LOHR

Notaufnahme in Lohr: "Wir weisen keinen Patienten ab"

Fast 21 000 Patienten kamen im vergangenen Jahr in die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Lohr. Davon wurden gut 40 Prozent stationär aufgenommen, während bei den verbleibenden knapp 60 Prozent eine ambulante Behandlung ausreichte. Foto: Wolfgang Dehm

Die zentrale Notaufnahme des Klinikums Main-Spessart in Lohr funktioniere sehr gut, berichtete deren ärztliche Leiterin, Susann Walz, in der Werkausschusssitzung des Landkreises am Mittwoch. Auch die Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) laufe insgesamt gut. 2018 kamen laut Walz 20 871 Patienten in die Lohrer Notaufnahme, fast 600 mehr als 2017. Davon seien knapp 60 Prozent in den ambulanten Bereich entlassen und gut 40 Prozent stationär aufgenommen worden.

Zunächst durchlaufe jeder Patient eine Ersteinschätzung und werde innerhalb eines fünfstufigen Systems zugeordnet. Dieses reiche von "Lebensgefahr" bis hin zu "nicht dringend"; je nach Dringlichkeit erfolge der Behandlungsbeginn, bei Lebensgefahr beispielsweise sofort. Im Durchschnitt halte sich der Patient 106 Minuten in der Lohrer Notaufnahme auf, die über acht Behandlungsplätze und einen Reserveplatz verfüge. Bis der Patient mit einem Arzt in Kontakt trete, dauere es im Schnitt 26 Minuten. Das Patientenaufkommen verteile sich relativ gleichmäßig auf alle Wochentage.

Verbesserungen geplant

Walz zufolge liegen in der Notaufnahme Flyer aus, in denen das Ersteinschätzungssystem erklärt und auf eventuelle Wartezeiten hingewiesen werde.

Für das Jahr 2019 hat man sich ihren Worten zufolge zum Ziel gesetzt, die Abläufe in der Lohrer Notaufnahme zu verbessern durch eine zusätzliche Kraft bei der Aufnahme, durch Fortbildung der Pflege, durch Etablierung kurzer Behandlungspfade und durch Ausbau der Telemedizin.

Auf Nachfrage von Landrat Thomas Schiebel sagte Walz, dass jeder Patient die Wahlfreiheit habe zwischen Notaufnahme und kassenärztlicher Bereitschaftspraxis. Aus Sicht des Lohrer Bürgermeisters Mario Paul wäre eine gemeinsame Ersteinschätzung des Patienten durch Notaufnahme und Bereitschaftspraxis sinnvoll. Dies strebe man mit dem Umzug ins neue Zentralklinikum an, sagte Walz.

Kritik von Goldkuhle

Das Einzugsgebiet der Lohrer Notaufnahme umfasst ihren Worten nach einen großen Teil des Landkreises Main-Spessart. Es kämen aber auch Patienten aus dem Raum Kissingen und dem Main-Kinzig-Kreis.

Aus seiner Sicht sei das Bereitschaftspraxis-Projekt gescheitert, sagte Manfred Goldkuhle. Schiebel wies ihn darauf hin, dass die Pilotphase abgeschlossen sei, die Bereitschaftspraxen seien in Bayern flächendeckend eingeführt worden. Es gebe sehr viele Tage, an denen die Bereitschaftspraxis im Lohrer Krankenhaus eine große Erleichterung für die Arbeit der Notaufnahme darstelle, sagte Walz; die Zusammenarbeit funktioniere gut, sie denke, dies sei der richtige Weg.

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