Main-Spessart

Radlerchor bei Landrad(t)stour: "Bye-bye, Landrat Thomas Schiebel"

Die zwölfte Landratstour war die Abschiedstour für Thomas Schiebel. Emotionale Verabschiedung bei der Schlussrast in Gemünden.
Über Radwege führte das erste Stück nach Aschfeld. Foto: Jürgen Kamm

Zur zwölften und letzten Radtour als Landrat gaben 471 Radfahrer zwischen zehn und 85 Jahren Thomas Schiebel die Ehre. Nach 62 Kilometern mit rund 500 Höhenmetern gab es am Ende Überraschungen für das Landkreisoberhaupt. Zur insgesamt 28. Landrat(d)stour begrüßte Schiebel die Teilnehmer zusammen mit Gemündens dritter Bürgermeisterin Irmgard Pröschl an der Lindenwiese in Gemünden. Über die Jahre sind die Teilnehmerzahlen mächtig gewachsen: 400 waren es 2018, vor zwei Jahren sogar 480. Schätzungsweise mindestens ein Drittel der Teilnehmer sind inzwischen elektrisch unterwegs.

Als Abschiedsgeschenk gab es für den Landrat ein einzigartige Radtrikot mit "seinen" zwölf Touren. Foto: Jürgen Kamm

Mit reiner Muskelkraft fuhr wieder Carmen Keßler aus Frammersbach voraus, die erfahrene Guidin hatte diesmal den Neuling Mark Weigand an ihrer Seite. Neben der Wegweisung liegt ihre Aufgabe auch darin, ein für jeden machbares und gefahrloses Tempo vorzugeben. Das gelang, es sind keine ernsthaften Stürze bekannt. "Schwester" Barbara Otter und "Bruder" Steffen Paiss vom Roten Kreuz hatten nichts zu tun. Auf Seiten der Technik behob der Karlstadter Fahrradhändler Volker Rosenberger fünf Plattfüße. Für eine freie Strecke sorgten Ottmar Lamprecht und Winfried Gehrig von der Polizei Karlstadt und ihre Hammelburger Kollegen, die Kreuzungen und Fahrspuren absperrten.

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28. Landrad(t)stour

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Landrad(t)stour

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Überwiegend flach ging es los auf Radwegen an Wernfeld und Gössenheim vorbei nach Aschfeld. An der Bachgrundhalle begrüßte Bürgermeister Dieter Schneider die Teilnehmer, der Landkreis spendierte ein kleines Frühstück. Die Möglichkeit zur Besichtigung der Kirchenburg inklusive Schnaps- und Bonbonverkostung wurde rege genutzt.

Gegenwind auf der Straße zum Lager Hammelburg

Die nächste Etappe auf dem Rad sollte etwas anstrengender werden. Zwischen Obersfeld und Gauaschach warteten ein paar Anstiege auf die Teilnehmer, auf der Straße zum Lager Hammelburg blies ihnen bis zum letzten Buckel der Gegenwind ins Gesicht. Als Lohn der Mühe konnte im ehemaligen Jägercasino ein Blick auf die  Regionalausstellung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums geworfen werden. "Mein alter Spind soll auch noch da sein", scherzte Landrat Schiebel. Übrigens: Vor Jahrzehnten auf "Stube" schlief er "unten" im Bett.

Polizist und Musiker Winfried Gehrig bereitete Landrat Thomas Schiebel zum Abschied unvergleichliche Ständchen. Foto: Jürgen Kamm

Bis zum Mittagessen war es nun nicht mehr weit. Der Weg führte vor allem über eine Straße auf dem Bundeswehrgelände ins Saaletal. Auf dem Marktplatz stellte Bürgermeister Armin Warmuth heraus, dass Hammelburg urkundlich verbrieft die älteste Weinstadt Frankens ist. Auch ihm überreichte Schiebel einen Bocksbeutel mit Landratsschoppen. Das vom Kreis spendierte Mittagessen, Pichelsteiner Eintopf, hatte der Partyservice Schmitt-Catering aus Hammelburg zubereitet. Auch Stadtführungen wurden angeboten.

Frisch gestärkt ging es den längsten Anstieg in Richtung Ochsental rauf – als Umfahrung der Saalebrücke in Diebach als gefährlich erscheinende Engstelle. Teils über Schotterwege war danach die Schutzhütte am Radweg vor Gräfendorf schnell erreicht, wo der Dorfladen Kaffee ausschenkte. Bürgermeister Alfred Frank schilderte den Bau des Radweges mit Verlegung der Saale und die Errichtung der Schutzhütte so plastisch, als habe er alles eigenhändig gebaut, wie der Landrat witzelte.

Überraschung für Schiebel auf der Schlussrast

Jetzt waren es nur noch 15 Kilometer bis zum Ziel und der Schlussrast am ESV-Sportgelände in Gemünden. Dort bereitete Polizist Winfried Gehrig, der den ganzen Tag mit dem Motorrad voraus gefahren war, dem Landrat ein dicke Überraschung. Erst dirigierte er die "Radlerchöre" zum Ständchen "Bye-bye, Landrat Thomas Schiebel, die Zeit mit Ihnen war schön", dann sang er alleine "Come back, Thomas Schiebel come back" und präsentierte ein einzigartiges Radtrikot: Schwarz gehalten, Langarm, vorne recht dezent "Landrad(t)stour, auf dem Rücken alle zwölf Touren Schiebels.

Nachdem seine Tränen der Rührung getrocknet waren, stellte Schiebel fest, dass seine Nachfolger gut beraten wären, die Tour fortzuführen. Er kürte die ältesten und jüngsten Teilnehmer: Das waren je zwei Damen mit 75 und Herren mit 85 Jahren, bei der Jugend drei Mädchen unter elf und zwei Jungs unter zehn Jahren.

Zum Abschluss konnte er noch Spenden vom Landkreis, der Sparkasse und dem Sonderpreisbaumarkt verteilen, die jeweils 1000 Euro für die Tafel in Gemünden spendeten.

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