Lohr

Noch kein neuer Mietvertrag

Der Mietvertrag für die Atemschutzübungsstrecke, die vom Kreis finanziert wird, ist seit über einem Jahr abgelaufen. Noch liegt kein neuer Vertrag vor. Foto: Matthias Schätte

Nicht nur normale Wohnungsmieter müssen manchmal länger auf ihren Mietvertrag warten als gedacht. Auch der Kreis Main-Spessart, der in Lohr eine Übungsstrecke für Atemschutzträger der Feuerwehr betreibt, hat dafür von der Stadt noch keinen neuen Mietvertrag bekommen. Der alte ist bereits Ende 2018 ausgelaufen. Die Strecke war Anfang 2019 sogar für einige Wochen geschlossen gewesen.

Ein neuer Mietvertrag sei derzeit in Arbeit, sagt Dieter Daus, Pressesprecher der Stadt Lohr. "Durch einen personellen Engpass in der städtischen Gebäudeverwaltung hat sich der neue Vertrag zeitlich verzögert", erklärt er. Daus rechnet damit, dass der Mietvertrag bis Mitte 2020 unterschriftsreif sein wird.

Das Landratsamt teilt wortkarg mit, dass man sich derzeit noch in Vertragsverhandlungen befinde, über deren Inhalt aus Gründen der Vertraulichkeit keine Auskunft erteilt werden könne. Übereinstimmend sagen aber sowohl Daus als auch Kreisbrandrat Peter Schmidt, dass die Atemschutzstrecke nach wie vor in Betrieb ist. "Obwohl die Verträge ausgelaufen sind, ist auch letztes Jahr dort geübt worden", betont Schmidt.

Einmal jährlich trainieren

Das ist wichtig, denn jeder Atemschutzgeräteträger muss einmal im Jahr auf die Übungsstrecke im Keller der Lohrer Feuerwache, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Die Feuerwehrleute bewegen sich dort unter anderem durch ein mit Hindernissen gespicktes Labyrinth aus Gittern, das sich auf drei Ebenen erstreckt und das sie nur kriechend bewältigen können. Außerdem umfasst die Übungsstrecke eine Hitzekammer, ist stockdunkel und bringt die dort trainierenden Einsatzkräfte oft körperlich an ihre Grenzen.

Die Übungsstrecke wird aus dem Kreishaushalt finanziert und von der Kreisbrandinspektion betrieben. Im Jahr 2018 gab der Kreis dafür gut 16000 Euro aus. Davon entfielen rund 5000 Euro auf Miete und Nebenkosten, der Rest auf Personal und Unterhalt.

Laut Dieter Daus haben vergangenes Jahr 650 bis 750 Personen die Strecke durchlaufen. Kreisbrandrat Schmidt erläutert, dass die Feuerwehren im Kreis Termine für das Training bekommen. Dafür, dass der Termin wahrgenommen wird, sei allerdings jeder Atemschutzträger selbst verantwortlich, sagt der 61-Jährige.

Modernisierung steht noch aus

Bereits voriges Jahr stand die Modernisierung der Übungsstrecke auf dem Plan, wurde aber nicht umgesetzt. Der Leitstand, von dem aus die Atemschutzübung gesteuert und per Infrarotkameras überwacht wird, soll erneuert werden. Dafür sind im aktuellen Haushaltsentwurf des Landkreises 180000 Euro eingeplant. Weitere 40 000 Euro soll ein neuer Kompressor für die über 30 Jahre alte Anlage kosten.

Der Kreisbrandrat hofft, dass die Atemschutzstrecke in der Sommerpause modernisiert werden kann. Dann also, wenn die Feuerwehrleute im besten Fall am Strand oder im Schwimmbad schwitzen und nicht unter der Gasmaske im Keller der Lohrer Feuerwache.

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