Aura im Sinngrund

Praktisch kein Einschlag: Auraer Kommunalwald bringt Verluste

Symbolbild Kommunalwald Foto: Björn Kohlhepp

Noch geht es dem Auraer Gemeindewald einigermaßen gut. Der Forst blieb trotz der beiden vergangenen Trockenjahre weitgehend vom Borkenkäfer und anderen Schädlingen verschont. "Das ist die gute Nachricht", so Revierförster Norbert Holzheimer in seinem Jahresbericht vor dem Gemeinderat. Die schlechte Nachricht ist eine rote Zahl. 7795 Euro Verlust hat der Kommunalwald der Gemeinde im Jahr 2019 eingebracht.

Mit nur 90 Festmetern wurde im abgelaufenen Jahr praktisch kein Einschlag im Gemeindewald vorgenommen. Denn es wurde laut Förster Holzheimer nur das schadhafte Holz entfernt. Eine größere Ernte hätte nach seiner Überzeugung bei Holzmarkt-Preisen von etwas mehr als zehn Euro je Festmeter keinen Sinn gehabt. So ergab der Holzverkauf einen Erlös von gerade einmal 1220 Euro, während die Kosten für Holzernte, Waldschutz und Verwaltung sich auf 9015 Euro summierten.

Für das laufende Jahr kalkuliert Holzheimer aber wieder mit einem Einschlag von 1120 Festmetern. Als Bedingung für eine Holzernte in dieser Größe empfahl Holzheimer dem Gemeinderat, dass auf einem hoffentlich erholten Holzmarkt Preise von mindestens 50 Euro erzielt werden können. Das Gremium müsse also je nach Marktlage im Lauf des Jahres entscheiden, ob und in welcher Größenordnung der Einschlag erfolgen solle.

Möglicher Ernteerlös 2020: 40 300 Euro

Auf der Basis von 50 Euro je Festmeter rechnet Holzheimer für das Jahr 2020 mit einem Ernteerlös von 40 300 Euro aus dem Holzverkauf nebst 8000 Euro staatlicher Förderung. Nach Abzug der Kosten für die Holzernte (12 000 Euro), Bestandspflege (2500), Pflanzung (6000), Wegeinstandhaltung (5000), Waldschutz (1000) und Verwaltung (7250) habe die Gemeinde einen Gewinn von 17 400 Euro zu erwarten.

Der Gemeinderat genehmigte den Forstbetriebsplan 2020 einstimmig. Norbert Holzheimer sagte, dass durch die Pflanzung stabiler Baumarten der Waldumbau im Gemeindewald im Hinblick auf die künftigen klimatischen Herausforderungen im Gange sei. Dazu ergänzte Forstdirektor Christoph Kirchner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), dass sich wohl künftig die Niederschlagsmenge gar nicht wesentlich verändern werde. Der Wald werde sich aber trockeneren und heißeren Sommern ausgesetzt sehen.

Kirchner erläuterte vor dem Rat anschließend das Procedere der Erneuerung der Forsteinrichtung für den Kommunalwald. Nachdem in Aura die aktuelle Forsteinrichtung nach ihrer zwanzigjährigen Laufzeit am 31. Dezember 2020 abläuft, ist es nach dem Bayerischen Waldgesetz geboten, eine neue Forsteinrichtung für den 167 Hektar umfassenden Gemeindeforst zu erstellen. Für die Digitalisierung und Aktualisierung der Standorterkundung und die Erneuerung der Forsteinrichtung rechnet Kirchner mit Kosten von 13 000 Euro, die je zur Hälfte vom Freistaat Bayern und von der Gemeinde getragen werden. Der Rat entschied einstimmig, das AELF mit der Erneuerung der Forsteinrichtung und der Durchführung der dazu notwendigen Arbeiten zu beauftragen.

Ebenfalls einstimmig entschied der Rat, dass der gemeindliche Zuschuss in Höhe von zehn Euro monatlich für Kindergartenbeiträge für Kinder unter drei Jahren ab dem 1. Januar entfällt. Grund für die Streichung ist die zeitgleiche Einführung des Krippengeldes von 100 Euro durch den Freistaat Bayern.

Ohne Gegenstimme erhielt schließlich die Firma Engelhaupt (Mittelsinn) den Auftrag für die Ausführung des ersten Bauabschnitts zur Erneuerung der Mühlstraße. Mit einem Angebot von 614 191,29 Euro ging das Angebot der Firma Engelhaupt als bestplatziertes aus der Submission hervor. Bürgermeister Wolfgang Blum gab abschließend bekannt, dass ein im vergangen Jahr gestellter Bauantrag auf Genehmigung eines Hühnermobils mittlerweile vom Antragsteller zurück gezogen wurde.

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