Karlstadt

Planungen für neue Karlstadter Mainbrücke liegen auf Eis

Als Ersatz für die "Alte Mainbrücke" ist eine Schrägseilbrücke in Planung. Wann diese kommt, steht aber in den Sternen. Foto: Ingenieurbüro Wiederer

Die Planungen zum Bau einer neuen Mainbrücke als Ersatz für die "Alte Mainbrücke" in Karlstadt ruhen, sagt auf Anfrage der für Brückenbau zuständige Beamte Knut Wolfram im Staatlichen Bauamt in Würzburg. Die Notwendigkeit des Neubaus bestehe nach wie vor. Die Brücke sei marode, zudem stehe ein Pfeiler genau in der Mitte des Mains, so dass dieser die Schifffahrt behindere. "Doch es gebe derzeit keinen Zeitplan für den Bau", so Wolfram. Der Grund für den Stillstand: Innerhalb des Staatlichen Bauamts seien die Prioritäten verschoben worden. 

Dabei waren die Planungen im Jahr 2015 schon weit fortgeschritten. Der Stadtrat hatte sich - wenn auch nicht mit Begeisterung - in einer Sitzung für eine Pylonen- beziehungsweise Schrägseilbrücke als die passende Lösung entschieden. Als Alternative hatte eine Bogenbrücke zur Debatte gestanden, doch diese wurde als zu dominant verworfen. Eine Bogenbrücke passe nicht ins Stadtbild, hieß es damals bei der Vorstellung. 

Blick von der Karlsburg auf die neue Mainbrücke.  Foto: Ingenieurbüro Wiederer

Doch die Kritik zu großer Dominanz trifft auch auf die Schrägseilbrücke zu. Sie benötigt beachtlich große Pylone mit deutlich sichtbaren Hängeseilen. Das Pylonenpaar würde auf einem Pfeiler der Mühlbacher Seite stehen. Damit wäre der Blick von der Brücke auf die Stadt weniger gestört, als wenn man die Pylone auf der Karlstadter Seite anordnet, so die Überlegung.

Für Balkenbrücke fehlt der Platz

Eine Balkenbrücke mit Stahlverbund, wie die Karolingerbrücke eine ist, wurde auch als Variante diskutiert, aber vom Staatlichen Bauamt als nicht geeignet verworfen. Es fehle der Platz. Die Schifffahrt verlangt eine lichte Höhe bis zur Brückenunterkante von 6,40 Metern bei hohem Wasserstand. Eine Balkenbrücke verlangt einen größeren Brückenunterbau, so dass sich die Fahrstraße deutlich heben würde. Dies würde bei den gegebenen Auffahrten nicht funktionieren. Daher gibt es nur die Varianten mit oben liegendem Tragwerk, also entweder mit Rundbogen oder Pylonen. Zudem fordert die Schifffahrt 80 Meter freie Spannweite, damit die Brücke nicht gerammt werden kann.

Der Stadtrat hatte sich auch schon Gedanken über die Anordnung der Geh- und Radwege gemacht. So soll es mit dem Neubau der Brücke auch einen Radweg auf der sogenannten "Schokoladenseite" geben. Damit ist die Seite der Brücke gemeint, die der Altstadt zugewandt ist.

Die Kosten für das Bauwerk wurden 2015 auf 12,5 Millionen Euro geschätzt. Die Bauzeit soll zwei bis drei Jahren betragen. Ob es in dieser Zeit eine Behelfsbrücke oder eine Fähre gibt, ist ebenso nicht geklärt. Möglicherweise werde auf die Karolingerbrücke verwiesen, für alle die, die zwischen Mühlbach und Karlstadt pendeln wollen.

Alte Mainbrücke von Karlstadt
Die Mainbrücke zwischen Karlstadt und Mühlbach liegt in der staatlichen Trägerschaft. Sie wurde 1953 in der damals ganz neuen Spannbetonweise auf den Pfeilern der ersten Stahlbrücke gebaut, die von einem deutschen Sprengkommando am 27. März 1945 am Karlstadter Ufer gesprengt worden war, um den Vormarsch der Amerikaner zu verzögern. Am 24. Juni 1953 segnete Bischof Julius Döpfner die neue Mainbrücke. Die alte Stahlbrücke mit dem in Karlstadt nie gebräuchlichen Namen Karlsbrücke war am 28. November 1880 dem Verkehr übergeben worden.

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