Karlstadt

Scheiner: Zahlen belegen, dass B26n dem Landkreis nicht nutzt

Die Vorstellung der neuen Verkehrsprognosen 2035 durch das Staatliche Bauamt in der Kreistagssitzung am Freitag, 19. Juli, stützt nach Meinung des BN-Kreisvorsitzenden Erwin Scheiner die Thesen der Gegner dieser aus seiner Sicht unsinnigen Trasse durch unseren Landkreis. Die Zahlen belegten eine deutliche Zunahme der Fahrzeuge in den Landkreis.Scheiner: "Deshalb ein klares Nein zu diesem Projekt B26n und der damit einhergehenden Naturzerstörung."

Bei Realisierung des Bauabschnittes bis zur MSP 6 seien 2000 Fahrzeuge mehr im Werntal sowie 400 Fahrzeuge mehr im Bachgrund zu erwarten. Werde bis Karlstadt gebaut, werde das Werntal um 2100 und der Bachgrund um 2200 Kfz entlastet. Das ist laut Scheiner fast der Stand wie vor der Realisierung. Dafür kämen in Karlstadt 10 900 Fahrzeuge auf der B26n zusätzlich an. Scheiner: "Aber nur 5600 Fahrzeuge fließen ab. Wo ist das schwarze Loch, in dem der restliche Verkehr abtaucht?"

Bei einem Ausbau bis zur A3 bei Helmstadt werden 17 200 Kfz auf dieser B26n prognostiziert und 16 000 Kfz, die zur A3 abfließen. "Hier ist doch deutlich erkennbar, dass dies keine Nutzung für den Landkreis ist, sondern das Verbinden zweier Autobahnen zum Transit durch unseren Landkreis", schreibt Scheiner. Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz erinnert an Aussagen des Bauamtes, wonach eine Verbindung zwischen zwei Autobahnen eine Kapazität von 40 000 Kfz aufnehmen müsse. Er befürchtet, dass erst eine Bundesstraße realisiert und dann der Bedarf für einen weiteren Ausbau festgestellt werde und schließlich eine Erweiterung autobahnähnlich auf vier Streifen folge.

Verkehr sucht sich den kürzesten Weg

Scheiner: "Der Verkehr wird sich dank Navi den kürzesten Weg durch den Landkreis suchen – Richtung Frankfurt über Wiesenfeld nach Lohr und weiter durch den Spessart. Oder die Jenigen, die Richtung Stuttgart wollen, über die fränkische Platte durch die engen unterfränkischen Ortschaften.
Dies hat nichts mit Angst schüren zu tun, sondern ist trauriger Realismus. Diese Realität nennt der Abgeordnete Alexander Hofmann Ängste schüren mit AFD-Rhetorik in der Sitzung zu Gerhard Kraft (Grüne). Dieses Verhalten ist unerträglich und nicht zu entschuldigen."

Scheiner fordert eine radikale Änderung der Verkehrspolitik und wirft die Frage auf, wie die Pariser Klimaziele eingehalten werden sollen, wenn weiter alles zubetoniert und fruchtbarer Boden vernichtet werde.

Scheiner: " Der Versuche die notwendige Ortumfahrung Arnstein mit Bundesmittel statt mit Landes- bzw. Kreismitteln zu finanzieren führt dann zu solch unsinnigen Projekt wie diese B26n.
Wir haben hier in MSP ein gut erschlossenes Straßennetz das es gilt zu ertüchtigen und zu erhalten, was ja wie man sieht schon nicht immer gelingt. Und autobahnfern ist der Landkreis auch nicht. In 20 bis 30 Minuten ist man auf der A3 bzw. A7."

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