ARNSTEIN

Organisatoren des Schlauchbootrennens am Zapfhahn

Das Bier muss fließen: Denn wenn man den Zapfhahn immer wieder schließt, entsteht mehr Schaum. Das erklärte Brauereiinhaberin Susan Schubert den interessierten Teilnehmern des Zapfkurses in der Arnsteiner Brauerei.
Das Bier muss fließen: Denn wenn man den Zapfhahn immer wieder schließt, entsteht mehr Schaum. Das erklärte Brauereiinhaberin Susan Schubert den interessierten Teilnehmern des Zapfkurses in der Arnsteiner Brauerei. Foto: Karlheinz Haase

„Herr Dr. Leonhard Riegel hat erfolgreich am Zapflehrgang für das Rotarian Rowdy River Raft Race teilgenommen.“ Die Überreichung der Urkunden mit dem „Zapfer-Diplom“ bildete den feierlichen Abschluss eines Kurses, zu dem die Arnsteiner Brauerei Max Bender den Rotary-Club Schweinfurt-Peterstirn eingeladen hatte.

Etwa 20 Teilnehmer, die bei dem wohl größten Schlauchbootrennen Deutschlands in Schweinfurt am 28. Juni zum Zapfdienst eingeteilt sind, hatten sich der Teilnahme an dem – von gleich mehreren Druck- und Sendemedien begleiteten – Kurs unterzogen. Die Rotarier erwarten mehrere Tausend Zuschauer bei dem Spektakel am Main.

„Ich kann Ihnen die freudige Mitteilung machen, dass keiner durchgefallen ist“, lobte Brauerei-Inhaberin Susan Schubert die Absolventen. Rotary-Präsident Riegel stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Die hänge ich direkt neben meine Promotions-Urkunde“, versicherte er, als er das Zapf-Diplom in Händen hielt. Eine Prüfung gab es allerdings nicht bei diesem Kurs. Vermutlich war Dozentin Susan Schubert davon ausgegangen, dass sich der Lernstoff durch die durstigen Blicke auf den Zapfhahn von selbst einprägt.

Ihr Mann Henning Glawatz, der selbst Mitglied dieses Rotary-Clubs ist, begründete eingangs fundiert die Notwendigkeit einer solchen Unterweisung in die hohe Kunst des Bierzapfens. „Leider wird Bier oft nicht so gezapft, wie es sollte. Oft steht da ein Team von Laien, das vor sich hin dilettiert. Die Schlange wird immer länger, und das Bier kommt in einem schlechten Zustand an den Kunden. Dabei sollte es eigentlich zügig gehen und appetitlich mit gutem Schaum ausgereicht werden.“

Wer nun erwartet hatte, dass in diesem Kurs Fässer mit Messinghähnchen angestochen werden und es gar lustig spritzt, hatte geirrt. Es ging um das Zapfen von Keg-Fässer über einen Durchlaufkühler. Doch auch das will gelernt sein.

Was dabei das A und O ist, verriet Susan Schubert gleich am Anfang ihrer Demonstration am Durchlaufkühler. „Wichtig ist, dass der Mann am Zapfhahn nervenstark ist. Und noch wichtiger sind die Zureicher, die die Gläser bereitstellen.“ Die Krüge dürften nicht in der Kiste hingestellt werden, sondern müssten an einem Platz gleich neben der Zapfanlage richtig herum und mit dem Henkel zum Zapfer aufgestellt werden. „Denn“, und nun kam das Allerwichtigste, „der Hahn muss immer offen bleiben.“ Werde nämlich der Hahn immer wieder auf- und zugemacht, dann entbinde sich Kohlensäure und das Bier schäume umso mehr.

„Schaumtaste“

Flaut dann irgendwann die Nachfrage ab und stehen die ersten Gläser ohne Schaum da, so kann diesen mit einem kurzen Stoß über die „Schaumtaste“ – also den Zapfhahn – erneut eine Schaumblume verabreicht werden.

Um zu unterstreichen, um welch wertvolle Flüssigkeit es sich beim Gerstensaft handelt, war dem eigentlichen Zapfkurs eine Brauereiführung vorgeschaltet. Jeweils 100 Hektoliter können in der komplett aus Kupfer bestehenden Sudpfanne gebraut werden. Das geschieht in Arnstein jeweils handgesteuert.

Hoch automatisiert ist hingegen der Gärkeller. Während die Würze von 90 auf 8 Grad heruntergekühlt wird, erwärmt sich das aus der eigenen Quelle stammende Brauwasser über einen Wärmetauscher bereits auf 55 Grad. Bei der Gärung verwandelt die Hefe den im Sud enthaltenen Zucker in Alkohol und Kohlensäure.

Der Jahresausstoß der Arnsteiner Brauerei liegt bei 30 000 Hektolitern. Insgesamt 2500 Hektoliter können im Gärkeller gelagert werden.

Beim diesjährigen „Rotarian Rowdy River Raft Race“ werden 800 Paddler erwartet. Es sind 500 Meter zurückzulegen – mit einer Wende nach der halben Strecke, wobei sich die jeweils sieben gleichzeitig gestarteten Schlauchboote nach der Wende begegnen. Zusätzlich gibt es eine Art Fischerstechen und eine Gaudiregatta mit Amphicars. Die Rotarier erlösten bei den vergangenen Schlauchbootrennen jeweils bis zu 15 000 Euro für einen sozialen Zweck.

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