KARLSTADT

Radeln und Laden mit dem E-Bike

Ladestationen: Entlang des Maintalradwanderwegs gibt es Stationen zum Aufladen von E-Bike-Batterien. Werden diese häufig genutzt oder sind sie überflüssig? Wir haben nachgefragt.
E-Bike
Das Radfahren mit dem E-Bike wird immer beliebter. Im Landkreis Main-Spessart gibt es in den großen Städten E-Bike-Ladestationen für die Akkus. Aber wie werden diese genutzt? Foto: Roland Weihrauch

Das E-Biken erlebt einen Boom. Das haben auch die Touristiker erkannt. Im Landkreis Main-Spessart wurden entlang des Maintalradwanderwegs Ladestationen für E-Bike-Akkus eingerichtet. Aber werden sie auch genutzt? Wir haben nachgefragt.

Wer mit seinem E-Bike von Würzburg kommend auf dem Maintalradwanderweg in den Landkreis Main-Spessart fährt, hat in Karlstadt die erste Möglichkeit, seine Batterie an einer öffentlichen Ladestation aufzuladen. Diese ist auf dem Marktplatz und sie lässt sich einfach bedienen. In zwölf Schließfächern befindet sich jeweils eine Steckdose, an der die E-Biker ihren Akku anschließen können. Das Ladegerät dazu müssen sie selbst mitbringen. Den Strom gibt's kostenlos.

Die eingeworfenen Euro-Münzen zur Sicherung des Schließfachs werden nach Öffnen des Fachs wieder ausgeworfen. Wie viele diesen Service nutzen, kann Kornelia Winkler, Pressesprecherin der Stadt, nicht sagen. „Eine Zählvorrichtung haben wir nicht“, erklärt sie. Aus Beobachtungen schließt sie aber, dass die Ladestationen oft in Betrieb sind. Die Idee dahinter ist einfach. Während des Strom-Aufladens bleiben die Radtouristen in der Stadt. Sie besuchen die Gastronomie oder kaufen ein, da fallen die rund zehn Cent, die eine Stunde Aufladen kostet, kaum ins Gewicht. Die Stadt Karlstadt hat daher zusätzliche Fahrradboxen in der Hauptstraße mit Stromanschluss aufgestellt.

Kompliziertes Aufladen in Lohr

Der Landkreis bot kürzlich ein Training auf den beliebten E-Bikes an. Foto: G. Roth

Radelt der Radtourist weiter, dann hat er in Gemünden die nächste Möglichkeit, seinen Akku aufzuladen, und zwar in der Scherenbergstraße 4 und 5. Die dortige Ladestation funktioniert nach dem gleichen System wie in Karlstadt. Die Aufladung erfolgt im Schließfach und ist kostenlos. „Der Service wird sehr gut genutzt“, sagt Elisabeth Halbritter von der Tourist-Information. „In den Sommermonaten mehrmals täglich.“ Wenn die beiden Schließfächer besetzt sind, haben die Radtouristen auch die Möglichkeit, in der Tourist-Information ihre Akkus zu laden.

Deutlich komplizierter ist das Akku-Laden in Lohr. Es gibt eine Station in der Unteren Schlachthausstraße/Ecke Hauptstraße und eine hinter dem Kupsch in der Unteren Schlossgasse. Die beiden Stromtankstellen sind im Besitz der Stadt Lohr, werden aber von der Energieversorgung Lohr-Karlstadt und Umgebung betrieben. Der Strom ist nicht kostenlos. Der Nutzer muss seinen Akku im Ladefach anschließen. Der Ladevorgang startet per dreistelligem SMS-Code plus Ladefachnummer (zum Beispiel: ykd 03). Mit dem Senden einer weiteren SMS mit demselben Code wird das Laden beendet. Eine Stunde lang Stromziehen kostet 40 Cent.

Der Vorgang ist recht kompliziert, bietet aber zumindest den Vorteil, dass man weiß, wie viele diesen Service nutzen. Von der Energieversorgung ist aber dazu nichts zu erfahren. Genaue Zahlen könnten nicht genannt werden, hieß es auf eine Presseanfrage. Warum nicht, blieb unklar. Weiter weist die Energieversorgung darauf hin, dass die Stromladestationen vorrangig gebaut wurden, um die Marktbuden bei Bedarf mit Strom zu versorgen.

Die E-Bike-Ladestation auf dem Marktplatz in Karlstadt. Foto: Klaus Gimmler

In Marktheidenfeld gibt es zwei Stationen mit Schließfächern, die kostenlos sind. Eine ist in der Altstadt beim Alten Rathaus, die andere ist beim Mehrgenerationenspielplatz am Main. „Beide werden gut angenommen“, sagt Nicole Jeßberger von der Touristik-Information.

Akkus reichen 60 bis 100 Kilometer

Die Einrichtung der Ladestationen begrüßt Volker Rosenberger von Radsport Rosenberger in Karlstadt, da es bei größeren Touren für den Fahrradfahrer nötig sein kann, seine Batterie wieder aufzuladen. Um die Reichweite eines Akkus zu berechnen, nennt er eine Faustregel. „Pro 100 Watt Batterieleistung 20 Kilometer“, sagt er. Das heißt, man schafft mit den üblichen 300-, 400- und 500-Watt-Batterien eine Strecke von 60 bis 100 Kilometern.

Dabei ist das Streckenprofil entscheidend. Eine Fahrt entlang des flachen Maintalradwanderwegs verbraucht weniger Energie, als wenn es bergauf und bergab geht. Rosenberger findet, dass die Ladestationen hilfreich sind, weil man dort ungefragt seinen Akku aufladen könne. Letztlich sollte dies aber auch in jeder Gastronomie möglich sein. „Die paar Cent, die das kostet, kriegt der Wirt in Form von Trinkgeld leicht wieder rein“, meint er.

 

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