RIENECK

Schnelles Datennetz auch für Rieneck

Bürgermeister Wolfgang Küber und der Stadtrat möchten für ihre Kommune die Vorteile der schnellen Datenautobahn nutzen und mit einer Breitbandversorgung die Zukunft der Stadt sichern. In der jüngsten Zusammenkunft referierten der Leiter des Vermessungsamtes Lohr, Erhard Glaab, sowie Günter Lieb vom Bayerischen Breitbandzentrum über den Bedarf, das Konzept der Umsetzung, Förderprogramme und Eigenbeteiligung.

Sein Haus sei seit 2014 auch für die Breitbandversorgung zuständig, sagte Glaab. Seiner Einschätzung nach steigt die Nachfrage nach schnellem Internet stetig, da immer mehr internetfähige Geräte auf den Markt kommen. Natürlich koste eine solche Investition Geld, das die Kommunen nicht hätten. Deshalb habe der Freistaat Bayern mit dem Breitbandausbau das größte Förderprogramm Europas aufgelegt, das bis zum 30. September 2018 befristet sei, betonte Glaab.

Zuerst müssen der Ist-Zustand und der Bedarf ermittelt werden, die Deutsche Telekom spreche derzeit von einer Bandbreite von 16 Mbit/s. Dieser Wert werde aber keinesfalls im ganzen Stadtbereich erreicht werden. Zurzeit bestehe in Rieneck keine Möglichkeit, über eine Bandbreite von 50 Mbit/s zu verfügen. Glaab riet zum Zusammenschluss mit Gemünden, man könne an Schaippach und Hohenroth anschließen.

„Der Stadtrat muss sich entscheiden, in welche Richtung die Zukunftsperspektive gehen soll und ein Ziel entwickeln“, erklärte Glaab. Dann gelte es, die Kosten zu analysieren und die Frage zu stellen: „Was können wir uns leisten?“ Eine Umsetzung mit Glasfaserkabel sei zwar am teuersten, aber damit seien unbegrenzte Bandbreiten transportierbar. Vorhandene Leerrohre könnten genutzt werden. Die Aufwendungen der Stadt würden gefördert, um die Wirtschaftlichkeitslücke von 60 bis 80 Prozent zu schließen. Das aktuelle Förderprogramm soll nochmals aufgestockt und das Antragsverfahren vereinfacht werden. Die EU-Genehmigung wird in rund drei Wochen erwartet und die Förderhöchstbeträge liegen zwischen 500 000 Euro und einer Million Euro.

Vermessungsdirektor Glaab empfahl, umgehend anzufangen und zur technischen Unterstützung ein Beratungsbüro zu beauftragen. Lieb meinte, das Konzept solle mittelfristig für ein größtmögliches Gemeindegebiet erstellt werden. Abschließend fasste Glaab die Bedeutung des schnellen Internets zusammen: Entscheidung über die Wahl des Wohnorts, preisbildendes Merkmal für Baugrund, Möglichkeit der Heimarbeit/Telearbeit, gestiegene Lebensqualität, verbesserte Infrastruktur.

Die Anfrage, warum ein Anschluss an Gemünden und Schaippach favorisiert wird, beantwortete Lieb mit geografischen Gründen. Während Zweiter Bürgermeister Hubert Nickel die Dauer der Arbeiten mit 18 Monaten eingrenzte, empfahl Armin Walter den sofortigen Start. Ohne lange Diskussion beschloss der Stadtrat einstimmig, die Breitbandversorgung Rienecks bis zu einer Bandbreite von 50 Mbit/s gemäß dem Bayerischen Förderprogramm anzugehen.

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