AURA

Ritter wohnten nie im Amtshaus

Wechselvolle Geschichte: Im Frohnhofer Schlösschen in Aura ist seit 1966 die Grundschule Aura untergebracht. Foto: Bruno Schneider

(bs) Das Frohnhofer Schlösschen, ehemals Amts- und Landgerichtssitz, diente nach 1828 Wohnzwecken und beherbergte von 1885 bis 1944 die Forstamtsaußenstelle Aura. 1966 zogen nach dem Umbau des Gebäudes die Schulkinder von Aura ein. Kreisheimatpfleger Bruno Schneider hat die Geschichte des Schlösschens nach umfangreichem Quellenstudium recherchiert.

Im Eingangsbereich der heutigen Grundschule erinnert noch ein Wappenstein an die Familien von Breidenstein und von Frohnhofen. Es handelt sich um so genannte Hochzeitswappen. Bei Hochzeitswappen wird eines der beiden Wappen seitenverkehrt abgebildet, das heißt vorne und hinten vertauscht. Die linke Seite eines Wappens wird als vorne, die rechte als hinten bezeichnet, denn die Ritter trugen beim Kampf ihr Wappenschild in der linken Hand. Dreht man die Wappen wieder um 90 Grad nach innen, so stehen sich die Bildseiten gegenüber, sie „sehen sich an“. Im vorliegenden Fall spielt dies keine Rolle, da die Wappen ohnehin symmetrisch sind.

Links unten befindet sich das Wappen derer von Fronhofen, rechts oben derer von Münster, die beiden anderen sind denen von Breidenbach, genannt Breidenstein, zuzuordnen.

1616 veräußerte Florian von Hutten sein Rittergut Aura mit allen daran haftenden Rechten für 8800 Gulden an Conrad von Breidenbach. Das Stammschloss der Familie stand in dem kleinen Ort Breidenbach nahe Biedenkopf im heutigen hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dort hatten sie 1398 eine Burg erbaut. Eine Seitenlinie verlegte ihren Stammsitz nach Salmünster und nannte sich von da ab „von Breidenbach genannt Breidenstein zu Salmünster“. Conrad von Breidenbach erbaute sich nach dem Erwerb des Hofes in Aura dort 1616/17 ein eigenes Amtshaus und fügte seinem Namen noch „zu Aura“ hinzu.

Seine Tochter Eva Catharina heiratete 1654 Hans Heinrich von Frohnhofen, wodurch der Besitz in Aura und der Achtelanteil an der Zent Mittelsinn an die Familie von Frohnhofen überging.

1692 erwarb Johann E. Chr. von Guttenberg das halbe Rittergut zu Aura von Johann Philipp von Frohnhofen und verkaufte es noch im gleichen Jahr an Würzburg. Das Amtshaus in Aura behielt ebenfalls den Namen „Frohnhofer Schlösschen“, obwohl die von Frohnhofen es nie bewohnt und auch nur für kurze Zeit Besitz in Aura hatten.

Wappenstein: Er erinnert an die Familien Breidenstein und Fronhofen.

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