ARNSTEIN

„Ruhe am Set und Action bitte“

Und Puder: Bei Temperaturen über 30 Grad fließt so mancher Schweißtropfen. Schauspieler Peter Bishop wird für den nächsten Take wieder hergerichtet.
Und Puder: Bei Temperaturen über 30 Grad fließt so mancher Schweißtropfen. Schauspieler Peter Bishop wird für den nächsten Take wieder hergerichtet. Foto: Arnd Lindenau

Wird Arnstein nun auch noch zur Filmmetropole neben Drehorten wie München, Los Angeles oder gar Hollywood? Geben sich in der Werntalgemeinde demnächst Filmstars wie George Clooney oder Til Schweiger die Klinke in die Hand?

Fast – so könnte man meinen, wenn man den Aufwand sieht, den Regisseur Sascha Alexander Renninger für die Dreharbeiten zu seinem neuen Kurzfilm „Fragment 1890“ betreibt. Als Drehort hatte sich der Münchner Regisseur die Stadthalle Arnstein ausgesucht und vier unterschiedliche Szenenbilder mit Kulissenbau und Requisiten in der Stadthalle aufgestellt.

Ganze zwei Wochen dauerte es, bis alle Kulissen aufgebaut waren. Dutzende Scheinwerfer, Kameraschienen und ein wahres Gewirr an Kabeln, Monitoren und Hilfsmitteln mussten in der Stadthalle untergebracht werden. Und all das nur für fünf Tage Dreharbeiten, die ausgerechnet an den bisher heißesten Tagen des Jahres stattfanden und das Team mächtig forderten.

Immer wieder heißt es: „Bitte Ruhe am Set und Action bitte.“ Unhörbar gleitet die schwere Kamera auf ihren Schienen durch den Raum. Kameramann und Assistent sind konzentriert bei der Sache, damit auch die kleinste Kleinigkeit gut in Szene gesetzt wird. Gespannt beobachtet Regisseur Sascha Renninger am Monitor jede Bewegung der Schauspieler. Nach dem Dreh wird analysiert, und die Schauspieler bekommen wieder neue Regieanweisungen. So lange, bis alles passt.

Teil einer Trilogie

Der Kurzfilm „Fragment 1890“, der als Teil einer Trilogie auf der Literatur des amerikanischen Autors H.P. Lovecraft (1890 bis 1937) basiert, spielt als klassischer Grusel- und Horrorfilm im Amerika der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Lovecraft, der bereits im Alter von nur 46 Jahren starb, gilt als einer der weltweit einflussreichsten Autoren im Bereich der fantastischen und anspruchsvollen Horror-Literatur.

In der Filmhandlung, die übrigens in der englischen Originalsprache gedreht wird, erreicht Dr. Barlow, der von Schauspieler Peter Bishop gespielt wird, eine mysteriöse Botschaft: Morgan Derleth, gespielt von Marie Mayer, die junge Insassin seiner psychiatrischen Anstalt, erweist sich als geistiges Medium. Sie übermittelt Dr. Barlow den Hilferuf des Schriftstellers Robert Blake, gespielt von Konstantinos Nireas.

Dieser ist nach einem Drogenexperiment gefangen in einer seltsamen Traumwelt und ständig auf der Flucht vor finsteren Kreaturen, die ihn jagen. Wird Robert Blake dem Alptraum entkommen können? Wird Dr. Barlow ihm zu Hilfe kommen?

Regisseur Sascha Renninger, der in Arnstein aufwuchs und an der Fachhochschule Würzburg sein Diplom in Kommunikationsdesign ablegte, arbeitet als Rechercheur bei der Münchner Filmagentur Framepool und ist bereits seit zwölf Jahren in der Filmindustrie. Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Animations- und Experimentalfilm. Zuvor hatte er bei verschiedenen bekannten Werbefilmen die Produktionsleitung inne.

Renninger betonte im Gespräch mit der Main-Post die gute Arbeitsatmosphäre und die kurzen Wege am Drehort Arnstein. „Wir haben hier auf engstem Raum eine gute Infrastruktur zum Drehen, ein problemloses Catering für die Filmcrew und eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die die Räume zur Verfügung stellte.“

Requisiten aus der Region

Die Kulissen für den Film wurden vom Fränkischen Theater Schloss Maßbach bereitgestellt, und auch viele Schauspieler kommen aus Unterfranken. „Viele der Requisiten und antiken Möbelstücke sind aus Privatbesitz und wurden uns von Bewohnern aus der Region zur Verfügung gestellt. Das ist schon eine wunderbare Hilfe“, so Renninger. „Wenn wir das alles in einem Filmstudio in München drehen wollten, würde unser Budget hinten und vorne nicht reichen.“ Ein Großteil der Szenen wurde bereits in Schnackenwerth bei Werneck gedreht, eine weitere folgt noch in Nürnberg.

Regisseur Sascha Renninger, der auf dem 38. Würzburger Filmwochenende 2012 mit seinem 16-minütigen Kurzfilm, „Shadow of the Unnamable” vertreten war, lieferte mit seiner mehrfach preisgekrönten Arbeit eine der drei bestbesuchten Aufführungen ab. Der Film, der erste Teil der nun mit „Fragment 1890“ fortgesetzten Trilogie, erreichte bei Filmfestivals in Los Angeles und New York bereits beachtliche Erfolge und wird auf Kurzfilmtagen weltweit gespielt.

Mit dem derzeit noch in Planung befindlichen dritten Teil wird man eine fernsehgerechte Länge von knapp 90 Minuten erreicht haben, so dass der Film auch kommerziell vermarktet werden kann. Bis es aber so weit ist, heißt es noch oft „und Action bitte“.

Dreh in der Stadthalle: Regisseur Sascha Renninger (Zeiter von links) bespricht mit Schauspieler Peter Bishop (Zweiter von rechts) nach dem Dreh  die künstlerischen Nuancen des Auftritts.  Als Drehort für seinen neuen Kurzfilm „Fragment 1890“ hatte sich der Münchner Regisseur die Stadthalle Arnstein ausgesucht.
Dreh in der Stadthalle: Regisseur Sascha Renninger (Zeiter von links) bespricht mit Schauspieler Peter Bishop (Zweiter von rechts) nach dem Dreh die künstlerischen Nuancen des Auftritts. Als Drehort für seinen neuen Kurzfilm „Fragment 1890“ hatte sich der Münchner Regisseur die Stadthalle Arnstein ausgesucht. Foto: Arnd Lindenau

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