ZELLINGEN

Ortsjubiläen und Brückenöffnung

Die 20. Sitzung des Zellinger Gemeinderates war die letzte für das Jahr 2015. Traditionell wird bei der Jahresschlusssitzung nichts mehr entschieden, sondern auf das Jahr zurückgeblickt. Der amtierende Bürgermeister Werner Küffner bestellte allen Räten zunächst Grüße sowie Weihnachts- und Neujahrswünsche vom erkrankten Bürgermeister Wieland Gsell. Bei den Jahresabschlussreden hatte er sich für die alphabetische Reihenfolge entschieden und übergab das Wort deshalb zuerst der CSU-Fraktion.

Gedanken zu bekannten Weihnachtsliedern machte sich Philipp Kromczynski. „Oh du fröhliche“ rufe seit 1816 dazu auf, für die vermeintlich kleinen Dinge im Leben wie Familie, Freunde, Rückhalt und Unterstützung dankbar zu sein. „Leise rieselt der Schnee“ wurde 1895 getextet, 120 Jahre vor dem letzten Weltklimagipfel. Ohne gemeinsames Handeln gegen den Klimawandel gäbe es künftig Alpen ohne Schnee und weiße Weihnachten nur noch in Erzählungen. Er trug auch seinen Wunschzettel für 2016 vor: „Liebes Christkind, ich wünsche mir die Gestaltung der beiden Kreisel, die Umsetzung der Baugebiete an der Kapelle und an der Klinge und die Umsetzung des Gewerbegebietes Retzbach.“

Bei den Freien Wählern entschied sich Andrea Heßdörfer, sie hatte mit Renate Blaßdörfer den Sitzungssaal dekoriert, wieder für einen Rückblick in Reimform. An den Anfang stellte sie die Jubiläumsfeierlichkeiten von Duttenbrunn und Retzbach. „Die Brücke ist wieder offen, zum Feiern haben wir uns getroffen“, lautete der Reim zum Brückenfest. Weitere Themen waren die viele Arbeit im Bauhof, die Erweiterung des Zellinger Feuerwehrhauses, die neuen Baugebiete, die Sanierung der Kindergärten, die Friedrich-Günther-Halle und Zellingens Städtepartnerschaften. „Eine Ära im Rat ging zu Ende“, sagte sie zum Rücktritt von Gemeinderätin Anneliese Handel und zum aus Berlin grüßenden Rat und Abgeordneten Alexander Hoffmann, dass der CSU dadurch oft eine Stimme fehlt. Kritisch waren die Reime zur Schiffsanlegestelle (Frühjahrsaufreger), Geschäftsaufgaben und rar werdenden Gastronomen.

Als „Ereignisse, die in der Geschichte wurzeln“, stellte Wolfgang Rupp für die Grünen die gelungenen Ortsjubiläen von Retzbach und Duttenbrunn als Höhepunkte sowie die Restauration der Alten Mainbrücke an den Anfang. Sie stünden aber auch für fruchtbare, konstruktive Zusammenarbeit und Vertrauen: Bürgermeister und Gemeinderat unterstützten die engagierten Bürger. Ihn beeindruckte, wie sich die Bürger zusammenschlossen und gemeinsam tolle Jubiläumsfeiern auf die Beine stellten. Solchen Geist wünsche er sich im Gemeinderat statt akribischer Suche nach vermeintlichen Fehlern anderer schon bei den kurzen Anfragen. Zu tun gebe es genug, etwa für die kommunale Energie-Wirtschaft oder die interkommunale ländliche Entwicklung.

„Eine Demokratie muss verschiedene Meinungen aushalten“, stellte Jürgen Keller für die SPD-Fraktion fest. Dass der CSU-Ortsverband Zellingen sein 70-jähriges Bestehen feiern konnte, lasse ebenso hoffen wie die Gründung der Zellinger Jusos im Februar und die Interessenten für einen Jugendbeirat. 2015 sei das erste „komplette Jahr“ für den neuen Gemeinderat gewesen, wenn auch geprägt von den Großprojekten Alte Mainbrücke, Renaturierung Gespringsbach und Erweiterung des Feuerwehrhauses Zellingen, die schon liefen. Sehr schnell sei der Breitbandausbau erfolgt, die Ferienbetreuung mit 40 Kindern in den Herbstferien ein Erfolg geworden. Die soliden Finanzen erlaubten das genauso wie die anstehenden Aufgaben Kindergärtensanierung, Gewässerentwicklungskonzept und neue Baugebiete.

Auch der amtierende Bürgermeister Werner Küffner ließ sich einen kurzen Jahresrückblick nicht nehmen. Das Gspringsbachprojekt und der Mühlenweg ermöglichten den Wandergästen in Zellingen nun ein Bacherlebnis. Für das Brückenfest sei der Privatmann Michael Bauermees mit seinem Organisationstalent ein Glücksfall gewesen. Im sozialen Bereich stünden der Integrationsbeirat und der Familienbeirat zusätzlich zum Senioren- und Behindertenausschuss für die erzielten Fortschritte.

Bei den Ortsjubiläen hab er die Unterschiede hervor – die Duttenbrunner entschieden sich hauptsächlich für ein Festwochenende, die Retzbacher für ein Jubiläumsjahr von Neujahrsball bis zur Silvesterfeier vor der Pfarrkirche.

Nach der Jahresschlusssitzung waren alle Gemeinderäte mit Partner in die TSV-Gaststätte Retzbach zum Jahresschlussessen eingeladen.

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