Karlstadt

Neuer Karlstadter Stadtrat: Viele Erfahrene und ein Nesthäkchen 

Die SPD verliert einen Sitz, neu ist Die Partei. Spannend ist, wie die Bürgermeisterkandidaten auf ihren Stadtratslisten abgeschnitten haben.
Fast dieselben Stadträte wie in den vergangenen sechs Jahren ziehen wieder ins Karlstadter Rathaus ein.
Fast dieselben Stadträte wie in den vergangenen sechs Jahren ziehen wieder ins Karlstadter Rathaus ein. Foto: Karlheinz Haase

Im Stadtrat Karlstadt hat die Kommunalwahl 2020 gegenüber der von 2014 kaum Veränderung gebracht. Von den insgesamt 24 Sitzen hat die CSU wieder acht errungen. Die Freien Wähler kommen wieder auf sechs Sitze, die Grünen wieder auf fünf. Die SPD hat einen Sitz verloren. Neu ist Die Partei mit einem Sitz.

Und auch personell gibt es kaum Neues. Die Stadtratsfraktion der CSU bleibt unverändert wie vor der Wahl. Ändern könnte sich das lediglich, sollte Michael Hombach in zwei Wochen zum Bürgermeister gewählt wird. Dann wäre Nachrücker Rainer Schäfer neu im Gremium. Hombach, gleichzeitig Bürgermeisterkandidat, hat mit 7698 Stimmen das Ergebnis von Florian Burkard übertroffen. Der hatte vor sechs Jahren 6555 Stimmen bekommen, kandidierte allerdings mit schwerer Krankheit aus dem Krankenhaus heraus.   

Knapper Abstand zwischen Freien und Grünen

Zweitstärkste Fraktion bleiben die Freien Wähler mit unverändert sechs Sitzen. Paul Kruck holte vor sechs Jahren 6790 Stimmen, der jetzige Bürgermeisterkandidat Benedikt Kaufmann brachte es auf 4737. Er ist jetzt neu in der Fraktion. Franz-Josef Scheeb ist nicht mehr dabei. Gegenüber den Grünen haben die Freien Wähler einen hauchdünnen Vorsprung von 0,47 Prozent und damit einen Sitz mehr.

Die Grünen werden mit einer fünfköpfigen Fraktion weitermachen. Polit-Urgestein Gerhard Kraft ist raus. Dafür zieht Landratskandidat Christian Baier ein. Die übrige Besetzung bleibt ebenfalls unverändert. Ungewöhnlich, dass Bürgermeisterkandidat Armin Beck nicht die meisten Stimmen ernten konnte. Er kam auf 4572, immerhin eine Steigerung gegenüber 2014. Da hatte er ebenfalls für den Bürgermeisterposten kandidiert und 3987 Stimmen erhalten. Doch seine Kollegin Anja Baier kam auf 5916 und damit auf mehr als der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, Benedikt Kaufmann.

Einen Sitz verloren hat die SPD. Wilhelm Glück und Hans-Joachim Stadtmüller hatten beim vergangenen Mal die meisten Stimmen bekommen. Beide kandidierten nicht mehr. Neu im Bunde ist Marco Netrval, der Vorsitzende des Ortsvereins. Bürgermeisterkandidat Stefan Rümmer fuhr 6139 Stimmen ein und damit die zweitmeisten aller Kandidaten. Sollte er Bürgermeister werden, dann würde Reiner Heßdörfer als Neuling nachrücken.

Dass sich eine Bürgermeisterkandidatur auszahlt, zeigt das Stimmenergebnis für den 20-jährigen Janik Havla. Mit ihm zieht eine neue Gruppierung in den Karlstadter Stadtrat ein: Die Partei.   

Die Ergebnisse einzelner Wahllokale

Die einzelnen Wahllokale spielen mit zunehmendem Anteil der Briefwahl keine so große Rolle mehr wie früher. Daher wird hier auf eine Tabelle mit den Stadtteilergebnissen verzichtet. Dennoch lohnt ein Blick auf diese Wahllokale.

Die CSU hat demnach in allen Dörfern die Nase vorn, am deutlichsten in Stetten mit 61,34 Prozent, gefolgt vom kleinen Stadelhofen mit 50,1 Prozent sowie Wiesenfeld und Heßlar mit rund 49,2 Prozent. In diesen Dörfern sind die Grünen fünfmal auf Platz zwei, und zwar in Heßlar, Laudenbach, Rohrbach und Stetten. Die Freien Wähler sind dreimal die Nummer zwei – in Karlburg und Stadelhofen. Und die SPD konnte in Gambach die zweitmeisten Stimmen erringen.

In der Kernstadt Karlstadt ist das Bild einheitlich: Die Grünen liegen in den drei Wahllokalen jeweils vorne mit 30 bis 29 Prozent, gefolgt von der CSU mit 21 bis 25 Prozent.

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