Krommenthal

Seltene Sichtung: Fischadler über dem Aubachtal

Dieser Fischadler kreiste über dem Aubachtal zwischen Partenstein und Krommenthal.
Dieser Fischadler kreiste über dem Aubachtal zwischen Partenstein und Krommenthal. Foto: Sonja Büdel

Seltener tierischer Gast im Aubachtal: Ein Fischadler machte in Bereich zwischen Partenstein und Krommenthal Station.

Eine Spaziergängerin hatte den für hiesige Gefilde ungewöhnlichen Vogel am Himmel kreisend entdeckt und fotografiert. Hartwig Brönner, der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), sagt angesichts des Fotos: "Das ist eindeutig ein Fischadler." Dessen Sichtung sei im Spessart zwar "keine Sensation, aber eine seltene Beobachtung".

Die in weiten Teilen der Welt vorkommenden Fischadler sind Zugvögel. Sie werden laut Brönner auch im Spessart immer wieder auf ihrem Durchzug beobachtet, meist ab April. Zu dieser Zeit befinden sich die Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 Metern auf dem Weg vom Winterquartier in Afrika oder Südeuropa zu den Brutgebieten in Nord- und Osteuropa.

In Bayern waren Fischadler laut LBV bis Mitte des 20. Jahrhundert ausgerottet. Ursache dafür waren demnach einerseits die Verfolgung durch den Menschen, andererseits aber auch in der Nahrungskette angereicherte Umweltgifte. Mittlerweile kehrt der eindrucksvolle Greifvogel jedoch auch wieder als Brutvogel nach Bayern zurück.

Brutpaare in Ostbayern

Allerdings konzentrieren sich die Neuansiedlungen laut LBV bislang auf den Osten Bayerns. Zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten hat der LBV in der Nähe von Nürnberg etliche Nistmöglichkeiten geschaffen. Doch noch brüten in Bayern laut LBV erst wenige Fischadler.

Vor allem im Fränkischen Seenland könne man den Greifvogel häufiger als Durchzügler beobachten. Die ausgedehnten Wasserflächen dort wären nach Ansicht des LBV mit ihrem üppigen Nahrungsangebot jedoch auch hervorragend für eine dauerhafte Ansiedlung des Fischadlers geeignet. Deshalb hat der LBV zusammen mit verschiedenen Partnern auch dort Nisthilfen errichtet. Dass sich der nun bei Krommenthal gesichtete Fischadler dauerhaft im Spessart niederlässt, ist eher unwahrscheinlich. Dazu dürfte es ihm an großen Wasserflächen fehlen. Die Nahrung dieses Adlers besteht ausschließlich aus Fisch. Die Fangmethode ist spektakulär. Der Fischadler packt nach einem Sturzflug nahe an der Wasseroberfläche schwimmende Fische.

Auch unabhängig von ihrem Fangverhalten sind Fischadler laut LBV recht leicht zu erkennen. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 Meter sind sie deutlich größer als ein Mäusebussard. Dennoch wirken Fischadler durch ihr vergleichsweise geringes Gewicht von unter zwei Kilogramm grazil. Besonders markant ist die kontrastreiche schwarz-weiße Färbung.

Laut Hartwig Brönner, dem LBV-Kreisvorsitzenden, gibt es neben den Monaten März und April auch im Herbst immer wieder Sichtungen von Fischadlern im Spessart. Ab September ziehen die Greifvögel wieder gen Süden zum Überwintern. Gelegentlich seien sie dann wieder entlang von Gewässern im Maintal, Schondra-, Hafenlohr-, Lohrbach-, Sinn-, Saale- und auch Aubachtal zu sichten, und meist auch an Fischteichen, so Brönner.

Der LBV Bayern bittet darum, Sichtungen von Fischadlern zu melden an die LBV-Umweltstation in Muhr am See unter Tel.: (09831) 4820 oder per Mail an die Adressealtmuehlsee@lbv.de.

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