GEMÜNDEN

Neue Dimensionen des Rassismus

Beim Rundgang durch die Ausstellung (von links): Bürgermeister Jürgen Lippert und Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel im Gespräch mit Schülern. Foto: Ferdinand Heilgenthal

„Die Anwesenheit der politische Verantwortung tragenden Personen zeigt die Bedeutung der Veranstaltung“, sagte Schulleiter Walter Fronczek bei der Eröffnung der Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ in der Aula des Friedrich-List-Gymnasiums. Er begrüßte den Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel, den Landtagsabgeordneten Günther Felbinger sowie Bürgermeister Jürgen Lippert und die Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe mit ihren Lehrern.

Sein besonderer Dank galt Studienrat Jürgen Endres, „das soziale Gewissen der Schule“, der die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit 17 Schautafeln organisiert und vorbereitet hat. Sie ist bis 22. Februar 2017 im 1. Obergeschoss des Gymnasiums zu sehen. Gleichzeitig läuft bis zum 10. Februar im Erdgeschoss die Ausstellung „Gott liebt die Fremden?“.

Jürgen Endres verwies auf die neuen Dimensionen, die der Rassismus erreicht hat, seit Flüchtlinge ins Land gekommen sind. In einem kurzen Bericht führte er Beispiele auf, wie sich die Schule im vergangenen Schuljahr für Flüchtlinge eingesetzt und eine lebendige Erinnerungskultur gepflegt hat. Zwei Monate nach dem zehnjährigen Jubiläum von KRASS, dem „Klub Rassismus ablehnende Schülerschaft“, wurde die Turnhalle des Gymnasiums zur Flüchtlingsunterkunft.

Man sei auf die Menschen zugegangen und habe sie unterstützt, was Endres durch die Bilder einer Powerpointpräsentation darstellte. Zur Erinnerungskultur zählten das Betreuen und Putzen der Stolpersteine, Aktionen zur Pogromnacht und als Flüchtlingshilfe das Sammeln und Versenden von Geschenken und Spielzeug für in Griechenland gestrandete Flüchtlinge unter dem Motto „Liebe im Karton“.

Weil Martin Harth aus Marktheidenfeld, der Betreuer der Ausstellung, an diesem Tag wegen eisglatter Straßen nicht kommen konnte, weitete Bernd Rützel sein Grußwort aus und erklärte einiges zum Sinn und Zweck der Präsentation.

„Demokratie braucht Demokraten“ zitierte Rützel den ehemaligen Reichspräsidenten Friedrich Ebert, Namensgeber der 1925 gegründeten Stiftung. Wie man aktuell sehen könne, ist die Demokratie ein zartes Pflänzchen, das es zu hegen und aktiv zu verteidigen gelte, vor allem gegen die Gefahren der lange unterschätzten rechtsradikalen Szene.

Man erkenne die Anhänger braunen Gedankengutes nicht mehr an ihren Springerstiefeln und kahl geschorenen Köpfen. „Die rechtsextreme Gesinnung kommt heute im Sakko und mit Schlips daher“. Sie nutzt alle Facetten der modernen Medien und schleicht sich getarnt in soziale Netzwerke ein, um vor allem Jugendliche zu ködern.

Oft sei auf dem ersten Blick überhaupt nicht zu erkennen, dass es sich bei den Internetseiten, bei Fake-News oder auch den Flyern im Briefkasten um rechtsradikale Botschaften handelt. Rützel nannte die Projekte und das Engagement der Schüler und Lehrer des Friedrich-List-Gymnasiums gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und rechtsradikales Gedankengut vorbildlich.

Information, Aufklärung und die Beschäftigung mit der Geschichte sei die Voraussetzung dafür, sich nicht vor den Karren rechtsextremer Rattenfänger spannen zu lassen.

Schlagworte

  • Gemünden
  • Ferdinand Heilgenthal
  • Ausstellungen und Publikumsschauen
  • Bernd Rützel
  • Friedrich Ebert
  • Friedrich-Ebert-Stiftung
  • Günther Felbinger
  • Jürgen Lippert
  • Rassismus
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!