Urspringen

Regensburger Bühnen-Spektakel: ETHA machte es möglich

Diese Bilder projezierte ETHA für das Regensburger Theater. Der Mond scheint sogar noch über dem ehemaligen Lagerhaus. Foto: Christina Iberl/Theater Regensburg

Man kann über Kulturjournalisten viel sagen. Dass sie zu stark loben, gehört dann doch eher selten dazu. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Und an einer dieser Ausnahmen war das Urspringer Veranstaltungsunternehmen ETHA International beteiligt. 

Vor etwa zwei Wochen führte das Theater Regenburg die Oper "Tosca" von Giacomo Puccini auf. "Kolossal" nannte die "Süddeutsche Zeitung" die Kulisse. Die Bühne, diesmal nicht in einem Theater, stand vor dem alten Stadtlagerhaus am Regensburger Hafen. Dementsprechend vergrößerte sich die Kulisse von wenigen Quadratmetern in einem Theater auf einen fußballfeldgroßen Speicher. Weil niemand ein so großes Bühnenbild bauen kann, warf man es einfach an die Wände. Dafür war ETHA zuständig. 

Die Handlung von "Tosca"
Die Oper spielt um Juni 1800. Der Kirchenmaler Mario und die Opernsängerin Tosca lieben einander. Doch auch ein Polizist will Tosca und lässt Mario deshalb in ein Gefängnis werfen. Die bringt den Polizisten daraufhin um und flieht. Um Mario aus dem Gefängnis zu holen, wollen sie seinen Tod vortäuschen. Er stirbt aber wirklich. Weiterhin auf der Flucht stürzt dann auch Tosca von einer Brücke.

Eine kurze Geschichte der ETHA in Urspringen

"Es war eine Herausforderung, dieses alte Hafenlagerhaus zu verwandeln", sagt Heiko Hoffmann. Er hat die Beleuchtung für Puccinis "Tosca" aufgebaut und eingestellt. Die Bilder finden Sie am Ende des Artikels. Hoffmann ist der jüngste von drei Brüdern, die das Urspringer Familienunternehmen führen. 

Seine beiden Brüder hatten ETHA 1993 gegründet. Die rührigen Brüder beließen es jedoch nicht bei Veranstaltungstechnik. Im Zweijahrestakt erweiterten sie das Unternehmen, bauten ein Licht- und Ton-Verleih auf und zum Großhandel aus. So kommt beispielsweise die Videotechnik der weltbekannten Störtebeker-Festspiele auf Rügen von ETHA. Auch das Staatstheater am Gärtnerplatz in München, das Wagnermuseum in Bayreuth oder der 270 Meter hohe Aufzugstestturm von Thyssen Krupp in Rottweil haben die Urspringener betreut.

2005 gliederten die Brüder Hoffmann die hausinterne Software-Entwicklung aus und 2009 gründeten sie das Software-Unternehmen Optibit. Jeder der Brüder ist im Groben für eine Sparte von ETHA zuständig – Heiko Hoffmann kümmert sich darum, dass die Technik vor Ort klappt.

Das bedeutet für ihn auch oft Nachtschichten, erzählt er. Weil die Regensburger Oper erst abends aufgeführt werden sollte, konnte Hoffmann die Projektoren zwar tagsüber aufbauen und verkabeln. Erst in der Nacht konnte er aber die Projektoren justieren. Eine Feinarbeit, die Stunden dauert. Dazu kommt, dass die Abstimmung mit Theater, den Bilddesignern, der Technik und den vielen anderen Technikern vor Ort sehr aufwändig war. Zwei sehr lange Tage seien das gewesen, sagt Hoffmann.

Video: Der Bayerische Rundfunk zeigt den Vorher-Nachher-Vergleich bei der Oper

Wie viele Projektoren braucht man denn bei einer "Leinwand", deren Fläche größer als ein Fußballfeld ist? "Nur vier", sagt Hoffmann. Diese müssten aber so leistungsstark sein, dass ETHA die einzigen deutschlandweit seien, die vier davon hätten. "Deshalb ist das Regensburger Theater ja auf uns zugekommen", sagt Hoffmann.

Jeder der Projektoren habe 37 000 Lumen. Zur Erklärung: Je höher der Lumen-Wert ist, desto mehr Licht gibt eine Lampe ab, desto heller leuchtet sie. Eine normale Glühbirne mit 60 Watt hat 730 Lumen. Ein solcher Projektor leuchtet also 50 Mal heller als eine Glühbirne. Nun darf man sich einen solchen Projektor nicht wie einen handelsüblichen Beamer vorstellen. Von ETHA heißt es, dass manche so groß wie vier Umzugskartons sein können.

Am Ende der Veranstaltung werden die technischen Details wahrscheinlich die wenigsten Opernbesucher interessiert haben. Das Resultat jedoch soll die Zuschauer beeindruckt haben, heißt es. "Bessere Werbung kann das Theater nicht machen", schrieb der Theaterkritiker der Süddeutschen. Wie Hoffmann das Stück gefallen hat? Er lacht: "Bei der Vorstellung selbst war ich nicht mehr da. Ich habe es selbst also gar nicht gesehen." 

Fotoserie

"Tosca" im Hafen

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