Lengfurt

Pfiffige Lyrik auf humorvolle fränkische Art

Der aus Karbach stammende Gotthard Väth ist nicht nur ein gefeierter Büttenredner, sondern weiß auch mit seinen Mundartgedichten zu überzeugen.
Gotthard Väth wird "mund+art" am Samstagabend in der Kantine des Zementwerks mit neuen Texten mitgestalten und dabei auch sein Bändchen "S'Lawa" vorstellen. Foto: Gotthard Väth

"Mund + Art. . . fein gegart" war im Vorjahr in Lengfurt ein Erfolg und bekommt am Samstag um 18 Uhr eine Fortsetzung. Im Mittelpunkt dieses Abends in der Kantine des Zementwerks Lengfurt steht dabei Gotthard Väth mit seinen lebensnahen Texten, ebenso gescheite wie pfiffig-humorige fränkische Mundart-Lyrik.

"Woas mer sou ölles erlaabt" ist das Thema seiner Gedichte, mit denen Gotthard Väth, aus Karbach stammend und seit dreißig Jahren in Leinach wohnend, einen ganz persönlichen Weg einhält: ausschließlich eigene Texte, jedes Jahr mit neuer Thematik, gereimt, fränkisch, authentisch. Es gibt wie immer vorwiegend Selbsterlebtes oder glaubhaft aus erster Hand Berichtetes, das die Texte prägt. So etwa die Geschichte eines "Metzgers, wie man früher Hausschlachtung gemacht hat", einen "Jubiläumsgeburtstag", den Verlauf eines "Burn-out" vom ersten Arztbesuch bis zum Aufenthalt bei einer Kur mit all seinen Schatt(ierung)en, und einiges mehr.

Bereits zum 25. Mal in der Leinacher Bütt 

Als Betreuer beim Jugendfußball vor vielen Jahren verfasste er schon kleinere Gedichte, etwa für Weihnachtsfeiern, und kam durch eine Faschingsveranstaltung, in der ihm einige Vorträge verbesserbar erschienen, dazu, selbst in die Bütt zu steigen. In seiner allerersten Bütt ging es über die lokale Alte-Herren-Mannschaft, in der er selbst spielte, aus der Sichtweise der Ehefrau. Zum 25. Mal wird er nun in die Bütt der Prunksitzungen des Leinacher Faschings steigen, wie stets in das Kostüm einer anderen Figur schlüpfend, das achte Mal zusammen mit seinem Sohn.

Seine Ideen schöpft Väth aus gutem Beobachten seiner Mitmenschen, aus Dingen, die er durch seine Tätigkeit als Gemeinderat erfährt ("Bütt enthält immer sehr viel Dorfgeschehen"), und gutem Zuhörenkönnen bei Unterhaltungen. Büttenauftritte sind aber längst nicht alles, denn er verfasst auch Texte für andere Anlässe und strebt danach, jeweils ganz individuell den passenden Grad der Ernsthaftigkeit zu erreichen. Ein weites Spektrum: bei seinem früheren Arbeitgeber gestaltete er Stadtführungen, er verfasste persönliche Texte für runde Geburtstage oder Hochzeitsjubiläen, er gestaltete Kommersabende und machte als "Nachtschwärmer" Führungen mit lokaler Thematik, wo bei historischen Texten aber auch schon mal Lyrik teilweise durch Prosa ersetzt wird.

"Der Dialekt ist da, wo das Herz daheim ist"

Am liebsten schreibt er im fränkischen Dialekt ("das Reimen ist hier besser möglich"), und zitiert auch gerne den ehemaligen bayrischen Kultusminister Sibler, der erst im vergangenen Oktober auf einer Tagung sagte: "Dialekt zu sprechen, ist für mich ein Persönlichkeitsmerkmal und ein Lebensgefühl" und "Der Dialekt ist da, wo das Herz daheim ist." Bei ernsteren, "sachlicheren" Texten weicht Väth aber auch schon mal auf Hochdeutsch aus, weil in diesem Fall die Reim-Möglichkeiten besser sind. Er hat auf Anregungen aus dem Publikum ein kleines Bändchen mit eigenen Texten (Titel "S'Lawa" –  das Leben) herausgebracht.

Sein Vortrag wird mit einem Vier-Gänge-Menü mit fränkischen Spezialitäten garniert und musikalisch begleitet von Wilhelm Schwerdhöfer (Zither), der auch Veranstalter ist. Karten gibt es unter Telefon (09395) 1852356.

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