Rechtenbach

Schülerbeförderung in Lohr: Kopfschütteln über Vorschlag

Das Landratsamt Main-Spessart unterbreitet Vorschläge die zu einer Entspannung bei der Schülerbeförderung führen könnten. Der Rechtenbacher Gemeinderat sieht offene Fragen. Foto: Jochen Kümmel

Der neue Fahrplan des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) sorgte Anfang November bei Eltern und Gemeinderat in der Spessartgemeinde Rechtenbach für kräftigen Zündstoff. Stehende Kinder in überfüllten Bussen und eine geänderte Anfahrt bewegten die Gemüter, weil in Summe ein Bus weniger auf der Linie 654 eingesetzt wird.

Nach 14 Wochen hat nun das Landratsamt Main-Spessart den Sachverhalt geprüft und Vorschläge unterbreitet, die zu einer Entspannung bei der Schülerbeförderung führen könnten. Diese Maßnahmen stellte Bürgermeister Klaus Bartel bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus vor.

Grundlage für die Beurteilung der Situation stellt eine zweiwöchige Zählung der Fahrgäste dar. "Betrachtet man diese drei Fahrzeuge, fällt auf, dass zwei noch Sitzplatzkapazitäten haben, lediglich in einem Bus Stehplätze belegt werden", schreibt Nahverkehrsbeauftragte Monika Mützel in ihrer Mail an Bürgermeister Bartel.

Effektivität als Beweggrund

Es gehe um den effektiven Einsatz der vorgesehenen Busse, weist Mützel auf die Beweggründe der geänderten Fahrpläne hin. "Die beiden Busse müssen besser ausgelastet werden, da der Bus aus Rothenbuch freie Sitzplätze hat", schreibt Mützel weiter. Dieser Bus ist laut Landratsamt für Schüler mit dem Ziel Bahnhof und Nägelseeschulzentrum gedacht.

Als finale Lösung werden die Verbesserungsvorschläge der Kreisbehörde jedoch von den Rechtenbacher Gemeinderäten nicht angesehen. Bürgermeister Bartel fragt sich, ob dieser Bus, wie im Fahrplan vermerkt, derzeit auch das Parkdeck anfährt. Dann könnten auch Realschüler diesen Bus nutzen. Der überfüllte Bus aus Neuhütten solle weniger Schüler mitnehmen und die Realschüler könnten in den Grundschulbus ausweichen.

Um den Unterrichtsbeginn um 7.50 Uhr zu schaffen, schlägt die Verkehrsbeauftragte in Lohr einen geänderten Fahrtweg vor. Die Kinder könnten um 7.45 Uhr an der Grundschule aussteigen. "Wie soll der das schaffen, wenn der erst um 7.40 Uhr hier losfährt, der muss ja fliegen", schüttelte Gemeinderat Peter Vater den Kopf.

"Sehr bedenklich": 73 Schüler in einem Bus

Bartel bestätigte, dass bei seinen letzten Einsätzen als Schulweghelfer der Bus erst um 7.40 Uhr an der Kirche eintraf. Außerdem findet Rathaus-Chef Bartel 73 Schüler, die zu Spitzenzeiten im aus Neuhütten kommenden Bus befördert werden, »sehr bedenklich, wenn man betrachtet, dass jeder noch eine Büchertasche dabei hat«.

"Wieso fährt der Grundschulbus nicht um 7.30 Uhr", fragte Peter Vater. Einen früheren Start des Grundschulbusses sah auch Gemeinderat Horst Karl als einen möglichen Lösungsansatz.

Nach Meinung von Bartel ist die Lösung wie vor der Fahrplanänderung anzustreben. "Bei einer Auslastung von 59 bis 73 Schulkindern ist ein weiterer Bus keine Komfortlösung, sondern im Sinne der Sicherheit unserer Schulkinder", zitiert Bartel aus der Antwortmail an das Landratsamt. Schwierig findet es Bartel zu sagen, wer mit welchem Bus fahren soll, damit keiner mehr stehen soll.

Wie das Landratsamt eine bessere Verteilung der Schüler in der Praxis gewährleisten will oder wie der Bus innerhalb von fünf Minuten die circa acht Kilometer lange Strecke zurücklegen soll, wollte Pressesprecher Holger Steiger am Dienstag im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen mit der Gemeinde nicht kommentieren.

Fahrgast-Zählungen
Zählungen führte das Landratsamt in den ersten zwei Wochen im Januar in allen drei Bussen, die zur Schülerbeförderung eingesetzt werden, durch. Der Bus 1 aus Rothenbuch kommend war in der ersten Woche mit 13 bis 15 Personen besetzt. An den drei Haltestellen in Rechtenbach stiegen nochmals 11 bis 13 Personen ein, so dass sich an den vier gezählten Tagen eine maximale Belegung von 26 Personen ergab. Der Bus 2 aus Neuhütten traf bereits mit 33 bis 35 Personen ein und setzte nach dem Zustieg von 16 bis 30 Personen seine Fahrt in Summe mit 49 bis 63 Personen fort. Ausgestattet sind die eingesetzten Niederflur-Überlandbusse mit 45 Sitzplätzen, vier Klappsitzen und 35 Stehplätzen. Der dritte Bus fuhr mit 27 Personen zur Grundschule. In der zweiten Zählwoche zeigte sich mit 59 bis 73 Personen eine deutlich höhere Belegung des Busses, der aus Neuhütten kommt.

Schlagworte

  • Rechtenbach
  • Jochen Kümmel
  • Fahrpläne
  • Fahrzeuge und Verkehrsmittel
  • Grundschulen
  • Kinder und Jugendliche
  • Klaus Bartel
  • Omnibusse
  • Realschüler
  • Schulkinder
  • Schülerinnen und Schüler
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Öffentlicher Nahverkehr
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
3 3
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!