RAUM MARKTHEIDENFELD

Neun Bürgermeister ziehen Zwischenbilanz

Neun Bürgermeister aus dem Raum Marktheidenfeld haben die Hälfte ihrer ersten Amtszeit hinter sich. Oben von links: Achim Müller (Birkenfeld), Agnes Engelhardt (Bischbrunn), Heribert Endres (Uettingen); Mitte von links: Klaus Thoma (Kreuzwertheim), Bertram Werrlein (Karbach), Volker Hemrich (Urspringen); unten von links: Michael Gram (Rothenfels), Thea Kohlroß (Schollbrunn), Richard Roos (Esselbach). Foto: Fotomontage: MP/Jutta Glöckner

Vor drei Jahren kamen sieben neue Bürgermeister rund um Marktheidenfeld ins Amt. Sie haben die Halbzeit ihrer ersten Wahlperiode erreicht. Zwei weitere sind ebenfalls in ihrer ersten Amtszeit, allerdings außerhalb des regulären Wahlturnus.

In den nächsten Wochen zieht die Redaktion mit diesen neun Gemeindeoberhäuptern eine Zwischenbilanz. Wie gelang der Einstieg in die Leitung einer Kommune und eines Gemeinderats? Wie kommen die Bürgermeister mit der Doppelbelastung durch Hauptberuf und Ehrenamt zurecht? Haben sie immer noch Spaß an der Aufgabe? Welche Erwartungen haben sich erfüllt, welche nicht?

Heribert Endres aus Uettingen saß schon 18 Jahre im Gemeinderat und war zwölf Jahre Zweiter Bürgermeister, bevor er sich ums höchste Amt in seiner Gemeinde bewarb. Der 61-Jährige ist von Beruf Maschinenbauer. Mit 57,3 Prozent der Wählerstimmen setzte er sich am 16. März 2014 gegen Bettina Schmitt-Bauer (42,7 Prozent) von den Freien und Unabhängigen Wählern durch.

Ein knappes Jahr im Amt

Agnes Engelhardt (50) aus Bischbrunn rückte nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Joachim Engelhardt ins Bürgermeisteramt nach. Am 24. Juli 2016 wählten die Bürger die einzige Kandidatin mit 97,4 Prozent. Die kaufmännische Angestellte trat für die überparteiliche Bürgerliste an, hatte bis dahin aber noch keine kommunalpolitische Erfahrung.

Michael Gram (44) aus Rothenfels wusste die Liste Unabhängige Bürger/Freie Bürger/SPD hinter seiner Kandidatur, als er im Frühjahr 2014 den Sprung vom Dritten zum Ersten Bürgermeister schaffte. Der Technische Aufsichtsbeamte im Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken saß zuvor sechs Jahre lang im Stadtrat. Als einziger Kandidat in seiner Kommune angetreten, holte er über 90 Prozent der Stimmen.

Volker Hemrich (CSU/Bürgerblock) aus Urspringen setzte sich mit 54,3 Prozent schon im ersten Wahlgang im März 2014 gegen Werner Kunkel (Freie Wähler, 34 Prozent) und Stefan Ehehalt (Alternative für Urspringen, 11,6 Prozent) durch. Der heute 49-jährige Flussmeister hatte schon sechs Jahre zuvor versucht, ins Rathaus einzuziehen. Damals war er noch an Platzhirsch Heinz Nätscher (FW) gescheitert.

Thea Kohlroß (56) aus Schollbrunn war die erste Frau, die den Bürgermeistersessel ihrer Heimatgemeinde ergatterte. Die Verwaltungsfachangestellte der Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim kannte die Arbeit im Gemeinderat schon durch ihre langjährige Tätigkeit als Protokollantin. Mit 52 Prozent gewann Kohlroß (Bürger für Schollbrunn) gegen Tobias Pfenning (Freie Wähler, 48 Prozent) – ein Unterschied von 26 Stimmen.

Achim Müller (Freie Wählergemeinschaft) aus Birkenfeld hatte zwei Gegenkandidaten: Frieder Hüsam (Bürgerblock) und Erika Zink (CSU). In der Stichwahl holte der kommunalpolitisch unerfahrene Birkenfelder Müller 62 Prozent und der Billingshäuser Hüsam 38 Prozent. Zink war im ersten Wahlgang mit 20 Prozent unterlegen. Versicherungsfachmann Müller (54) ist seit wenigen Wochen auch Vorsitzender der VG Marktheidenfeld.

Im vierten Amtsjahr

Richard Roos aus Esselbach ist der längstgediente der neuen Bürgermeister. Die Bürger wählten das CSU-Mitglied bereits am 21. Juli 2013, nachdem Amtsvorgänger Klaus Hofmann vor Ende der Amtsperiode zurückgetreten war. Der heute 46-jährige Bundesbanker Roos setzte sich mit klarer Zwei-Drittel-Mehrheit gegen Alfred Martin (Freie Wähler, 19,5 Prozent) und Michael Väth (Bürgergemeinschaft Esselbach, 13,6 Prozent) durch, obwohl er vorher nicht im Gemeinderat saß.

Klaus Thoma aus Kreuzwertheim hatte die Unterstützung von CSU und Freien Wählern bei den Kommunalwahlen im März 2014. Der geborene Badener war zuvor Geschäftsleiter der VG Kreuzwertheim. Der heute 51-Jährige kam auf 65,6 Prozent der Stimmen. Gegenkandidatin Silvia Klee von der SPD plus kam auf 35,4 Prozent.

Konkurrenz um VG-Vorsitz

Bertram Werrlein aus Karbach sicherte sich den Einzug ins Rathaus mit 70,7 Prozent. Er war der einzige Bewerber für das Bürgermeisteramt in der Marktgemeinde. Werrlein ist im Beruf Disponent in der Integrierten Leitstelle Aschaffenburg und ehrenamtlich Kreisbrandinspektor. Erst kürzlich scheiterte der 50-Jährige bei der Wahl zum Vorsitzenden der VG Marktheidenfeld am Freie-Wähler-Kollegen Achim Müller.

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