Neustadt am Main

Neustadt liefert einen starken Auftritt

Dengeln wie die Großväter: Johannes Ebert (vorne) und Kollegen beim Dorffest in Neustadt. Foto: Heinz Scheid

Samstag kurz vor der offiziellen Eröffnung: Die Straßen von Neustadt füllen sich mit Besuchern. Bürgermeister Stephan Morgenroth und Festausschuss-Vorsitzender Uwe Arnold freuen sich über den gelungenen Start des Festwochenendes, das am Freitag mit einem Kabarettabend begann.

Die Waldzeller Musikanten brauchen nicht extra einzuheizen, denn es ist heiß am Samstagnachmittag auf dem Dorfplatz von Neustadt. Schatten ist gefragt. Ab und zu kühlt eine Brise, während die Gäste auf die Grußworte warten. Noch ein paar Takte von der Blasmusik, dann geht es los.

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1250 Jahre Kloster Neustadt

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Ein ganzes Festjahr

Bürgermeister Stephan Morgenroth spricht von 1250 ereignisreichen Jahren, auf die man in Neustadt zurückblicke. Um das angemessen zu feiern, habe man die Messlatte hoch gelegt und ein ganzes Festjahr geplant. Am Festwochenende gebe es viel zu sehen »im ganzen Dorf vom Mee bis zum Pfeuffers Hof«. Neustadt blicke beim Jubiläum aber auch in die Zukunft, denn die Gemeinde wolle den hier lebenden Menschen eine gute Existenz und Heimat bieten.

Staatssekretärin Anna Stolz erinnerte daran, was die Menschen über die Jahrhunderte aufgebaut und was sie erlebt haben. Dass man heute friedlich und sicher hier leben könne, sei nicht selbstverständlich. Gerade in kleinen Gemeinden habe das Ehrenamt einen hohen Stellenwert: »Das gibt einem Ort so viel Kraft.«

Geist des Zusammenhalts

Solche Veranstaltungen wie in Neustadt seien gut für die Dorfbevölkerung und gut für die Region, sagte Landrat Thomas Schiebel. Man spüre den Geist des Zusammenhalts, der wichtig sei für eine vitale Gemeinde. So ein Jubiläumsfest zeige, wie lebenswert die Region sei.

Nach dem wohltuend kurzen offiziellen Teil führte Sybille Grübel die Ehrengäste durch Kirche und Kloster. Die Gemeinde hatte neben Staatssekretärin und Landrat auch die Bürgermeister aus Main-Spessart eingeladen. Sie erfuhren von Grübel interessante Details aus der reichen Naüschter Geschichte.

Ebenso interessant waren die vielen Darbietungen und Stände in Höfen, Garagen, auf Straßen, Plätzen und am Main. Etwa Walter Scherer aus Frammersbach mit seinen heißen Eisen im Feuer. Er lernte einst das Schmiedehandwerk in der Lohrer Glashütte, wie er sagte, und arbeitete zuletzt als Bademeister. In Neustadt demonstrierte er die Schmiedekunst.

Altes Handwerk, alte Sachen

Eine vierköpfige Gruppe war beim Sensendengeln zu sehen. Ehemalige Naüschter, die im Altort groß wurden, wie Johannes Ebert berichtete. Als Bub hat er das Dengeln noch von seinem Opa lernen dürfen. Sensen waren in der Landwirtschaft unentbehrlich und ein alltägliches Arbeitsgerät auf jedem Bauernhof.

In »Rolands Schatzkiste« waren »antike Gegenstände aus Neustadt und Umgebung« zu sehen. Werkzeuge, Haushaltsgeräte und vieles mehr. Er trage den Sammlervirus in sich, sagte Roland Ott, der gerne Flohmärkte besucht, dort alte Sachen kauft und diese wieder in Schuss bringt.

Das Jubiläumsfest ist abwechslungsreich und hat viele Akteure. Zum Beispiel Hannah Schrauth aus Birkenfeld. Mit einer Gitarre steht sie in Neustadt und macht Straßenmusik. Oder Sandra Hartung, die »Ziegenmama«, die mit ihren Tieren durch den Ort zieht. Einst galten Ziegen als »Kühe des kleinen Mannes«, heute machen sie sich bei der Landschafts- und Gartenpflege nützlich - oder als tierische Attraktion beim Naüschter Jubiläumsfest.

Ein weiterer Artikel zum Festsonntag folgt.

"Ziegenmama" Sandra Hartung zieht mit ihren Tieren durch die Straßen von Neustadt. Foto: Heinz Scheid
Bearbeitet heiße Eisen: Walter Scherer an der Schmiede. Foto: Heinz Scheid
Straßenmusikerin Hannah Schrauth aus Birkenfeld beim Dorffest ist Neustadt. Foto: Heinz Scheid

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