MÜHLBACH

Sarkastisch, fantasievoll, verspielt

Inspiriert von den Märchen aus 1001 Nacht: Die Burg-Lichtspiele Karlstadt-Mühlbach zeigen am Sonntag, 29. April, um 11.15 Uhr und am Mittwoch, 2. Mai, um 20 Uhr den Film „Huhn mit Pflaumen“.
Inspiriert von den Märchen aus 1001 Nacht: Die Burg-Lichtspiele Karlstadt-Mühlbach zeigen am Sonntag, 29. April, um 11.15 Uhr und am Mittwoch, 2. Mai, um 20 Uhr den Film „Huhn mit Pflaumen“. Foto: FILMAUSLESE

Die Burg-Lichtspiele Karlstadt-Mühlbach zeigen am Sonntag, 29. April, um 11.15 Uhr und am Mittwoch, 2. Mai, um 20 Uhr den Film „Huhn mit Pflaumen“.

2007 begeisterten die in Paris lebende Iranerin Marjane Satrapi und ihr Regiekollege Vincent Paronnaud weltweit mit dem Animationsfilm „Persepolis“. Vier Jahre später lässt das Regieduo mit „Huhn mit Pflaumen“ die melodramatische Live-Action-Verfilmung eines weiteren Comic-Romans folgen, ein verspieltes orientalisches Märchen voller Humor und Poesie, das den zweiten Teil von Satrapis geplanter Trilogie über das Leben ihrer Familie im Teheran des 20. Jahrhunderts bildet und das bei seiner Premiere anlässlich der 68. Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit Standing Ovations bedacht wurde.

Die Filmhandlung versetzt uns zurück in das Teheran des Jahres 1958: Beim heftigen Streit zwischen dem begnadeten Geiger Nasser-Ali und seiner von ihm vernachlässigten Frau geht Nasser-Alis wertvolle Violine zu Bruch, ein Moment, in dem auch seine Seele in tausend Stücke zerspringt.

Seine Violine bedeutete ihm das Leben: Wenn er sie zum Klingen brachte, war er stets seiner großen, aber unerfüllten Liebe Irâne ganz nah. Nichts kann ihn nun trösten, und nicht einmal mehr mit seiner Leibspeise Huhn mit Pflaumen ist er davon abzubringen, im Bett auf seinen Tod zu warten. Noch einmal blickt Nasser Ali auf die entscheidenden Abschnitte seines Lebens zurück. In spielerischem Gestus erzählt der Film von einer großen Liebe, die keine Erfüllung findet, aber durch die Kunst lebendig bleibt und Einzug in die Herzen anderer Menschen hält. Der Film begeistert vor allem durch seine Erzählstruktur, die deutlich von den traditionellen Märchen aus 1001 Nacht inspiriert ist und dabei gekonnt verschiedene Stilformen zu einem Bilderreigen voll träumerischer Schönheit vermischt, in dem sich kafkaesk-surreale Traumszenarien und verspielte Trickfilm-Elemente mit zarter Melancholie verbinden und neben mildem Sarkasmus hintergründiger Humor und eine burleske Fantasie zauberhafte Blüten treiben.

Der Film ist freigegeben ab zwölf Jahre.

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