Main-Spessart

Schneechaos in MSP: Umgestürzte Bäume, quer stehende Lastwagen

Die Einsatzkräfte hatten am Donnerstagabend im Landkreis alle Hände voll zu tun. Straße wurden freigeräumt oder gesperrt. Buche traf gleich zwei Autos gleichzeitig.
Bei Lohr stürzte eine Buche auf zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand, doch es entstand ein Schaden von insgesamt rund 80 000 Euro. 
Bei Lohr stürzte eine Buche auf zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand, doch es entstand ein Schaden von insgesamt rund 80 000 Euro.  Foto: Feuerwehr Lohr

Zu 56 Einsätzen, die allesamt mit dem reichlichen Schneefall zu tun hatten, rückten die Feuerwehren im Landkreis Main-Spessart am Donnerstagabend aus. Bei einem Großteil ging es um Äste, die unter der Schneelast gebrochen und auf Straßen gefallen waren, berichtet Kreisbrandrat Peter Schmidt. Aber auch ganze Bäume wurden entwurzelt, vor allem im Gebiet um Schollbrunn und Hasloch. Busse und Lastwagen kamen nicht mehr weiter. Im Karlstadter Feuerwehrhaus war die Kreiseinsatzzentrale eingerichtet worden – wie schon kürzlich beim Sturmtief "Sabine".

"Bei einem Unfall hatten die beiden Betroffenen ziemliches Glück", teilt die Lohrer Polizei mit. Gegen 20.30 Uhr stürzte eine Buche auf die Fahrbahn und traf zwei Autos, die von Lohr in Richtung Rechtenbach unterwegs waren. An den beiden Personenwagen entstand ein Schaden von insgesamt etwa 80 000 Euro. Die Feuerwehr befreite die stark demolierten und nicht mehr fahrfähigen Autos. Ansonsten hatte die Lohrer Polizei mit drei kleinere Unfällen zu tun.

Mit Eifer und viel Kraft räumte Hannes mit seinem Traktor am Freitagmorgen in Waldzell vor seinem Kindergartenbesuch noch die Terrasse vom vielen Schnee.
Mit Eifer und viel Kraft räumte Hannes mit seinem Traktor am Freitagmorgen in Waldzell vor seinem Kindergartenbesuch noch die Terrasse vom vielen Schnee. Foto: Johannes Ritter

Am meisten Probleme verursachte der Schneefall im Gebiet von Marktheidenfeld. Die Polizei berichtet von einem BMW, der aus Richtung Straßlücke kam und um 18.20 Uhr bei Bischbrunn auf schneeglatter Fahrbahn in den linken Straßengraben schleuderte. Dort überschlug sich das Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer und die Beifahrerin kamen leicht verletzt in eine Klinik. Das Auto musste abgeschleppt werden.

Chaos auf der Autobahn 

Auf der A3 in Richtung Frankfurt kam es ab Donnerstagnachmittag bis in die Nacht hinein zu massiven Verkehrsbehinderungen. An den Steigungsstrecken im Spessart hatten sich mehrere Lastwagen festgefahren und zum Teil quergestellt und brachten so den Verkehr auf der Autobahn vollständig zum Erliegen. Mit Hilfe von Räum- und Rettungsfahrzeugen wurden sie freigeschleppt. Es bildete sich ein mehrere Kilometer langer Rückstau bis über die Anschlussstelle Marktheidenfeld hinaus. Die üblichen Umfahrungsstrecken waren in kurzer Zeit ebenfalls überlastet. Dort hingen weitere Lkw fest. Gegen 1 Uhr konnte der Verkehr wieder fließen. Die Autobahnmeisterei war mit einem Großaufgebot von Räumfahrzeugen im Einsatz. Ebenso waren das THW und die örtlichen Feuerwehren mit großen Aufgeboten vor Ort.

