LOHR

Schneewittchen aus weißem Beton

Bettina Seitz bei der Arbeit am Parkbankschneewittchen. Foto: Seitz

Während die Aufstellung des Kunstpreis-Schneewittchens noch auf sich warten lässt, wird am kommenden Sonntag, 21. Juni, um 16 Uhr in der städtischen Anlage ein anderes Schneewittchen enthüllt: das „Schneewittchen auf der Parkbank“. Geschaffen hat es im Auftrag des Arbeitskreises „Schneewittchen“, bestehend aus Vertretern des Verkehrsvereins, der Werbegemeinschaft, der Lebenshilfe und der Stadt Lohr, die aus Lohr stammende und in Irland lebende Bildhauerin Bettina Seitz.

In einem Pressegespräch am Montag erinnerte Arbeitskreis-Vorsitzende Katja Bundschuh daran, dass sich der Arbeitskreis im April 2014 spontan gegründet habe, nachdem es in einer Versammlung des Verkehrsvereins geheißen habe, in der Schneewittchenstadt Lohr sei von Schneewittchen zu wenig zu sehen. Dem Arbeitskreis gehe es darum, Schneewittchen sowohl für Einheimische als auch für Gäste mehr erlebbar zu machen. Man habe sich schnell darauf verständigt, dass der bereits mit Hilfe der Lebenshilfe am Hotel Franziskushöhe entstandene Schneewittchen-Pfad in der Stadt fortgeführt werden solle.

Dafür stehen dem Arbeitskreis 16 000 Euro zur Verfügung; 11 000 steuert die Stadt bei, je 2500 der Verkehrsverein und die Werbegemeinschaft. Von diesem Geld werden laut Bundschuh das Parkbankschneewittchen sowie sieben Spielpunkte zum Thema Schneewittchen finanziert. Drei dieser Spielpunkte sollen ihren Worten nach ebenfalls am Sonntag vorgestellt werden (Spiegel an der Kellereischeune, eine Schneewittchen-Puzzle-Stele als Modell sowie ein noch geheimer Spielpunkt). Weitere vier Spielpunkte sollen im Frühjahr 2016 umgesetzt werden.

An allen sieben Spielpunkten sollen dann nach Bundschuhs Worten rote Zipfelmützenkästen angebracht werden, die aufgeklappt werden können und Frage-und-Antwort-Spiele (Stadtrallye) für Kinder und Erwachsene enthalten. Mit dem aus mittlerweile 13 Spielpunkten bestehenden Schneewittchenpfad an der Franziskushöhe sowie der Vermarktung des Schneewittchenthemas im Hotelbetrieb habe man „sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtete Hotel-Direktorin Konstanze Schmidt. Margitta Gottschalk freute sich darauf, dass man den Leuten auch bald in der Lohrer Innenstadt sagen könne: „Da hinten sitzt sie.“ Die Nachfrage nach Schneewittchen sei „ganz arg“, so ihre Erfahrung.

Deshalb also das „Schneewittchen auf der Parkbank“. Laut Bundschuh hat sich der Arbeitskreis zunächst einmal die Arbeiten verschiedener Künstler aus der Region angeschaut. Nach Betrachtung einer von Bettina Seitz gefertigten Kinderbüste habe schnell festgestanden, dass die in Irland lebende Lohrerin das Parkbankschneewittchen fertigen soll. Mit ausschlaggebend sei auch der gute Preis gewesen, den die Künstlerin dem Arbeitskreis gemacht habe, sagte Touristinfoleiterin Barbara Herrmann.

Laut Bundschuh handelt es sich bei dem Parkbankschneewittchen um eine Figur aus weißem Beton, die Seitz zusammen mit einer Assistentin innerhalb von zwei Monaten schichtweise über einem Skelett aus Edelstahl modelliert habe. Die Vorarbeiten mit Gestaltung mehrerer Modelle hätten einige Wochen zusätzlich in Anspruch genommen. Das Gewicht des Parkbankschneewittchens liege zwischen 200 und 250 Kilogramm. Aktuell werde die Figur, gut verpackt, mit dem Lkw von Irland nach Lohr transportiert. Zum Wochenende solle sie im städtischen Bauhof eintreffen.

Zwar ist die Enthüllung des Parkbankschneewittchens mit Vorstellung dreier Spielpunkte am Sonntag das Highlight, aber noch lange nicht alles, was bei dem kleinen Stadtfest ab 16 Uhr geboten sein wird. So ist ein bunter Nachmittag mit Musik der Sing- und Musikschule, Wein- und Sektbar, Eisbar und Kutschfahrten angekündigt. Außerdem soll jedes als Zwerg verkleidete Kind ein Schneewittcheneis gratis bekommen und bei der Enthüllung des Parkbankschneewittchens helfen dürfen.

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