Karlburg

Neue Orgel in Karlburg: wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk

In dem Musikinstrument in der Kirche St. Johannes der Täufer wurden zwei Orgelbauweisen – mechanisch und elektrisch – zu einer elektropneumatischen Traktur zusammengeführt.
Bevor die neue Karlburger Orgel erstmals in einem Gottesdienst erklang, weihte Bischof em. Friedhelm Hofmann das Instrument. Assistiert wurde er dabei von Diakon Edgar Burkard (links) und Pfarrer Simon Mayer. Foto: Josef Riedmann

In einem Pontifikalamt segnete Bischof em. Friedhelm Hofmann die neue Orgel in der Kirche St. Johannes der Täufer in Karlburg. Erstmals erklang das Instrument, gespielt von Regionalkantor Bernhard Seelbach, in einem Gottesdienst. Am folgenden Tag präsentierte Organist Manfred Goldkuhle die Disposition der Orgel sowie ihre Klangfülle vor einer großen Zuhörerschar.

"Wunder werden doch noch wahr", freute sich Pastoralreferentin Stefanie Bauer, die als Ortsbeauftragte für Karlburg sehr intensiv den Aufbau begleitet hat, in ihrer Begrüßung. Neugierig und voller Spannung warte die Gemeinde auf den ersten offiziellen Klang der Orgel, so Bauer. Den Pontifikalgottesdienst zelebrierten mit Bischof Hofmann Pfarrer Simon Mayer, Diakon Edgar Burkard und der frühere Karlburger Pfarrer Leo Brand.

Regionalkantor Seelbach demonstriert breite Klangfülle

Bischof Hofmann stellte eine Verbindung her zwischen der Kirchenorgel mit ihrem intensiven Klang und dem Kirchenpatron Karlburgs, den Rufer in der Wüste Johannes der Täufer. Anschließend gab der Bischof dem Instrument den kirchlichen Segen. Danach erklang die Orgel erstmals in einem Gottesdienst. In seiner Interpretation der Lieder zum vierten Advent zeigte Organist Seelbach bereits ein breites Spektrum der Klangfülle des Instruments. Die feierliche musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes unterstützten Debora Herzog, Daniela Kobel und Bernhard Seelbach als Kantoren, Sina Köhler an der Querflöte sowie Gerhard Gopp und Burkard Schrauth mit der Trompete.

"Wir feiern heute schon ein bisschen Weihnachten", meinte Pfarrer Simon Mayer in seiner Dankesrede und betrachtete die Orgel als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde. Die zehn bis 15 Jahre Planungs- und Wartezeit verglich Mayer mit der Adventszeit. Sänger und Musiker hätten in dem Gottesdienst "den Himmel auf Erden heruntergeholt". Nach dem Pontifikalamt feierte die Gemeinde die Orgelweihe noch gemeinsam im Pfarrheim.

Die neue Orgel wurde rechts neben den drei Altären eingebaut. Ihre schlicht weise Farbfassung passt sich gut in den Kirchenraum ein. Die neue Orgel besteht einerseits aus der Chor-Orgel der Kirche St. Kilian in Schweinfurt aus der Werkstatt der Orgelbaufirma Sandtner, Dillingen. Sie war 1988/89 das Meisterstück des damaligen Sandtner-Mitarbeiters Georg Weishaupt, er sich später in Meitingen bei Augsburg selbständig gemacht hat. Die Firma Weishaupt, heute in den Händen von Orgelbaumeister Andreas Kiss, fertigte den Um- und Ergänzungsbau. Über den Einbau und Intonation der Orgel sowie die Geschichte der Karlburger Orgeln berichtete die Main-Post bereits ausführlich.

Erläuterungen von Manfred Goldkuhle

Manfred Goldkuhle stelle am Tag nach der Weihe die neue Orgel im Detail vor. Der Organist sitzt etwas erhöht und hat damit Blickkontakt zum Priester oder auch zu einem Chorleiter. Die Sandtner-Orgel vor dem Organisten ist eine rein mechanische Orgel mit Stechertraktur. Der in der Weishaupt-Werkstatt ergänzte Orgelteil befindet sich hinter dem Organisten. Dieser Teil wird ebenso wie das Pedalwerk elektrisch angesteuert. Lamellen am Schallkasten leiten den Schall in den Kirchenraum. Mit der Karlburger Orgel wurden somit zwei Orgelbauweisen – mechanisch und elektrisch - zu einer elektropneumatischen Traktur zusammengeführt.

Die Karlburger Orgel in Frontansicht. Vor dem Organisten befindet sich die ehemalige Sandtner-Orgel mit dem zierlichen Pfeifenwerk, der Orgelteil dahinter ist die Erweiterung der Weishaupt-Werkstatt. Die silbrigen Zierelemente werden als reduzierte Notenschlüssel interpretiert. Foto: Josef Riedmann

Die Orgel hat zwölf klingende Register, erklärte Goldkuhle weiter. Sie besteht aus 750 Pfeifen in Holz und Metall. Die größten Pfeifen haben eine Länge von 2,40 Metern, die kleinste Pfeife misst einen Zentimeter. Die Windlade der Orgel lässt die Pfeifen erklingen. Die Orgel ist für den Kirchenraum in Karlburg mit seiner etwa 2000 Kubikmeter Kubatur ausreichend dimensioniert. Goldkuhle stellte sehr anschaulich die verschiedenen Register der Orgel, ihren Einzelklang und das Klangvolumen im Zusammenspiel vor. 

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