TRIEFENSTEIN

Noch fehlen die 50 Millionen Euro

Wie viel Gewicht hat das Machtwort eines Bundesverkehrsministers? Bleibt es möglicherweise an Bayerns Grenzen hängen? Würzburgs Landrat Eberhard Nuß hat seinem Parteifreund Peter Ramsauer im Juli einen Brief geschrieben und sich über das Verhalten Baden-Württembergs aufgeregt, weil die Nachbarn ein sieben Kilometer langes Stück der A 3 auf ihrem Terrain erst ab 2017 sechsspurig ausbauen wollen (siehe Grafik).

Deshalb hat Nuß den Verkehrsminister um besagtes Machtwort gebeten. Zu hoch seien die Belastungen für die neben der A 3 liegenden Gemeinden in den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart. Nuß steht in der Region mit seiner Forderung, die A 3 so schnell wie möglich auszubauen, nicht allein. Massive Unterstützung kommt auch aus dem Main-Tauber-Kreis, insbesondere vom Kreistag und von der Stadt Wertheim.

Ramsauer ist der Bitte des Landrats mehr oder weniger nachgekommen. Staatssekretär Andreas Scheuer hat in Ramsauers Auftrag einen Brief an alle Beteiligten – auch an die im Main-Tauber-Kreis – mit dem Inhalt geschrieben, dass der „rasche, sechsstreifige Ausbau“ zwischen Biebelried und Aschaffenburg beim Bund „hohe Priorität genießt.“

Und der Bayerische Staatssekretär Gerhard Eck schrieb Landrat Nuss, dass die A 3 auch auf württembergischer Seite „durchgebaut wird.“ Alles in trockenen Tüchern also?

„Es gibt nach unserem Informationsstand keine neuen Erkenntnisse.“

Edgar Neumann, Pressesprecher im Stuttgarter Verkehrsministerium

Edgar Neumann, Pressesprecher des Verkehrsministeriums in Stuttgart, bremst erst einmal den bayerischen Optimismus. „Es gibt nach unserem Informationsstand – und dem der Fachkollegen im Bundesverkehrsministerium – keine neuen Erkenntnisse,“ heißt es auf Anfrage dieser Zeitung. Die 50 Millionen Euro Baukosten für dieses Teilstück seien vom Bund noch nicht freigegeben.

Neumann bestätigt allerdings, dass der Ausbau der A 3 in Baden-Württemberg tatsächlich durch die Autobahndirektion Nordbayern erfolgen soll. Dies sei aber bereits vor Jahren in einem Verwaltungsabkommen mit Bayern vereinbart worden.

Noch nicht geregelt sei laut Edgar Neumann das Verfahren der „Mittelbewirtschaftung“, das heißt, „ob die Mittel vom Bund uns zugewiesen werden und wir die Rechnungen der bayerischen Kollegen bezahlen, oder der Bund die baden-württembergischen Mittel für den A 3-Ausbau gleich den Bayern zuweist.“

Wie dem auch sei: Anlieger und Anwohner, die gegen eine Verzögerung auf Baden-Württemberger Seite protestierten, können sich auf eine zeitnahe Lösung Hoffnung machen. Staatssekretär Gerhard Eck hatte sich jüngst geäußert, dass der Bund „den Bau komplett realisieren will.“ Berlin habe als Bauherr und Geldgeber im Zweifel das letzte Wort, allerdings setzte man auch ein Einvernehmen mit den betroffenen Ländern.

Demnächst wollen sich die Herren Staatssekretäre beider Bundesländer treffen. Bei günstigem Verlauf dieses Gesprächs könnten die Bauarbeiten für diesen Abschnitt, für den längst Baurecht besteht, ab 2014 finanziert und realisiert werden.

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