Thüngen

Schwarze Null beim Wald erhofft

Feigenblatt oder echte Entlastung? Seit Kurzem besteht auf der Bundesstraße 26 in Stetten und Halsheim ein Tempolimit zwischen 22 und 6 Uhr. Die meisten Anwohner spüren allerdings keine geringere Lärmbelästigung.
Feigenblatt oder echte Entlastung? Seit Kurzem besteht auf der Bundesstraße 26 in Stetten und Halsheim ein Tempolimit zwischen 22 und 6 Uhr. Die meisten Anwohner spüren allerdings keine geringere Lärmbelästigung. Foto: Günter Roth

Nachdem der Thüngener Wald jahrelang einen ordentlichen Gewinn eingefahren hat, würde sich der zuständig Förster und Ratsmitglied Werner Trabold künftig über "eine schwarze Null" freuen. Diese Einschätzung war Teil seines vorgestellten Jahresbetriebsplans für das Jahr 2020 im Marktgemeinderat.

Im vergangenen Jahr konnte der Gemeindewald bei einem Erlös von 67 000 Euro noch einen Gewinn von 15 000 Euro aufweisen. Heuer liegt der Ertrag Ende Oktober bei 51 600, der Gewinn bei 5000 Euro und im nächsten Jahr hofft man auf eine Nullrunde. Grund dafür sind die Einbußen von rund 40 000 im Holzverkauf, vor allem der Preisverfall bei der Fichte um etwa 75 Prozent. Hier hat der Borkenkäfer besonders im Unterholz zugeschlagen.

In Anbetracht der Käferbedrohung will Förster Trabold den Hiebsatz vorsichtig ansetzen und in der Endnutzung 170, in der Vornutzung 390 Festmeter Einschlag vorsehen. Schließlich erwartet er auch 2020 einiges an "Zufälligen Ergebnissen", aufgrund der notwendigen Beseitigung von Käferholz. Die extrem bedrohte fünf Hektar umfassende Fichtenfläche im Unterholz soll neu bepflanzt und teilweise eingezäunt werden, damit das Gebiet nicht verwildert. Der zuständige Jagdpächter wurde zu stärkerer Bejagung ermuntert. "Wir müssen jetzt alles daran setzen, den Wald zu erhalten und zu erneuern", so Förster Trabold.

Anfahren erzeugt Lärm

SPD-Vorsitzender Bernd Müller befürwortet das zeitlich von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens begrenzte Tempolimit auf der Bundesstraße 26 in den Werntalorten Stetten und Halsheim. Unverständnis zeigte er dafür, dass an den gefährdeten Stellen in Thüngen an der Bundesstraße sowie an der Staatsstraße nach Retzbach keine solchen Einschränkungen vorgesehen sind. Darin sieht er eine Benachteiligung Thüngens. Dieser Meinung schloss sich der Marktgemeinderat bei zwei Gegenstimmen an und beschloss eine entsprechende Resolution an das Staatliche Straßenbauamt in Würzburg.

Wie berichtet, hat das Staatliche Straßenbauamt in den beiden Dörfern für die Zeit von 22 bis 6 Uhr ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern angeordnet. Damit soll die Lärmbelästigung der Anwohner nachts abgemildert werden.

In Thüngen fühlt man sich durch diesen Erlass benachteiligt, weil dort keine Einschränkung ausgesprochen wurde. Das Straßenbauamt begründete dies mit den nur wenigen Anwohnern im Bereich der  östlichen Binsfelder Straße. Dies sieht Marktgemeinderat Müller als nicht nachvollziehbar. Gerade im Anstieg zur Kreuzung am ehemaligen "Schwarzen Adler" sei der Lärm der Lastkraftwagen sehr groß. In der Gegenrichtung von Stetten her würden auch die schweren Fahrzeuge oft mit erheblicher Geschwindigkeit fahren und abrupt abbremsen. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite komme es bei Begegnungsverkehr oft zum Stillstand der Fahrzeuge, die dann wieder geräuschvoll Fahrt aufnähmen. Zuletzt wurde bei den Ermittlungen des Straßenbauamts offensichtlich nur die Bundesstraße selbst berücksichtigt, nicht aber die davon abzweigende Staatsstraße nach Retzbach. Auch hier seien zahlreiche Anwohner stark vom Lärm betroffen, so der SPD-Antrag.

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