RIENECK

Selbst Gebrautes für das erste Burgbierfest

Die Burg über Rieneck bietet am Samstag die stimmungsvolle Kulisse für das Bierfest zum Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot. Foto: W. Wuttig

Das 500-jährige Bestehen des ältesten, noch heute gültigen Lebensmittelgesetzes der Welt wird am Samstag, 23. April, in Deutschland gefeiert: das Reinheitsgebot. Laut der seit 1516 unveränderten Verordnung darf deutsches Bier in der Bundesrepublik Deutschland nur mit Hopfen, Gerstenmalz und Wasser gebraut werden, erklärt Manuel Müller. Der Halsbacher Braumeister ist gebürtiger Rienecker und veranstaltet mit Burgleiter Pit Kallmeyer anlässlich dieses wichtigsten Ereignisses der Biergeschichte ein Bierfest auf der Burg Rieneck.

Außerdem möchte Müller der Bevölkerung die Chance geben, in der gemütlichen Atmosphäre der Anlage sein selbst gebrautes Bier zu genießen. Die Burg sei oft ausgebucht und man bekomme dazu nicht oft die Möglichkeit, weiß der heimatverbundene 34-Jährige.

Manuel Müller hält sich streng an das Reinheitsgebot und fügt seinem selbst gebrautem Bier weder Zusatzstoffe noch sonstige chemische Hilfsmittel hinzu. Zu dem Burgfest hat Manuel Müller vier Biere im Angebot: das „Kellerpils“, die „Göikel Weisse“, das „1516“-Jubiläumsbier und den „Raubritter“.

Die letzten beiden wurden eigens für das Bierfest gebraut. Das Raubritter-Bier ist ein rauchiges Kellerbier. Vor 500 Jahren wurde das Malz noch über dem Feuer getrocknet, erklärt Manuel Müller, so hatte damals fast jedes Bier einen rauchigen Beigeschmack.

Beim „1516“ handelt es sich um ein feinherbes Märzenbier. Märzenbier deshalb, da es im März gebraut wurde. Es ist ein fünfprozentiges bernsteinfarbenes frauenfreundliches Bier, sagen Pit Kallmeyer und Manuel Müller, der eine Flasche zur ersten Verkostung auf die Burg mitbrachte. Das Malz für das Bier stammt aus Bamberg, der Hopfen aus Spalt.

Für den reibungslosen Ablauf des Festes am Samstag von 18 bis 24 Uhr sorgen ehrenamtliche Helfer, die der Bierbrauer aus seinem Freundes- und Familienkreis organisiert hat. Das Bier, dass es in Halsbach in Manuel Müllers eigener Brauerei auch in ein oder zwei Literflaschen abgefüllt zu erwerben gibt, wird auf der Burg aus dem Fass kommen.

800 Liter hat er für das Fest gebraut und hofft nun auf gutes Wetter, damit das Bier auch an den Mann beziehungsweise an die Frau kommt. Auch bei schlechtem Wetter ist für ausreichend Ausweichmöglichkeiten auf der Burg gesorgt. Geöffnet wird der Rittersaal sein, dieser soll mit Kaminfeuer als Chillout Area dienen, sagt Pit Kallmeyer. Die Weisse-Bar im 500 Jahre alten Gewölbekeller wird nach dem offiziellen Teil geöffnet. Auch im Innenhof soll mit offenem Feuer und Fackeln für genügend Plätze zum Aufwärmen und entspannen gesorgt werden, erklären die beiden Veranstalter.

Eröffnet wird die Feier von „Herold“ Bernd Rützel. Der SPD-Abgeordnete verliest das Reinheitsgebot. Um 18 Uhr erfolgt der Bieranstich; Bürgermeister Wolfgang Küber und sein Stellvertreter Hubert Nickel werden jeweils eines, der für das Fest gebrauten Biere anstechen. Danach gibt es Livemusik von den Rienecker Musikanten und Olvis Pinscher Trio.

Für eine weitere Attraktion und den kulinarischen Genuss sorgt Christian Beiler mit seinem Team von Big Boys Grill. Von einem zweieinhalb Meter langen Smoker gibt es Pulled Pork, ein klassisches Barbecue-Gericht aus Schweinefleisch. Außerdem wird es ein typisch fränkisches Gericht geben, Bratwürste mit Kartoffelsalat. Und auch für Vegetarier wird gesorgt, verspricht Pit Kallmeyer.

Das ist das erste Bierfest der Region in dieser Größe, jedoch nicht das Letzte. Auch in Gemünden braut sich mit Unterstützung von Manuel Müller etwas zusammen. Der Hallenbad Förderverein plant am 7. Mai einen Musikabend unter dem Motto „Starkes Bier und starke Töne“. Der Braumeister hat für dieses Fest auch schon eine neue Rezeptur im Kopf. Ihm schwebt ein Lagerbier mit dem Namen „Bürgerbräu“ vor.

Burgleiter Pit Kallmeyer (links) und Braumeister Manuel Müller von Göikelbräu stoßen auf der Burg Rieneck mit dem Jubiläumsmärzen „1516“ an, das für das Fest am Samstag gebraut wurde. Foto: Saskia Vierling
Ein Literflasche des Göikelbräu-Jubiläumsmärzens „1516“.

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