Gemünden

SPD gewinnt den Stadtrat Gemünden für die Werntalbahn

Der Gemündener Stadtrat hat einstimmig die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf dem Schienenstrang Gemünden-Schweinfurt befürwortet und erwartet ein Gutachten dazu.
Auch wenn die Werntalbahn, wie von der SPD gewünscht, für den Personenverkehr reaktiviert werden sollte, gäbe es vermutlich keinen Haltepunkt mehr in Wernfeld. Die ehemalige Bahnstation ist abgebaut und heute Privatgelände. Foto: Herbert Hausmann

Wie schon der Kreistag Main-Spessart, so unterstützt auch der Stadtrat Gemünden die alte Forderung der Kreis-SPD, den Personenverkehr auf der sogenannten Werntalbahn, der Strecke Gemünden-Schweinfurt, wieder aufzunehmen und zumindest die größeren Orte wieder mit Haltepunkten anzubinden. Der Beschluss im Stadtrat fiel einstimmig, wobei das Ziel ist, ein Verkehrsgutachten als Diskussionsgrundlage zu erhalten.

Mit der Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Schiene könnten eine Verringerung der Buslinien (zur Vermeidung von Parallelverkehr) und Anforderungen an die Stadt Gemünden, auch finanziell, einhergehen, erläuterte Bürgermeister Jürgen Lippert. Darüber wolle man vor einer endgültigen Entscheidung Aufklärung. Mit der jetzt formulierten Zustimmung zum SPD-Antrag vergebe man sich erst einmal nichts, aber man bringe Bewegung in das Thema. Seit 2011 verfolgt die SPD das Ziel der Wiederinbetriebnahme, seit 2016 steht das Kosten-/Nutzen-Gutachten aus, berichtete Lippert.    

Noch fehlt die Entscheidungsgrundlage

Stellvertretender Bürgermeister Werner Herrbach ergänzte: "Ich kann zustimmen, wie schon im Kreistag." Dort habe man sich sowohl für die Werntalbahn wie auch für den Wiederanschluss des Stadtbahnhofs in Lohr ausgesprochen, eben damit die nötigen Gutachten als Entscheidungsgrundlage erstellt werden. 

Einen Winterfahrplan 1952/52 der Werntalbahn besitzt der Gemündener Jochen Klein.

Stadtrat Bernd Rützel (SPD) hatte eingangs seinen Antrag begründet, den 1976 eingestellten Personenverkehr auf der Strecke wieder aufzunehmen. Sie sei – da für den Güterverkehr in Betrieb – in technisch einwandfreiem Zustand. Sie sei nicht nur eine Verbesserung für die Werntalorte, sondern brächte im Personenverkehr zwischen Gemünden und Schweinfurt den Reisenden eine Zeitersparnis von 30 Minuten. Auch die Fernziele Bamberg und Frankfurt-Flughafen wären besser angebunden. 

Pro Bahnhof eine halbe Million Euro

Auf Nachfrage von Martin Geßner (Ökokreis) schränkte Rützel ein, dass nicht jeder der ehemaligen Haltepunkte wieder aktiviert werden müsste (wofür die Bayerische Eisenbahngesellschaft jeweils mindestens eine halbe Million Euro veranschlagt). In Wernfeld beispielsweise ist der alte Werntal-Bahnhof abgebaut und heute Privatgelände. Indes: "Wenn Wernfeld nicht dabei ist, werden wir nicht gleich tot umfallen." Geßner stellte fest: "Man muss den öffentlichen Personennahverkehr unterstützen als Alternative zum Straßenverkehr." 

Die Werntalbahn verbindet Gemünden über Waigolshausen mit Schweinfurt. Foto: Lindenau

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