MARKTHEIDENFELD

Pro Tag entstehen 50 Fenster

Sie haben den Durchblick: (von links) Michael Heim (Geschäftsführer Fenster-Paul), Arbeitsvermittler Markus Hahn, Berufsberaterin Doris Fleckenstein, Bernhard Beck (Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Würzburg) und Antje Heim (Marketing und Public Relations, Fenster-Paul) bei einer Betriebsbesichtigung nach der Vorstellung der Ausbildungsmarkt-Bilanz am Montag.
Sie haben den Durchblick: (von links) Michael Heim (Geschäftsführer Fenster-Paul), Arbeitsvermittler Markus Hahn, Berufsberaterin Doris Fleckenstein, Bernhard Beck (Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Würzburg) und Antje Heim (Marketing und Public Relations, Fenster-Paul) bei einer Betriebsbesichtigung nach der Vorstellung der Ausbildungsmarkt-Bilanz am Montag. Foto: JOCHEN JÖRG

„Tradition mit Fortschritt verbinden“ – so lautet die Philosophie der Firma Fenster-Paul auf dem Marktheidenfelder Dillberg. Anfang 2010 hat das Unternehmen genau dies in die Tat umgesetzt: Rund zwei Millionen Euro wurden in ein neues, computergesteuertes Bearbeitungszentrum investiert – die modernste Anlage, die derzeit auf dem Markt ist. In Deutschland gibt es nur drei, vier Stück dieser Art.

Den Weg, wie ein einbaufertiges Fenster entsteht, zeigte Geschäftsführer Michael Heim am Montag den Vertretern der Agentur für Arbeit Würzburg, die in seinem Hause die Ausbildungsmarkt-Bilanz 2012 vorstellten (wir berichteten). Heim erklärte, dank der modernen Technik sei es möglich, 20 bis 25 verschiedene Fensterarten zu produzieren. 50 Stück werden in Marktheidenfeld pro Tag hergestellt.

Auf dem Hof des Unternehmens wird das Holz gelagert, aus dem die Fenster gefertigt werden. Heim sagte, es sei immer ein Bestand vorrätig, der einen geschätzten Wert von 300 000 bis 400 000 Euro habe. Zu den Holzarten, die Fenster-Paul nutzt, gehören Kiefer, Fichte, Lärche, Hemlock (ein Nadelgehölz, das mit der einheimischen Tanne verwandt ist) und Meranti (ein Hartholz der asiatischen Tropenwälder).

Gegründet im Jahre 1919

In sieben Jahren feiert die Firma ihr 100-jähriges Bestehen: Glasermeister Philipp Paul gründete im Januar 1919 Fenster-Paul. Die Werkstatt befand sich damals in der Marktheidenfelder Altstadt, ganz in der Nähe der alten Schmiede. Aber schon wenige Jahre später wurde die Werkstatt an den Mainkai verlagert.

Nach dem Tod seines Vaters führte Eduard Paul 1935 die kleine Glaserei weiter. Eine Baulandumlegung im Heubrunnengebiet nutzte er 1950 für eine erste Betriebserweiterung. Die Firma siedelte in die Heubrunnenstraße um. Es folgten mehrere An- und Umbauten, bis schließlich ein Unternehmen entstand, das den regionalen Markt erfolgreich beliefern konnte.

Am 1. Juli 1972 übernahm Schwiegersohn Alfred Heim die Geschäftsleitung. Da die Auftragslage prächtig war, wurde eine erneute Erweiterung notwendig. Im Oktober 1979 zog der Betrieb in den Firmenneubau am Dillberg um, das Areal hatte eine Fläche von 30 000 Quadratmetern. Seither waren immer wieder Anpassungen an höhere Standards und neue Technologien erforderlich. 1988 und 1994 erfolgten weitreichende Modernisierungen und die Produktionshallen wurden erweitert.

In der Firmengeschichte wurde die Geschäftsführung immer wieder an die nächste Generation weitergegeben. Im Frühjahr 1998 trat Michael Heim, Sohn von Alfred Heim, in die Geschäftsleitung ein.

Derzeit 65 Festangestellte

Nachdem der Fertigungsbereich bereits zweimal vergrößert wurde, war 1999 ein Anbau an das Verwaltungsgebäude unumgänglich, um dem weiterem Wachstum Raum zu geben. In diesem Zuge wurde ebenfalls die Ausstellungsfläche erweitert. Am 1. Januar 2005 übernahm Michael Heim dann die Geschäftsleitung von Fenster-Paul. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 65 feste Mitarbeiter und zehn Leiharbeiter.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen über das Marktheidenfelder Traditionsunternehmen im Internet: www.fenster-paul.de

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Fertigungsbranche
  • Geschäftsleitung
  • Philosophie
  • Traditionen
  • Traditionsunternehmen
  • Tropenwälder
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!