Karlstadt

Schulsportanlage: millionenschwere Sanierung erforderlich

Bis zum Schuljahr 2020/21 will der Landkreis Main-Spessart die Freisportanlage beim Karlstadter Gymnasium für 2,2 Millionen Euro sanieren. Schon auf dieser Übersichtsaufnahme werden Schäden an der Laufbahn deutlich: An den schwarzen Stellen ist von der roten Nutzungsschicht nicht... Foto: Jürgen Kamm

Über 40 Jahre nach der Fertigstellung macht sich der Landkreis Main-Spessart daran, das Freisportgelände am Karlstadter Gymnasium zu sanieren. Das vom Bau- und Schulausschuss für die Generalsanierung beauftragte Planungsbüro geht von über 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten aus, die Planung kostet alleine rund 215 000 Euro. Allerdings sind auch Zuschüsse im Bereich von 600 000 Euro zu erwarten.

Im Ausschuss erklärten Joachim Kaiser und Veit Böllner vom Planungsbüro mit einer Präsentation, was alles saniert werden muss und welche baulichen Verbesserungen es darüber hinaus geben soll. Einige Kreisräte erschraken ob der Bilder, die Verbundpflaster oder eine Kugelstoßanlage zeigten, aus der Pflanzen wuchsen. Auf Nachfrage verneinten die Fachleute aber, dass die Anlage schlecht gepflegt worden sei, es handle sich fast ausschließlich um den Verschleiß der vergangenen Jahrzehnte.

Dämpfungsschicht wird Aufgabe nicht mehr gerecht

Besonders deutlich wird das etwa auf der ovalen Laufbahn und den beiden Multifunktionsplätzen in Richtung Sporthalle. Ursprünglich waren sie einmal durchgehend rot, doch die dünne Deckschicht ist stellenweise verwittert oder abgenutzt, so dass die darunter liegende schwarze Dämpfungsschicht  sichtbar wird. Dämpfen tut diese aber schon lange nicht mehr, und selbst die eigentliche Tragschicht  enthält nicht mehr genug Bitumen. Letztlich muss bei der Sanierung alles bis auf die unterste Schotterschicht abgebrochen und neu aufgebaut werden, die künftige Dämpfungsschicht wird dann 13 Millimeter stark sein, die Deckschicht sieben Millimeter.

Entgegen der Aussage im Rahmen der Haushaltsaufstellung soll im südlichen Segmentbogen der Laufbahn nun doch wieder ein Wassergraben für den Hindernislauf erstellt werden. Das ist ein dringlicher Wunsch der LG Karlstadt-Gambach-Lohr. Obwohl die Anlage in erster Linie dem Schulsport dient, wurde die Sanierung auch mit den nutzenden Vereinen abgestimmt. Nicht alles ist deshalb förderungsfähig. Weil auch der Schulsport heute anders ist als 1977 (als die Anlage fertig war) werden auch eine Body-Weight-Station und ein Slackline-Parcours eingebaut.

Berg und Tal auf dem Rasenspielfeld

Neu aufgebaut werden muss auch das Rasenspielfeld inmitten der Kampfbahn. Hier sprachen die Planer von einer Pflegeschicht, durch die sich das Niveau des Rasens anhob. Sie entsteht zum Beispiel durch Staubablagerungen aus der Luft, aber auch durch den nach jedem Vertikutieren und Aerofizieren üblichen Sanden des Rasens. Im Ergebnis wächst der Rasen teilweise über die Entwässerungsrinne und stellenweise bilden sich Pfützen. Zur Sanierung werden die Grasnarbe abgetragen, eine Drainage verlegt und eine neue Bewässerungsanlage verlegt, der Boden tiefengelockert und dann ein neues Rasenplanum hergestellt und eingesät.

Auch an der Tribüne gingen die Jahre nicht spurlos vorüber. Einige der großen Blockstufen aus Beton sind locker und haben sich verschoben. Zudem hat das Treppengeländer spitze Kanten und Ecken. Im Rahmen der Sanierung der Tribüne soll auch das Pflaster bis zur Laufbahn durch eine Asphaltdecke ersetzt werden.

Zwischen den beiden Multifunktionsplätzen haben die Planer das Problem einer zu steilen Böschung ausgemacht, wodurch bei Wolkenbrüchen Sand und Erde auf den unteren Platz gespült werden. Hier soll eine höhere Stützmauer für Abhilfe sorgen. Weitere eher kleinere Sanierungen sind an der Kugelstoßanlage, dem kleinen Rasenspielfeld und dem Beachvolleyballfeld oberhalb der Tribüne nötig.

Nach der Sanierung wieder für mindestens 30 Jahre gut

Fertig sein soll die Sanierung zum Schuljahr 2020/21, hieß es in der Sitzung. Danach sei eine Nutzungsdauer von 30 bis 40 Jahren zu erwarten, mit kleineren Maßnahmen dazwischen auch mehr. Einer Nutzungsausweitung erteilte Landrat Thomas Schiebel eine Absage: "Das ist ein genehmigter Platz mit genehmigten Nutzungszeiten." Kreisrat Manfred Goldkuhle wusste als Karlstadter, dass es im Laufe der Jahre immer mal Beschwerden aus der Siedlung gab – die ersten Reihenhäuser stehen keine 50 Meter vom Nordbogen der Laufbahn weg. Deshalb wird etwa der Fußballplatz nur relativ wenig und kaum von Vereinen genutzt.

Offen blieb die Frage von Kreisrat Gerhard Kraft, inwieweit die Anlage meisterschaftsfähig für Leichtathletik-Wettbewerbe ist.

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