Gemünden

Rückzug aus der Politik: Günther Felbinger kandidiert nicht mehr für Gemündener Stadtrat

Überraschend macht Günther Felbinger einen Rückzieher. Ein Fraktionskollege im Gemündener Stadtrat übt Kritik am Umgang mit dem ehemaligen Landtagsabgeordneten.
Der ehemalige Landtagsabgeordnete Günther Felbinger aus Gemünden-Langenprozelten. Foto: Freie Wähler

Überraschung in Gemünden (Lkr. Main-Spessart): Der wegen Betrugs verurteilte ehemalige Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Günther Felbinger kandidiert nun doch nicht noch einmal für den Stadtrat. Zuvor war bekannt geworden, dass er auch nicht mehr für den Kreistag Main-Spessart antritt. Ursprünglich wollte Felbinger sich für die Freie Wähler-Gemeinschaft (FWG) wieder für den Stadtrat aufstellen lassen und stand bislang auch auf der FWG-Stadtratsliste. Seine erneute Kandidatur, seine Entsendung als zweiter Stellvertreter in den Rechnungsprüfungsausschuss und das Gemunkel über eine mögliche Kandidatur als Gemündener Bürgermeister hatten zuletzt für viel Unruhe und Kritik gesorgt.

Felbinger gehört seit 2008 dem Stadtrat Gemünden an. Er sagt auf Anfrage, dass er sich "aufgrund beruflicher Weiterbildungsmöglichkeiten", die auf die Dauer nicht mit seiner Stadtratstätigkeit vereinbar seien, da er oft fehlen würde, für den Rückzug entschieden habe. "Ich fahre nicht Montag früh nach München und abends wieder zurück, um pünktlich zur Sitzung da zu sein." Darüber, was ihn beruflich nach München führt, wollte er nicht sprechen.

Kritik am Umgang mit Günther Felbinger

Während sich FWG-Fraktionschef Gerhard Thumes nicht zum Rückzug Felbingers äußern möchte, sagt sein Fraktionskollege Helmut Aulbach, Felbinger habe ihm seine Entscheidung diese Woche per Mail mitgeteilt. Aulbach findet den Umgang der Presse und der anderen Fraktionen im Stadtrat mit dem ehemaligen Abgeordneten aus Langenprozelten nicht in Ordnung, spricht in einem Schreiben an die Redaktion von einer "schmutzigen Kampagne". Die anderen Fraktionen hatten den zur FWG gewechselten Stadtratskollegen (ehemals Freie Wähler) im Oktober wegen seiner Verurteilung unter anderem als zweiten Stellvertreter im Rechnungsprüfungsausschuss zunächst abgelehnt.

"Er tut viel für Gemünden, mehr als viele andere Stadträte", sagt Aulbach über Felbinger, der auch Vorsitzender des Gemündener Stadtmarketing-Vereins ist. Dazu, ob er in Zukunft noch einmal ein politisches Amt anstreben möchte, sagt Felbinger: "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt."

Die FWG, die bislang ihre Kandidatenliste noch nicht voll hat, hält ihre Aufstellungsversammlung für den Stadtrat diesen Freitag um 19 Uhr im Hotel-Gasthof „Zum Koppen“ in Gemünden ab.

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