Rieneck

Rienecks Revierleiter rechnet mit 4000 Festmetern Schadholz

Dieses Bild lässt hoffen. Bei früheren kleinen Käfer- oder Sturmlöchern hat sich die Natur selbst geholfen. Durch Samenanflug und natürliche Verjüngung haben sich die Lücken wieder mit verschiedenen Baumarten geschlossen. Foto: Helmut Hussong

Mit einem finanziellen Aufwand von rund 1,6 Millionen Euro ist die Sanierung des Bürgerzentrums eine der größten Maßnahmen der Stadt in den vergangenen Jahren. Deshalb und weil es immer wieder Fragen zum Fertigstellungstermin der Umbauarbeiten gibt, stand die Information über den Baufortschritt an vorderster Stelle der Tagesordnung der Bürgerversammlung.

"Wir wollen vor Weihnachten noch mit dem Innenausbau, also auch mit dem Festsaal fertig werden", informierte Architekt Armin Kraus über den Zeitplan. "Fasching kann stattfinden", stellte er auf Nachfrage der Bürger fest. Zum Jahresbeginn könne der Saal für die Veranstaltungen vorbereitet und zur Generalprobe genutzt werden. Mit dem Ende der Außenarbeiten sei hingegen erst bis April zu rechnen.

Der Gerüstbauer hat für Verzug gesorgt

"Das Gerüst für die Außenarbeiten hat lange auf sich warten lassen und steht nun endlich auch", verwies Armin Kraus auf das jüngste "Sorgenkind" der Maßnahme. Der Gerüstbauer habe sich "nach allen Regeln der VOB" mahnen lassen und für Verzug gesorgt. Zwar könne man jetzt an der Fassade arbeiten und Dämmung anbringen, für Verputzarbeiten müssen die Temperaturen jedoch den Frostbereich verlassen haben. Damit werde es später. Auch der behindertengerechte Umbau des Eingangsbereiches und Zugang zum Sitzungssaal soll erst nach der Faschingssession im März erfolgen.

Im Projekt nicht vorgesehen sind der Neuanstrich der Decke und die Aufbereitung des Fußbodens im Festsaal. Das war von einigen Stadträten bei einem Begang der Baustelle angeregt worden. Die Deckenfläche hätte bei einer Erneuerung des Anstriches rund 90 000 Euro gekostet und für Aufarbeitung des Parkettbodens wären laut Kostenschätzung weitere 20 000 Euro erforderlich, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Küber auf Nachfrage von Edit Reuter. Der Vertreter des Ingenieurbüros habe empfohlen, mit diesen Arbeiten bis zur Auflage eines neuen Zuschussprogrammes zu warten.

Borkenkäfer stürzen sich auf kranke Nadelbäume

"Der Forstbetrieb der Stadt Rieneck ist seit April nur mit der Aufarbeitung von Borkenkäferholz beschäftigt", informierte Revierleiter Matthias Schleich über die aktuelle Waldsituation. Die Trockenheit der beiden Vorjahre habe die Bäume geschwächt. Vor allem beim Nadelholz reagieren die verschiedenen Börkenkäferarten auf solche kranken Bäume mit verstärktem Befall und Massenvermehrung.

Bisher wurden im Stadtwald rund 3500 Festmeter Schadholz aufgearbeitet. Am Ende des Jahres rechnet Schleich jedoch mit insgesamt 4000 Festmetern. "Im Vorjahr waren es nur 400 Festmeter und im Jahr 2017 fielen 100 Festmeter Borkenkäferholz", wies der Revierleiter auf die "rasante Entwicklung" hin. "Die Laubbäume halten diese Extreme länger aus, deshalb sind im Stadtwald aktuell nur wenige betroffen", sagte Schleich weiter. Die eigentlichen Auswirkungen werde man aber vermutlich die nächsten Jahre schon zu spüren bekommen.

Rieneck kam im Vergleich glimpflich davon

Erschwerend zur Schadsituation kommen die gesunkenen Holzpreise und der aufgrund des großen Holzanfalles gesättigte Markt hinzu. Man könne nahezu nichts mehr verkaufen. "Wenns gut läuft lässt sich gerade eine schwarze Null erreichen", prognostizierte der Revierleiter. Das könne auch für die kommenden Jahre gelten.

Mit Bildern aus dem Harz und dem Sauerland verdeutlichte Schleich die massiven Schäden in anderen Regionen Deutschlands. Im Vergleich dazu sei Rieneck noch glimpflich weggekommen, stellte er fest und präsentierte auch Fotos von Schadflächen aus dem Stadtwald. "An vielen Ecken sieht man, da kommt von unten etwas neues nach", wies Schleich auf positive Entwicklungen hin. Bei kleineren Sturm- oder Käferlöchern der vergangenen Jahre hat die Natur sich selbst verjüngt und neuen Aufwuchs geschaffen. Da müsse man nicht besonders eingreifen. Bei den größeren Käferflächen werde man den Neuaufbau forstlich aktiv unterstützen müssen.

Neben dem wegen Borkenkäferbefall eingeschlagenen Stammholz, bleiben große Haufen von Fichtengiebeln zurück. Diese werden bis zum Frühjahr gehackt und aus dem Wald geschafft. Da auch der Markt mit Holzhackschnitzeln übersättigt ist, sei hier kaum Elös zu erwarten, sagte Rienecks Revierleiter Matthias Schleich in der Bürgerversammlung. Foto: Helmut Hussong

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