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Passionsweg eines Paares in letzter Lebensphase

„Liebe“: Das vhs-Filmforum zeigt das Drama von Michael Haneke mit Emanuelle Riva. Foto: X-Verleih

Das vhs-Filmforum zeigt am Donnerstag, 29. November, um 20.30 Uhr und am Montag, 3. Dezember, um 19 Uhr in den Movie- Lichtspielen das Beziehungsdrama „Liebe“. Drei Jahre nach der Goldenen Palme für „Das weiße Band“ triumphierte Regisseur Michael Haneke damit erneut bei den Cannes Filmfestspielen 2012.

Sein Film ist ein kompromissloser Blick auf den gemeinsamen Passionsweg eines Paares in der letzten Lebensphase und auf dessen Umgang mit dem Sterben. Obwohl Haneke sich in seinem Drama erneut an heikle Themen heranwagt, erzählt er eine im Kern warmherzige und lebensbejahende, doch niemals sentimentale Geschichte über das Sterben und über die Liebe von Anne und Georges, einem gutbürgerlichen Musiker-Ehepaar, das auch nach Jahrzehnten eine von großer Zuneigung und Aufmerksamkeit geprägte Beziehung führt.

Eines Morgen erleidet Anne einen Schlaganfall, muss in die Klinik. Bei der Entlassung ist sie halbseitig gelähmt, aber geistig fit. Georges hilft seiner geliebten Frau, so gut er es vermag. Doch spätestens nach dem zweiten Schlaganfall, der Anne endgültig ans Bett fesselt, reicht seine Kraft alleine nicht mehr aus. Anne in ein Pflegeheim zu geben, bringt Georges nicht übers Herz und Pflegerinnen beginnen, sich nun die Klinke in die Hand zu geben.

Nach und nach verliert Anne ihre körperlichen und geistigen Kräfte. Als sie ihre Umwelt kaum noch wahr nimmt, trifft Georges als Akt unzerstörbarer Liebe und Geste des Respekts vor der Würde seiner Frau eine letzte Entscheidung.

Durch die Beschränkung auf praktisch einen einzigen Schauplatz zwingt Haneke den Zuschauer zum Hinsehen auf all das, womit man eigentlich nicht konfrontiert werden möchte: Doch weil sein Blick stets zärtlich und diskret ist, durchzieht diesen äußerst klaren Film trotz seines dramatischen Finales eine zarte Poesie, ja mitunter sogar leiser Humor.

Ein genialer Schachzug ist die Besetzung mit zwei französischen Darstellerlegenden: Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva, beide selbst weit über 80, machen dieses Kammerspiel zum einem beeindruckenden Kinoerlebnis.

Nächste Woche läuft im Filmforum der vhs „Die Fee“.

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