinden Partenstein und Frammersbach einstimmig beschlossen. Die beiden Gemeinden Frammersbach und Partenstein müssen tief in die Tasche greifen. Der Neubau der Becken und Anlagen für die biologische Reinigungsstufe wird auf Kosten von 7,2 Millionen Euro taxiert.

Wie dieser große Millionenbatzen finanziert werden soll, steht noch nicht fest. Der Abwasserverband nimmt bereits für das kommende Jahr einen Kredit von 450 000 Euro auf. Weitere Kredite für die Gesamtfinanzierung erden folgen. Auch steht hinter möglichen Fördertöpfen ein großes Fragezeichen.

In Zugzwang

Die beiden Gemeinden können nicht anders. Sie sind zeitlich im Zugzwang, denn das Wasserwirtschafts- und auch das Landratsamt stehen ihnen auf den Füßen. Wie der Verbandsvorsitzende, Partensteins Bürgermeister Stephan Amend, betonte, wurde bis dato keine Einleitungsgenehmigung erteilt. Und dies obwohl die Gemeinden die Forderungen erfüllt haben. Sie haben schon 1,5 Millionen Euro in die Verbesserungen für die Kläranlage investiert. So wurden unter anderem die mechanische Reinigungsstufe erneuert, die Sandwäscher und die Tropfkörper ertüchtigt, der Ablaufkanal verlängert und die Fällmittel-Dosierung verlegt und verändert.

Trotzdem muss neu gebaut werden. In einer Informationsveranstaltung vor drei Wochen hatte das Ingenieurbüro Baurconsult drei mögliche Varianten für den Neubau der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage vorgestellt. "Im Prinzip alle zu teuer", bemerkte Stephan Amend.

Alle drei Vorschläge beinhalten nicht den Neubau des Betriebs- und Sozialgebäudes und auch nicht den Rückbau und die Entsorgung der alten Tropfkörper. Um einen Puffer für mögliche Wohnbauerweiterungen und Gewerbegebiet einzubauen ist die Kapazität auf 13 000 Einwohner-Gleichwerte berechnet.

Kredit beschlossen

Die drei Lösungen schwanken bei den Kosten zwischen 6,4 und 9,2 Millionen Euro. Beschlossen wurde die wirtschaftlich sinnvollste Variante Neubau mit Faulung für zirka 7,2 Millionen Euro beschlossen. Diese Form wurde auch von den beiden Ämtern empfohlen. Im nächsten Schritt muss ein Ingenieurbüro für das Verfahren gefunden werden. Parallel dazu müssen die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft und in einer Zeitschiene festgelegt werden. "Wir schaffen das", so Stephan Amend.

Ein erster Schritt für die Finanzierung wurde bereits in der Sitzung getan. Für die Kosten der Planung wurde in den Haushalt die Kreditaufnahme von 450 000 Euro aufgenommen. Frammersbachs Bürgermeister Christian Holzemer sprach sich dafür aus, das Gesamtprojekt über Kreditaufnahmen und außerhalb des regulären Haushaltsplanes abzuwickeln. Mit diesem Vorschlag konnten sich auch der Verbandsvorsitzende Stephan Amend und Partensteins Kämmerer Jürgen Schneider anfreunden.

Zeitlich soll es stramm vorangehen. In dem von Schneider vorgestellten Investitionsprogramm verläuft das kommende Jahr noch moderat mit geplanten Ausgaben von 643 000 Euro. 2021 ziehen die Investitionen kräftig an auf über drei drei Millionen Euro. Für 2022 werden Ausgaben von 2,7 Millionen Euro prognostiziert.

Die Investitionskosten werden zu zwei Dritteln von Frammersbach und einem Drittel von Partenstein getragen. So ist auch der in der Sitzung beschlossene Haushaltsplan aufgeteilt.

Als Umlage muss Frammersbach für den Gesamtdurchfluss von 1,47 Millionen Kubikmeter Abwasser 289 927 Euro zahlen und Partenstein für die 736 000 Kubikmeter 145 073 Euro. Der durch Gebühren nicht gedeckte Bedarf von 193 000 Euro zur Finanzierung von Ausgaben im Vermögenshaushalt beträgt für Frammersbach 129 000 Euro und für Partenstein 64 000 Euro.

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