LOHR

Rewe, dm, Wohnen: 20-Millionen-Projekt auf Brauereigelände

Planung für das ehemalige Brauereigelände in Lohr, Ansicht Ecke Ignatius-Taschner-/Alfred-Stumpf-Straße.
Planung für das ehemalige Brauereigelände in Lohr, Ansicht Ecke Ignatius-Taschner-/Alfred-Stumpf-Straße. Foto: Peter Giessegi

Was lange währt, wird endlich gut: Ein 20-Millionen-Projekt mit Rewe, DM, Tagespflege, betreutem Wohnen und Ferienwohnungen mit Hotelservice soll auf dem ehemaligen Brauereigelände in Lohr entstehen. Obendrein mit Rolltreppe. Lohrs Bürgermeister Mario Paul zeigte sich sehr angetan, er verspricht sich dadurch einen „großen Schub für die Stadt“. Das Gebäude nennt er „massig“, aber „architektonisch gelungen“.

Die Pläne, die sich über die Monate vielfach änderten, haben am Mittwochnachmittag Ingenieur Harald Gerlach, Architekt Peter Giessegi, der Investor und neue Eigentümer Lars Krakat von der KRE Group Bamberg und die bisherige Eigentümerin Daniela Stumpf in einem Pressegespräch vorgestellt. Sie lobten die Zusammenarbeit mit der Stadt. Der Abriss der alten Gebäude soll laut Gerlach im April beginnen, der Neubau im Sommer oder Herbst. Bis im Frühjahr oder Sommer 2020 soll der Neubau stehen.

Gespräche schon unter Pauls Vorgänger

Laut Stumpf habe es schon unter Pauls Vorgänger Ernst Prüße Gespräche mit Investoren gegeben. Seit 2016 dann, in den vergangenen 12 bis 15 Monaten, gab es Planungen mit Lars Krakat. Stumpf: „Er ist genau der Richtige.“ Sie nennt das vierstöckige Gebäude eine „Bereicherung“ für Lohr. An die ehemalige Brauerei sollen Utensilien wie alte Flaschen, Gläser, Modelle und Bilder erinnern, ausgestellt neben dem Keiler-Brauhaus in einer 76 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche des bestehenden Maxl Bäck.

Ansicht Alfred-Stumpf-Straße mit v.l. Claudia Roschlau (Baurconsult), Peter Giessegi, Daniela Stumpf, Lars Krakat (KRE), Matthias-Marcus Wanner (KRE), Harald Gerlach und Mario Paul.
Ansicht Alfred-Stumpf-Straße mit v.l. Claudia Roschlau (Baurconsult), Peter Giessegi, Daniela Stumpf, Lars Krakat (KRE), Matthias-Marcus Wanner (KRE), Harald Gerlach und Mario Paul. Foto: Björn Kohlhepp

An der Ecke Ignatius-Taschner-Straße/Alfred-Stumpf-Straße wird ein 1470 Quadratmeter großer Rewe-Lebensmittelhandel entstehen, in der Alfred-Stumpf-Straße auf 750 Quadratmetern der Drogeriemarkt dm ein- und aus der Hauptstraße ausziehen. Der Eingang zu beiden Märkten wird über eine neu entstehende Passage in der Stumpf-Straße sein.

Kleinteiliges Fassadenbild

Das Gebäude erhält durch die kleinen Wohneinheiten ein „kleinteiliges Fassadenbild“, so Architekt Giesseggi. Außerdem entsteht eine Tiefgarage mit 113 Stellplätzen. Von ihr soll ein Rollsteig ins Erdgeschoss zu den Einkaufsmärkten führen.

Im ersten Obergeschoss wird es eine Tagespflegeeinrichtung und Verwaltungsräume mit etwa 1000 Quadratmeter geben, außerdem 18 Wohneinheiten „Servicewohnen“, von denen es in den weiteren beiden Obergeschossen noch einmal 17 und 8 geben soll. Unter „Servicewohnen“ ist laut Harald Gerlach eine Art betreutes Wohnen zu verstehen: Dort können ältere Menschen einziehen, und ein Vertrag sichert ihnen zu, dass sie im Pflegefall dort wohnen bleiben dürfen und dort betreut werden.

Entwurf Ansicht Ludwigstraße/Alfred-Stumpf-Straße.
Entwurf Ansicht Ludwigstraße/Alfred-Stumpf-Straße. Foto: Peter Giessegi

Bürgermeister Paul sieht hier Chancen, dass ältere Lohrer in dieses „Servicewohnen“ umziehen und vielleicht ein „Häuschen im Grünen“, auf das Familien warten, frei wird. Mit Zustimmung der Eigentümer werde die Stadt als Kontaktvermittler in einem Projekt „Wohnungswechsel“ auftreten.

WG für Demenzkranke

Im 2. Obergeschoss soll es zudem eine Wohngruppe für Demenzkranke geben, die in zwölf separaten Zimmern wohnen, aber etwa die Küche gemeinsam nutzen können. An einer 330 Quadratmeter großen Praxisfläche im 2. Obergeschoss sind laut Gerlach bereits ein Lohrer Arzt wie auch ein Steuerberater interessiert.

Generalmieter für Tagespflege, Wohngruppe und Servicewohnen ist die Berliner Zusammen Zuhause GmbH. Diese arbeitet mit der advita Pflegdienst GmbH in Berlin zusammen, die für Tagespflege und das Servicewohnen Pflege und sonstige Dienstleistungen anbietet.

Ferienwohnungen mit Hotelservice

Im etwas zurückgesetzten Dachgeschoss soll es 17 vom Hotel Bundschuh betriebene Ferienwohnungen geben, von Gerlach „Boardinghouse-Appartements“ genannt – gedacht für Menschen, die dort mehrere Wochen und Monate leben. Bürgermeister Paul sieht vor allem Fachkräfte als Kundschaft. Zwei Wohnungen sollen auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten werden.

Die neu entstehende Passage soll mit der bestehenden Ludwigspassage eine Art „Rundweg“ über den Hof des Geländes bilden. Mit dem Investor wird es laut Paul weitere Gespräche über die „Umgriffgestaltung“, sprich das neu zu bauende Parkdeck oder mögliche Zebrastreifen, geben. Dazu soll ein Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und der KRE-Group geschlossen werden.

 

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