Lohr

Schadet oder nützt der Biber Fischen? Streit im Spessart geht weiter

Schadet oder nützt der Biber der Artenvielfalt an den Gewässern, an und in denen er lebt? Bei dieser Frage haben die Hegefischereigenossenschaft der Lohr und der Bund Naturschutz (BN) unterschiedliche Meinungen.

Die Genossenschaft hatte bei einem Besuch des Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel an Aubach und Lohrbach davon gesprochen, dass der Biber durch seine Dammbauten die Bedingungen für bestimmte Fischarten dramatisch verschlechtere. Der BN sprach in einer Stellungnahme davon, dass der Biber durch Dammbauten neue Lebensräume schaffe und die Artenvielfalt erhöhe.

Die Darstellung des BN, schreibt nun Karl Scherer von der Hegefischereigenossenschaft, gelte nur für begradigte, naturferne und biologisch verarmte Bäche oder Flüsse. Die vom Biber ausgehenden Vorteile gebe es nicht für Arten wie Forellen und Äschen.

Die Mittel- und Oberläufe der Lohr, des Aubaches und des Lohrbaches liegen im Naturschutzgebiet, in dem die naturnahen Bachläufe zu bewahren und vor nachteiligen Veränderungen zu schützen seien, so Scherer. Der Biber jedoch habe mit Dutzenden Dämmen bewirkt, dass mancherorts die Bäche in »überschwemmte, durchnässte und verwilderte, nicht mehr begehbare Landschaften« verwandelt sind.

Dort lebten keine Fische mehr, so Scherer. Lebensräume für die Fluschperlmuschel seien so verschwunden. Auch die obere Hafenlohr werde immer stärker durch Biber besiedelt und sei »vielleicht auch dem Untergang geweiht«.

Scherer spricht davon, dass der Biberexperte Karl Andreas Nitsche, Professor für Aquatische Systembiologie der TU München, diese Ansicht teile. Es müsse »alles dafür getan werden, dass die Biber nicht auch noch die Mittel- und Unterläufe der Bäche als Salmonidengewässer zerstören«.

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