Karlstadt

Seniorenbeirat will Blankoparkschein für Gehbehinderte

Das künftige Ärztehaus im ehemaligen Krankenhaus Karlstadt war ein Thema, über das der Seniorenbeirat diskutierte. Laut Bürgermeister Paul Kruck sollen schon zwölf Ärzte ihr Kommen zugesagt haben. Foto: Jürgen Kamm

Zur Herbstvollversammlung des Karlstadter Seniorenbeirats hatte Vorsitzender Dietholf Schröder in die Otto-und Anna-Herold-Stiftung eingeladen. Für Bürgermeister Paul Kruck, der Rede und Antwort zu Barrierefreiheit, Parkplätze, BayWa-Gelände, Klinikum, Norma und Straßenausbau gab, war es die letzte Sitzung in diesem Gremium.

Der Seniorenbeirat machte sich Gedanken, wie ein Arztbesuch in der Altstadt für gehbehinderte Menschen, die keinen Ausweis haben und länger als eine Stunde warten müssen, ohne Strafzettel aussehen könnte. Ein Blankoschein, den die Arztpraxis bei Bedarf ausgeben darf, um die Parkzeit zu verlängern, wäre eine Lösung, die von der Verwaltung geprüft wird. Bürgermeister Paul Kruck wies darauf hin, dass der Rathauseingang und das Umfeld bis zur Realschule barrierefrei sind.

Der weitere Straßenausbau wird sich verlangsamen, da die Anwohner nicht mehr zuzahlen müssen, so Kruck weiter. Die hohen Randsteine in der Zahnstraße machen ratlos, es gebe keine einfache Lösung. Vorrang in Sachen Barrierefreiheit habe zunächst die Angerstraße. Die Kommunen müssten sich bei der Situation der Friedhöfe umstellen. Der Aufwand werde nicht kleiner trotz vieler Leerstände. Sie werden barrierefrei umgestaltet. Im Ostfriedhof seien muslimische Bestattungen möglich.

Bahnhof wird begutachtet

Im Gelände der Bodensteinstiftung gibt es Parkplätze. Kruck rechnet nicht damit, dass es dort Probleme gibt. Er will abwarten, ob die künftigen Bewohner eigene Fahrzeuge nutzen. Dem Bürgermeister ist es gelungen, einen Termin mit dem Bahnvorstand zu vereinbaren. Der gesamte Bahnhof wird begutachtet und gegebenenfalls werde Karlstadt in einen Fünfjahresplan aufgenommen. Bis der Lärmschutz gebaut ist, werde es keine Bahnparkplätze geben.

Das BayWa Gelände ist an einen Privatmann verkauft worden. Die Stadt wollte schon wegen des Silos nicht investieren. Die Firma Osma Werm hat in Karsbach einen neuen Standort. Sie kann nach eigenen Angaben nicht von heute auf morgen umziehen. Zurzeit wird das Krankenhaus umgebaut. Es wird ein Ärztehaus mit Praxen für 16 Ärzte mit Röntgengerät und kleinem Operationsraum entstehen. Zwölf Ärzte haben zugesagt.

Die Leerstände in der Altstadt machen Probleme. Wenn Hausbesitzer weiter gewerblich vermieten wollen, sollten sie über eine geringere Miete nachdenken. Ein Leerstand nutzt ihnen noch weniger. Im ehemaligen Schuhgeschäft Gaul wurden vom Denkmalamt Untersuchungen angesetzt, deshalb verzögert sich dort die Neueröffnung. Die Norma will weiter in Karlstadt bleiben, selbst wenn sie den Standort ändern müsste. Mitunter steht das Altstadtpflaster unter Spannung. Hier dürfen nur kleine Flächen asphaltiert werden.

Schulstandort wird zukunftsfähig

Für Bürgermeister Kruck ist es wichtig, den Schulstandort Karlstadt zukunftsfähig zu machen. Die Mittelschule Karlstadt wird saniert, ebenso wird in Wiesenfeld und Karlburg investiert. Auch ein neuer Kindergarten muss eingeplant werden, voraussichtlich in der Entwicklungsachse. Dann kann der Kindergarten Theresienheim verkleinert werden.

Eine barrierefreie Mobiltoilette ist sehr teuer, deshalb wurde die Anschaffung verworfen, so Kruck. Der Wunsch, wieder ein Volksfest abzuhalten, ist schon deshalb schwierig, weil die Infrastruktur fehlt. Erst ein größeres Gelände und ausreichend Parkplätze für Besucher sind Voraussetzung für ein gelungenes Volksfest. Schröder wies auf das Weinfest und die Kulinarische Meile hin, darauf sollte sich Karlstadt konzentrieren, denn dies wird gut angenommen.

Aus dem Seniorenbeirat kam die Frage, ob die Stadt einen Bauplatz für ein Mehrgenerationenhaus hätte. Bürgermeister Kruck antwortete, die Stadt hat keine Bauplätze, freie Flächen gehören Privatpersonen. Dr. Walter stellte einen Programmpunkt der Gemeinde St. Johannis vor. Im Mühlbacher Kino wird am Mittwoch, 13. November, ab 19.30 Uhr der Film gezeigt: "Der Junge muss an die frische Luft". 

Es wurde bedauert, dass die Metzgerei Ehehalt geschlossen hat und das Mittagessen zum Mitnehmen wegfällt. Dietholf Schröder sagte, dass die Gastronomie ein gutes Essensangebot und auch Tagesessen anbietet. Ebenso bietet die Schwenkkantine Mittagstisch für jedermann an.

Einen Geschenkvorschlag machte Schröder, der an die Familienprunksitzung 2020 erinnerte. Die Karten für den 9. Februar um 14.11 Uhr im Historischen Rathaus können schon jetzt in der Stadtverwaltung gekauft werden. Im Frühjahr wird der Seniorenbeirat den Workshop "Karlstadt 2030" mit einem Referenten fortführen. Dazu ist die Bevölkerung eingeladen.

Der Seniorenbeirat hat die wichtige Funktion Wege aufzuzeigen, wo es hingehen kann. Dies meinte Bürgermeister Paul Kruck, der sich nach zwölf Jahren Zusammenarbeit verabschiedete. Juliane Köberlein, Mitglied der ersten Stunde im Seniorenbeirat, dankte Paul Kruck für sein stets offenes Ohr. Es wurde etliches bewegt.

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