WALDASCHAFF

Protestsong gegen Schaulustige: „Da gaffen nur die Affen“

Viel Zuspruch erreichte den Feuerwehrmann, der auf der A 3 bei Rohrbrunn vorbeifahrende Gaffer mit dem Wasserschlauch abspritzte. Jetzt setzt er noch einen drauf.
Protestsong gegen Schaulustige: „Da gaffen nur die Affen“
Feuerwehrmann Rudi Heimann will mit seinem Song ein Zeichen setzen. Foto: dpa

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat der Feuerwehrmann Rudi Heimann aus Waldaschaff (Lkr. Aschaffenburg) für Furore gesorgt: Bei einem Unfall vergangene Woche auf der A 3 bei Rohrbrunn griff er zum Feuerwehrschlauch und spritzte die Fahrzeuge von langsam vorbeifahrenden Gaffern ab, um ihnen die Sicht auf die Opfer zu nehmen.

Doch die Sache mit den Gaffern ist für ihn noch nicht erledigt: Mit einem Radiosender nahm er nun einen Protestsong auf und will so weiter auf das Thema aufmerksam machen. Am Freitag wurde der Song erstmals im Radio gespielt und sorgte in den Sozialen Netzwerken für reichlich Beifall.

Die Spritz-Aktion des 56-jährigen Feuerwehrmannes hatte allenthalben für Gesprächsstoff gesorgt. Rechtlich gesehen hätte Heimann auch ein Bußgeld drohen können – doch die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, den Fall weiter zu verfolgen.

Respekt für Opfer und Helfer

In der Morgensendung von Antenne Bayern erhielt Heimann von Moderatoren und Hörern viel Zuspruch für seine Aktion. „Daraufhin hat sich der Rudi bei uns gemeldet“, erklärt ein Sprecher des Senders. Heimann bedankte sich für die Solidarität und erklärte, er habe ein Lied geschrieben, mit dem er sich gegen Gaffer bei Unglücken einsetzen wolle.

„Gaff‘ nicht“ heißt das kurze Stück, welches der Sender auch gleich mit ihm aufnahm. „Ich treff‘ ein am Unfallort, was erleb ich dort? Gaffer, die es einfach nicht kapieren“, singt Heimann und appelliert an die Schaulustigen: „Am Unfallort, da gaffen nur die Affen. Zeig‘ Opfern und Helfern deinen Respekt!“ Mit zwei weiteren Sängern wagte sich der 56-Jährige ans Mikrofon – und bekam in den Sozialen Netzwerken erneut viel Zuspruch.

Viel Zuspruch, aber auch Kritik

„Einfach nur Top und weiter so!“, heißt es zum Beispiel auf Facebook. Dabei auch der Vorschlag, das Lied direkt nach den Verkehrsnachrichten zu spielen. Das Video zum Song wurde bis Freitagabend fast 5000 Mal geteilt.

Doch es gibt auch Kritik in den Sozialen Netzwerken an der Spritz-Aktion. Auch der Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg, Thomas Rollmann, hatte sich vergangene Woche entsprechend geäußert: „So was darf nicht mehr passieren, da darf kein Nachahmereffekt entstehen.“ Sonst würde sich das hochschaukeln.

Unterstützung von den Kameraden

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zeigte sich Rudi Heimann überrascht über den Rummel um seine Person. Damit habe er nicht gerechnet, und das habe er auch nicht gewollt.

Seine Aktion bereut der Feuerwehrmann aber nicht. Im Radio erklärte er, dass seine Truppe hinter ihm steht: „Meine Kollegen, gute Kameraden, die halten alle zu mir und haben nach der Aktion gesagt: Rudi, das war spitze.“

Schlagworte

  • Waldaschaff
  • Rohrbrunn
  • Aschaffenburg
  • Kristian Lozina
  • Aktionen
  • Feuerwehrleute
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
12 12
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!