Lohr

Sanierung bleibt unter 50 Millionen

Die Kosten für die Generalsanierung des Schul- und Sportzentrums Nägelsee stehen nach Angaben von Geschäftsführer Uli Heck jetzt "ziemlich genau fest". Die Grenze von 50 Millionen Euro wurde nicht gerissen, die Gesamtkosten belaufen sich laut Heck auf 49,53 Millionen Euro.
Die Kosten für die Generalsanierung des Schul- und Sportzentrums Nägelsee stehen nach Angaben von Geschäftsführer Uli Heck jetzt "ziemlich genau fest". Die Grenze von 50 Millionen Euro wurde nicht gerissen, die Gesamtkosten belaufen sich laut Heck auf 49,53 Millionen Euro. Foto: Thomas Josef Möhler

Die Kosten für die mehrjährige Generalsanierung des Nägelsee-Schul- und Sportzentrums stehen nach Angaben von Uli Heck jetzt "ziemlich genau fest". Der Geschäftsführer des Zweckverbands für den Gebäudekomplex hat der Verbandsversammlung aus Stadt- und Kreisräten die Gesamtsumme von 49,53 Millionen Euro aufgeschlüsselt.

Damit blieben die Kosten unter 50 Millionen Euro, die für einen Neubau geschätzt worden waren. Bei der Kostenschätzung von 2011 war die Sanierungsvariante bevorzugt worden, weil sie auf rund 40 Millionen Euro beziffert wurde.

Bislang bezahlt worden sind nach Darstellung des Geschäftsführers für den Schulbereich 35,9 Millionen Euro und für den Sportteil 13,3 Millionen Euro. Allerdings stünden noch Schlussrechnungen aus. Nach Hecks Worten muss er manchen Firmen "wirklich auf die Füße treten", damit sie ihre Schlussrechnungen stellten.

Im Schulbereich nannte Heck offene Schlussrechnungen in Höhe von 205 000 Euro und offene Honorare von 80 000 Euro, so dass die Generalsanierung dieses Gebäudeteils auf insgesamt 36,22 Millionen Euro komme. Im Sportbereich gebe es nur noch offene Rechnungen von 7000 Euro.

15 Millionen Förderung

Vom Staat habe der Zweckverband über das Finanzausgleichsgesetz (FAG) 12,1 Millionen Euro Förderung bekommen und über das Programm für energieoptimiertes Bauen 3,1 Millionen Euro, die noch nicht ganz ausbezahlt worden seien. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) habe 100 000 Euro beigesteuert.

10 000 Euro habe der Zweckverband als Fraunhofer-Preis bekommen. 1,21 Millionen Euro habe das Finanzamt als Umsatzsteuer-Rückvergütung wieder herausgerückt. Denn der Sportbereich, für dessen außerschulische Nutzung Mieten und Eintrittsgelder verlangt würden, sei ein "Betrieb gewerblicher Art".

Somit blieben rund 33 Millionen Euro übrig, die vom Kreis (58,8 Prozent = 19,4 Millionen Euro) und der Stadt Lohr (41,2 Prozent = 13,6 Millionen Euro) bezahlt werden müssten. Die Summen seien bereits ein bisschen kleiner geworden, weil die Rückzahlung am 1. Juli 2018 begonnen habe. Erleichtert werde die Rückzahlung, weil die KfW-Bank von einem zinslosen Darlehen über zehn Millionen Euro wegen der innovativen Sanierung nur 8,25 Millionen Euro zurückhaben wolle.

Heck machte keinen Hehl daraus, dass die Verbandssatzung dringend überarbeitet werden muss, weil die Prozentzahlen uralt sind und nicht mehr der tatsächliche Belegung des Zentrums entsprechen. "Da muss alles auf die Tagesordnung, Turnhalle, Kleinschwimmhalle und der Außensportbereich", sagte der Geschäftsführer.

Die TU Dresden habe ein Programm geliefert, das alle Räume des Schulbereichs aufliste. Somit sei eine "realistische und nachvollziehbare" Raumaufteilung zwischen Gymnasium (Kreis) und Mittelschule (Stadt) möglich.

Bemerkbar macht sich die Sanierung beim Gasverbrauch. Laut Heck wurden für das Schul- und Sportzentrum vorher jährlich über fünf Millionen Kilowattstunden Gas für über 300 000 Euro benötigt. 2019 seien es nur noch 1,44 Millionen Kilowattstunden für 82 000 Euro gewesen. Der heutige Jahresverbrauch entspreche dem früheren Monatsverbrauch im Winter.

Trotz Eigenstrom mehr Kosten

Beim Stromverbrauch, nach dem sich Ruth Emrich (SPD) erkundigte, ist nach Hecks Angaben der Vergleich nicht so einfach. Denn mittlerweile leiste eine Photovoltaikanlage im Winter einen Beitrat zum Eigenverbrauch, im Sommer werde überschüssiger Strom ins Netz eingespeist. Im vergangenen Jahr seien 351 000 Kilowattstunden Strom erzeugt worden.

Auf Nachhaken von Brigitte Riedmann (Freie Wähler) räumte Heck ein, die Stromkosten seien wegen der vielen verbauten technischen Anlagen nach oben gegangen. Vor der Sanierung habe der Zweckverband 2010 rund 159 000 Euro für Strom bezahlt, im vergangenen Jahr seien es trotz Eigenerzeugung 231 000 Euro gewesen.

Ferner billigte die Verbandsversammlung einstimmig ein eiliges Dienstgeschäft des Zweckverbandsvorsitzenden, Landrat Thomas Schiebel. Dieser hatte den Auftrag für die Installation eines BOS-Funks im Gebäudekomplex für circa 169 000 Euro an die Firma Schnoor Industrieelektronik in Büdelsdorf vergeben.  Der BOS-Funk ist ein nichtöffentlicher mobiler UKW-Landfunkdienst, der beispielsweise von der Feuerwehr bei Einsätzen verwendet werden kann, um Funklöchern zu entgehen.

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