Kreuzwertheim

Politiker sollen dem Müll an den Straßen den Kampf ansagen

Fünf Landratskandidaten stellten sich den Fragen der Bürger und diskutierten unter anderem über Themen wie ÖPNV  oder Gesundheitsversorgung.
Das gefällt vielen nicht: Müll am Straßenrand, wie hier auf diesem Symbolbild. Foto: mcs

Das Rennen um die Nachfolge von Thomas Schiebel als Landrat im Main-Spessart-Kreis ist in vollem Gange. In der Kreuzwertheimer Dreschhalle stellten sich fünf der Kandidaten den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Mehr als zweieinhalb Stunden lang standen Sabine Sitter (CSU), Christoph Vogel (Freie Wähler), Christian Baier (Grüne), Pamela Nembach (SPD) und Hubert Fröhlich (FDP) Rede und Antwort. Moderiert wurde das Podium von Georg Wolpert.

Standen den Bürgern Rede und Antwort (v.l.): Sabine Sitter (CSU), Hubert Fröhlich (FDP), Moderator Georg Wolpert, Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma, Pamela Nembach (SPD), Christian Baier (Grüne) und Christoph Vogel (FW). Foto: Sebastian Schwarz

Los ging es mit einer kurzen Vorstellungsrunde, in welcher jeder der Kandidaten seine wichtigsten Fakten zum Lebenslauf und seinen politischen Vorstellungen vortrug. Anschließend wanderte das Saal-Mikrofon von der Bühne ins Publikum. Die Zuhörer nutzten die Gelegenheit rege und stellten jede Menge Fragen zu verschiedenen Themen.

ÖPNV über Ländergrenzen hinweg

So wollte ein Bürger etwa wissen, wie die Kandidaten als Landrat den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besonders mit Blick auf Gemeinden an den Kreisgrenzen wie Kreuzwertheim stärken würden. Sozialdemokratin Pamela Nembach sah beim konkreten Fall Kreuzwertheim eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Wertheim als schnellste Lösung. Die studierte Gymnasiallehrerin gab allerdings zu bedenken, dass beim Thema grenzüberschreitender ÖPNV dicke Bretter zu bohren seien. Eine engere Kooperation mit der Stadt Wertheim sah auch Christoph Vogel als sinnvollen Ansatz. Er plädierte zudem dafür, auch Car- und E-Bike-Sharing beim Thema ÖPNV einzubeziehen. Eine Vereinheitlichung der Fahrpläne nannte Christian Baier von den Grünen als möglichen Lösungsansatz.

Auf dem Herzen brannte dem Publikum auch die Frage, was die Kandidaten gegen die Müllverschmutzung an den Straßenrändern tun würden. CSU-Kandidatin Sabine Sitter sprach sich vor allem dafür aus, dass der Landkreis seine Vorbildfunktion wahrnehmen und als gutes Beispiel vorangehen müsse. Ähnlich sah das ebenfalls der Liberale Hubert Fröhlich. "Wenn wir die Landschaft sauberer halten, werden sich auch die Leute sauberer verhalten", zeigte sich der studierte Agraringenieur überzeugt.

Gelbe Tonne statt Gelbem Sack einführen?

Konkrete Ideen hatte Pamela Nembach. So könne man etwa den gelben Sack durch eine Gelbe Tonne ersetzen. Der Hintergedanke hinter der Idee: Die Säcke würden oft aufreißen und der Müll so verstreut werden. "Meistens liegt direkt nach der Müllabfuhr der meiste Abfall in der Gegend rum", merkte Nembach dazu an. Christian Baier und Christoph Vogel plädierten hingegen für Müllvermeidung als Mittel der Wahl.  

Beim Thema Gesundheitsversorgung waren sich die Kandidaten indes weitgehend einig, dass die Schaffung eines neuen, modernen Zentralklinikums am Standort Lohr die richtige Entscheidung gewesen sei. "Das ist eine Riesenchance für uns", bekräftigte CSU-Kandidatin Sitter. Hubert Fröhlich hob besonders positiv hervor, dass das Klinikum neben bestehenden Strukturen entstehe.  

Bürgermeister Thoma steht zur Wiederwahl

Neben den fünf Landratskandidaten nutzte auch Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma die Bühne, um für seine Wiederwahl als Rathauschef am 15. März zu werben. Der 2014 erstmals zum Bürgermeister der Marktgemeinde gewählte Thoma zog dabei eine positive Bilanz seiner Amtszeit. "In den vergangenen sechs Jahren konnten wir gemeinsam mit Gemeinderat, Verwaltung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern vieles erreichen und umsetzen", blickte er zufrieden zurück. Um jedoch zugleich zu betonen, dass es "zweifelsohne auch weiterhin viel zu tun gibt".

Dabei nannte Thoma acht Bereiche, die er nach seiner möglichen Wiederwahl in den Fokus rücken will. So etwa das Thema Bürgerbeteiligung. Kreuzwertheim solle zur "lebendigen Mitmachgemeinde" werden. Daneben sah der 54-Jährige auch Handlungsbedarf beim Thema Infrastruktur. Hier müsse enorm investiert werden, beispielsweise in die Wasserversorgung und in die Erneuerung der Ortsdurchfahrt.

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