Hohenroth

SOS-Wohnheim in Hohenroth: Rohbau stand in Rekordzeit

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth feierte das Richtfest des neuen Wohnheims. Erst vor fünf Monaten war der Grundstein gelegt worden.
Die Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth feiern mit Liedern Richtfest.
Die Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth feiern mit Liedern Richtfest. Foto: Michael Mahr

„Schaut her, dieses Haus steht schon fast, fallera“, sangen Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth zur Melodie von „Im Frühtau zu Berge“. Erst vor fünf Monaten war die Grundsteinlegung gefeiert worden für das Gebäude, in dem 24 Wohnplätze und Einrichtungen für die Tagesstruktur entstehen. Trotzdem ist der Rohbau bereits jetzt fertig. „Wir haben’s geschafft, und sogar in etwas kürzerer Zeit als geplant“, freute sich Mario Kölbl, der Leiter der Dorfgemeinschaft.

Mit der Feier wolle man die erste Phase des Projekts würdevoll schließen, sagte er. Er dankte allen die bei Planung, Genehmigung und Bau mitgewirkt hatten, zählte die Firmen namentlich auf, und hob auch die Spender hervor, die helfen, das Projekt zu finanzieren. Das Dach wird in den nächsten Wochen gedeckt, dann beginnt der Innenausbau. Denn dass zum Beispiel Tapeten und die Einrichtung noch fehlen, auch das hatten die Bewohner in einem ihrer Lieder festgehalten.

Richtfest in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth.
Richtfest in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth. Foto: Michael Mahr

Die Baustelle mitten im Dorf anstelle eines früheren Stalles hatte sie das ganze Jahr über beschäftigt. Schon im Fasching war sie das große Thema gewesen. Ein Lied, das damals entstanden war, wurde anlässlich des Richtfests noch einmal gesungen. „Mörtel, Stein und Stahlgerüst, bis das Häuschen fertig ist“, schallte es aus vielen Kehlen über den Platz vor dem neuen Haus, zur Melodie von Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

"Weine nicht wenn der Regen fällt, pack an, pack an"

Die Zeile „Weine nicht wenn der Regen fällt, pack an, pack an“, hatten sich die Arbeiter auf der Baustelle offensichtlich zu Herzen genommen und den Rohbau in Rekordzeit hingestellt. Die Geschwindigkeit, mit der die SOS-Dorfgemeinschaft das Projekt verwirklicht, nötigte auch Claus Kiesel Respekt ab. Er ist bei der Regierung von Unterfranken im Bau- und Planungsbereich für Wohnungswesen zuständig

Vor gerade einmal zwei Jahren hatte Kölbl die Pläne, in Hohenroth 24 Wohnplätze für ältere Bewohner zu schaffen, beim Bezirk Unterfranken erstmals vorgestellt. Dort hat man ihn belächelt, als er seinen Zeitplan vorstellte. „Das schafft ihr nie“, bekam er zu hören. Dass man es dann doch geschafft habe, führte Claus Kiesel auf die gute Vorarbeit zurück. Die Planung, die bei der Regierung eingereicht wurde, habe gleich überzeugt. Es seien praktisch keine größeren Änderungen nötig gewesen. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Kiesel.

Der Neubau in Hohenroth, in dem 24 Wohnplätze mit Tagesstruktur eingerichtet werden.
Der Neubau in Hohenroth, in dem 24 Wohnplätze mit Tagesstruktur eingerichtet werden. Foto: Michael Mahr

Die Tatsache etwa, dass das Gebäude mitten in Hohenroth entsteht, dass kein neues Bauland erschlossen wurde, weil es den abgebrochenen früheren Stall ersetzt, war ein Punkt, der für das Projekt sprach. Mit seinen vier Flügeln, die zwei Höfe teilweise umschließen, bilde es „eine attraktive Hülle“ für die 24 Wohnplätze und füge sich gut ins Dorf ein, stellte er fest.

3,7 Millionen Euro Förderung

Das Projekt war noch wegen eines anderen Gesichtspunkts ehrgeizig, konstatierte Kiesel. Das bayerische Sozialministerium hat im Jahr nur 60 Millionen Euro für solche Projekte zur Verfügung, informierte er. Auf Unterfranken entfallen davon etwa sieben Millionen Euro. 3,7 Millionen bekommt Hohenroth für den Neubau. Es gebe im Bezirk also lediglich zwei Projekte pro Jahr, die gefördert werden könnten.

Insgesamt muss die SOS-Kinderdorf-Organisation für das Projekt in Hohenroth 7,2 Millionen Euro aufbringen. Der Fördersatz liegt eigentlich bei 60 Prozent. Weil in den Gebäude Einrichtungen für die Tagesstruktur nicht nur für die 24 künftig dort lebenden Bewohner geschaffen werden, sondern für alle Dorfbewohner, muss der Träger einen höheren Anteil finanzieren.

Thorsten Einbecker, der Chef der Zimmerer, trägt den Richtspruch vor.
Thorsten Einbecker, der Chef der Zimmerer, trägt den Richtspruch vor. Foto: Michael Mahr

Den traditionellen Richtspruch sprach Thorsten Einbecker, der Chef der Zimmerei Einbecker aus Knetzgau, die den Dachstuhl errichtet hatte. „Holz, Holz, Holz“, lobte er das Material, mit dem zuletzt gearbeitet wurde, ehe er das Glas erhob, trank, und es anschließend zu Boden warf, um mit den Scherben für Glück zu sorgen.

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