Karlstadt

Problembeladene Familien in Main-Spessart aktiv ansprechen

Welche Ideen haben die Landratskandidaten, benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien zu unterstützen? Das Thema liegt allen fünf am Herzen.
Symbolbild: Ein zehnjähriger Junge hält und schüttelt seinen Kopf. Es kann unter Umständen auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hinweisen.  Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Fragen über Fragen. Längst nicht alle konnten bei der Oldtimer-Bustour der Main-Post von den Landratskandidatinnen und Landratskandidaten beantwortet werden. Einige offene Leserfragen von Gewicht hat die Redaktion deshalb Pamela Nembach (SPD), Sabine Sitter (CSU), Christoph Vogel (Freie Wähler), Christian Baier (Grüne) und Hubert Fröhlich (FDP) im Nachgang noch vorgelegt. Hier geht es um das Thema Hilfe für benachteiligte Kinder.

Die aus mehreren Elementen zusammengefasste Frage lautet: Welche Ideen haben Sie, benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien (zum Beispiel bei Migrationshintergrund, psychiatrischen Diagnosen oder Schulverweigerung) zu unterstützen?

Sabine Sitter:  Die Vernetzung von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen ist hier der Schlüssel zur Unterstützung. Hilfe aus einer Hand durch Familienlotsen und vor allem aufsuchende Hilfe. Gerade Familien mit komplexen Problemlagen sind schwer zu erreichen und bedürfen aktiver Ansprache. Keiner darf wegschauen!

Pamela Nembach: Jugendhilfe wird ein immer wichtigeres Zukunftsthema, dem ich mich gerade als Landrätin widmen werde. Es ist sehr bedauerlich, dass die Kooperation der Uni Würzburg für eine Institutsallianz im Bereich der Jugendpsychiatrie in Karlstadt gescheitert ist – vorerst, wie ich meine, denn hier muss nochmals neu angesetzt werden. Für Familien, die von dem Problem der Schulverweigerung betroffen sind, gibt es mit dem Projekt Roven eine Kooperation mit Don Bosco in Würzburg, die ich ausdrücklich befürworte. Lebenshilfe und Caritas sind für den Landkreis sehr gute Partner im Bereich der frühkindlichen Förderung; für die leider noch nicht flächendeckende Versorgung mit Heilpädagogischen Tagesstätten sollte eine Bedarfsprüfung erfolgen. Jugendhilfe ist teuer, darf aber vom Landkreis aus Kostengründen nicht vernachlässigt werden.

Hubert Fröhlich: Zuerst die Frage an die kreiseigenen Beratungsstellen, ob die personelle Besetzung ausreichend ist. Dann die Überlegung, welche Organisationen hier im Thema sind, diese Strukturen fördern und die Vernetzung  herstellen, um die Effizienz der Bemühungen zu steigern. Für die Individualbetreuung würden mir Patenschaften als ein ehrenamtliches Engagement aus dem Kreise der Bevölkerung gefallen, wofür ich gerne eine unkomplizierte Aufwandentschädigung geben würde. Es gibt bereits viele Menschen, die völlig unentgeltlich für andere Menschen da sind.

Christian Baier: Main-Spessart bietet bereits als Anlaufstellen,  zum Beispiel ein am Landratsamt angesiedeltes Familieninformationszentrum und eine Koordinierungsstelle für die Familienstützpunkte in Lohr, Marktheidenfeld, Zellingen und Gemünden. Auch im Amt für Jugendliche und Familien findet man Unterstützung. Des Weiteren halten die Wohlfahrtsverbände wie die Caritas und der Bezirk ein entsprechendes Beratungsangebot vor. Ich würde eine Informationskampagne dazu anregen.

Christoph Vogel: Hier gibt es heute bereits entsprechende Stellen im Landratsamt und auch an den Schulen selbst, die sich um benachteiligte Jugendliche kümmern sollen. Daneben gibt es auch Initiativen wie den Jugendförderkreis Main-Spessart oder zum Beispiel das Projekt „Schülerwerkstatt“, welches von den Rotary- und Lions-Clubs des Landkreises initiiert, durchgeführt und auch finanziert wird. Solche wertvolle Initiativen sollte man auch von seiten des Landkreises unterstützen beziehungsweise noch stärker unterstützen.  Im Moment fehlt mir aber ehrlicherweise noch der Einblick, in wie weit die Unterstützung seitens des Landratsamtes und der Schulen ausreicht oder nicht.

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