Unter der Schneelast umgefallene Bäume waren der Hauptgrund für viele Einsätze der Feuerwehr, wie hier in der Nähe von Marktheidenfeld.
Unter der Schneelast umgefallene Bäume waren der Hauptgrund für viele Einsätze der Feuerwehr, wie hier in der Nähe von Marktheidenfeld. Foto: Benedict Rottmann

Die Marktheidenfeld Polizei listet auf: Um 18.30 Uhr muss auf der B 8 in Altfeld ein BMW-Fahrer an der roten Ampel auf Höhe der Tankstelle anhalten. Ein folgender Peugeot rutscht beim Bremsen auf der schneeglatten Fahrbahn auf den BMW. Keine Verletzte, Gesamtschaden 2000 Euro.

Um 19 Uhr rutscht in der Birkenfelder Scheidengasse ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug gegen eine Hauswand und eine Straßenlaterne. Niemand verletzt. Gesamtschaden 7000 Euro.

Um 18.26 Uhr bleibt in Kreuzwertheim eine Autofahrerin Richtung Altfeld auf der Fahrbahn liegen, der folgende Audi will links vorbei und rutscht in die Leitplanke. Zwei entgegenkommende Autos rutschen beide in den Audi an der Leitplanke. Niemand verletzt. Gesamtschaden 3000 Euro.

Der Schneefall sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze.
Der Schneefall sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Foto: Benedict Rottmann

Um 19.47 Uhr rutscht bei Marktheidenfeld auf der MSP 31 ein Lastwagen mitsamt Anhänger an einer schneebedeckten Steigung in den Graben und kann nicht mehr weiterfahren. Fahrer unverletzt. Kein Schaden.

Um 19.50 Uhr rutscht in Homburg, Am Wolpenberg, ein Autofahrer auf schneeglatter Fahrbahn in eine Straßenlaterne. Niemand verletzt. Gesamtschaden 250 Euro.

Um 19.50 Uhr rutscht in Marktheidenfeld, Würzburger Straße, ein Mitsubishi-Fahrer auf leicht abschüssiger Fahrbahn in den rechten Graben. Niemand verletzt. Schaden 2500 Euro.

Bäume auf den Fahrbahnen

Aufgrund mehrerer umgestürzter Bäume war die Verbindungsstraße zwischen Urspringen und Billingshausen sowie die MSP 26 bei Hafenlohr (Hafenlohrtal) für den Verkehr gesperrt. Am Freitag nach 10 Uhr meldete das Landratsamt, dass die Straße wieder offen ist.

Die Kinder hatten ihren Spaß am Schnee, und sei es mit dem  Rasenmäher.
Die Kinder hatten ihren Spaß am Schnee, und sei es mit dem  Rasenmäher. Foto: Jennifer Weidle

Kurzzeitig wegen umgestürzter Bäume oder abgebrochener Äste gesperrt waren die Straße zwischen Stadelhofen und Mühlbach und die MSP 11 bei Harrbach. Am "Remmetle" zwischen Karlburg und Wiesenfeld blieben vier Busse "hängen". Sie mussten auf den Räumdienst warten. Das Landratsamt gab am Abend die Meldung heraus, dass die Busse auf den Linien Marktheidenfeld-Würzburg, Marktheidenfeld-Karlstadt, Lohr-Rechtenbach und Lohr– Ruppertshütten nicht fahren können.

Alle Ereignisse im Landkreis aufzulisten wäre zu umfangreich. Kleinere Bäume waren beispielsweise auf der Straße Michelau-Weickersgrüben und zwischen Gräfendorf und Dittlofsroda zu beseitigen, berichtet der Gräfendorfer Bürgermeister Alfred Frank. Die Straße nach Dittlofsroda wurde sogar die ganze Nacht gesperrt.  

Die Einsatzzentralen der vier Feuerwehr-Inspektionsbereiche in Main-Spessart wurden besetzt. In Karlstadt wurde die Kreiseinsatzzentrale eingerichtet. Sie war mit 15 Mann besetzt. Vier übernahmen den Telefondienst, weitere vier den Funk. Die Erstalarmierung übernimmt jeweils die Leitstelle in Würzburg, berichtet Kreisbrandrat Schmidt. Die weitere Koordination geschieht dann von der Kreiseinsatzzentrale aus. 

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