GEMÜNDEN

Qualität für Wanderer

Der Spessartweg 1, ein rund 60 Kilometer langer Weitwanderweg, durchquert den Spessart in Ost-West-Richtung von Gemünden über Lohr nach Aschaffenburg. Foto: Michael Mahr

Die Spessartwege 1 und 2, die beiden Weitwanderwege, die in Nord-Süd- beziehungsweise Ost-West-Richtung durch den Spessart führen, erhalten für weitere drei Jahre das Zertifikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Das Siegel vergibt der Deutsche Wanderverband, der Dachverband der Wandervereine in Deutschland. Er gab die erneute Zertifizierung der Spessartwege am Samstag auf der Tourismus-Messe CMT in Stuttgart bekannt.

Für die Auszeichnung als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ muss eine Route bestimmte Anforderungen erfüllen. So dürfen allenfalls kurze Abschnitte auf Straßen verlaufen. Die Markierung muss lückenlos sein. Punkten können Wanderwege durch Stille, wenn sie naturnahe Gewässer berühren oder zu Schluchten, Felsen oder Höhlen führen. Auch die Aussicht vom Wanderweg wird gewertet. Rastmöglichkeiten wie Bänke am Weg oder der Anschluss an den Öffentlichen Personenverkehr durch Haltestelle werden ebenfalls geprüft. Lokale oder überregionale Sehenswürdigkeiten, vom Bildstock bis zur Burg, gehen in die Wertung ein.

Der Spessartweg 1, ein rund 60 Kilometer langer Weitwanderweg, durchquert den Spessart in Ost-West-Richtung von Gemünden über Lohr nach Aschaffenburg. Foto: Michael Mahr

Der Spessartweg 1 beginnt in Gemünden am Fischmarkt, wo eine große Tafel den Weitwanderweg „von Fürsten, Fuhrleuten und Pilgern“ vorstellt. Er führt rund 60 Kilometer über Lohr bis nach Aschaffenburg. Normalerweise führt der Spessartweg 1 über die Gemündener Mainbrücke und durch den Wald bis kurz vor den Stadtteil Massenbuch, ehe er nach Westen in Richtung Ruine Schönrain abbiegt. Diese Route ist wegen des Neubaus der Brücke derzeit nicht möglich. Es ist deswegen eine Umleitung eingerichtet, die Wanderer nach Langenprozelten zur Mainfähre führt und dann von Hofstetten auf der Trasse des Fränkischen Marienwegs zur Ruine Schönrain leitet.

Der Spessartweg 2 ist nur wenig kürzer als der Spessartweg 1. Er führt vom Bahnhof in Heigenbrücken über Waldaschaff bis nach Stadtprozelten am Main. Ein Abstecher nach Mespelbrunn verlängert die Route „über Berg und Tal zum Main“ um vier Kilometer.

Der Spessartweg 1 erfüllt wie der Spessartweg 2 die Anforderungen für das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Die Anerkennung wurde nun schon zum vierten Mal verlängert. Foto: Michael Mahr

Die „Auszeichnung Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ gilt jeweils drei Jahre. Danach muss eine Verlängerung beantragt werden. Im Fall der beiden Spessartwege ist das jetzt schon zum vierten Mal geschehen. Sie waren mit die ersten Qualitätswege und tragen das Siegel bereits seit 2005.

Neben der Auszeichnung des Wanderverbands gibt es in Deutschland noch ein zweites Qualitätssiegel, die Anerkennung als Premiumweg. Die Anforderungen dafür sind deutlich strenger als beim „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Das Siegel „Premiumweg“ wird vom Deutschen Wanderinstitut verliehen, einer Gründung Rainer Brämers, der Dozent an der Uni Marburg ist. Er beschäftigt sich seit Anfang der 90er Jahren wissenschaftlich mit dem Thema Wandern, was ihm auch schon die Bezeichnung Wanderpapst eingetragen hat. Einer der ersten Premiumwege der Region war der Hochrhöner von Bad Kisingen nach Bad Salzungen. Auch im Spessart gibt es auf hessischer Seite inzwischen einige Premiumwege, etwa den Weitwanderweg „Spessartbogen“ von Langenselbold nach Schlüchtern.
 

 

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