MARKTHEIDENFELD

Sie lehren Existenzgründern das Know-how

Als Aktivsenioren beraten Dieter Scheffler (links) und Paul Keil Unternehmen im Raum Marktheidenfeld. Foto: Martin Harth

Zwei Männer, ein Ziel: Sie wollen helfen, Zahlen und Vorgänge zu verstehen. Paul Keil und Dieter Scheffler sind Aktivsenioren und wollen Existenzgründer mit ihrer reichen Erfahrung unterstützen.

Paul Keil ist in unserer Region kein Unbekannter. Der Kredenbacher gehört dem Gemeinderat in Esselbach an und leitet seit zwei Jahren den Abwasserverband Esselbachgrund als Vorsitzender. Vor dem Ruhestand war er in leitender Position bei einem Lohrer Industrieunternehmen.

Alle zwei Monate ist Sprechstunde im Franck-Haus

Diplom-Volkswirt Dieter Scheffler lebt erst seit diesem Jahr in Marktheidenfeld und hat sich bereits gut eingelebt. Er war als Manager im Groß- und Einzelhandel tätig, befasste sich mit Sportartikeln und hat Erfahrung als Wirtschaftsberater.

Was Keil und Scheffler verbindet, ist, dass beide als berufliche Ruheständler bei den Aktivsenioren Bayern tätig sind. So treffen sie sich nun alle zwei Monate im Franck-Haus, um dort Sprechstunden ihres Verbands abzuhalten und Kontakte zu knüpfen. Für ihre Arbeit würden sie sich ein wenig mehr Resonanz wünschen, obwohl sie schon ein paar Aufträge abzuarbeiten hätten, wie das Berater-Duo versichert.

Im Blickpunkt ihrer wirtschaftlichen Dienstleistung sehen sie kleinere Unternehmen. Existenzgründern und Eigentümern wollen sie ihre weitreichenden Erfahrungen zur Verfügung stellen und nicht nur zuhause sitzen, um über Gott und die Welt zu jammern, bekennen die Beiden schmunzelnd.

Keine Konkurrenz zu anderen Beratungsstellen

Sie wollen helfen, Zahlen und Vorgänge zu verstehen. Ein schlüssiger Businessplan sei oft das A und O für ein mittelständisches Unternehmen. Weitere Themen seien zum Beispiel Kontakte zu Kreditinstituten, Finanzrecht oder die Regelung einer Betriebsnachfolge. Die beiden Aktivsenioren sehen sich im Vorteil: „Wir können uns Zeit nehmen zu einer persönlichen Beratung und Lösungssuche!“ Dabei verstehe man sich nicht als Konkurrenz etwa zum Gründerservicenetz des Landkreises, der Arbeitsagentur oder den Beratern der Industrie- und Handelskammer.

Keil und Scheffler sehen ihre ehrenamtliche Tätigkeit als ein niederschwelliges und ganz persönliches, oft längerfristiges Angebot. Man könne im Gespräch mit ihnen Klarheit in eigene Vorstellungen bringen und Vertrauen fassen. Rund zehn Kunden betreuten sie gegenwärtig im Raum Marktheidenfeld und Lohr.

Es gehen dabei auch um Themen wie Coaching für die Mitarbeiterführung, Teambildung im Unternehmen, häufig auch Konfliktlösungen. Man spreche darüber, wie Ideen und Geschäftsfelder miteinander zu vereinbaren seien. Die praktischen Erfahrungen der beiden Berater seien dabei schon viel wert.

Professionelle Hilfe bei Rechts- und Finanzfragen

Man wisse aber auch um die Grenzen ehrenamtlicher Berater und könne durchaus professionelle Hilfe beispielsweise in Rechts- oder Finanzfragen vermitteln. Die Aktivsenioren suchten gezielt die Zusammenarbeit mit den wichtigen Partnern in der Region, sei es in den Behörden oder anderen fachlichen Einrichtungen. Deshalb könne der Weg zu ihren Informationstagen gerade für kleine Selbstständige, Freiberufler oder Existenzgründer der richtige sein.

Der nächste Informationstag der Aktivsenioren Bayern findet in Marktheidenfeld am Mittwoch im städtischen Kulturzentrum Franck-Haus in der Untertorstraße 6 von 14 bis 16 Uhr statt. Interessierte können sich in der Stadtverwaltung bei Beatrix Kamitz, Tel. (0 93 91) 50 04-14 anmelden.

Aktivsenioren

Seit 1984 wollen Führungskräfte im Ruhestand ihre Erfahrungen aus vielen Branchen der Wirtschaft bündeln und ihr Wissen im Freistaat an andere vermitteln. Unabhängig von eigenen wirtschaftlichen Interessen sollen Menschen in Fragen der Existenzgründung und Unternehmensführung beraten werden. Im Blickpunkt stehen bei den Aktivsenioren Bayern, einem gemeinnützigen Verein, dabei kleine und mittlere Unternehmen. Neben der Gründung stehen auch Weiterentwicklung, Auswege aus Schieflagen und die Nachfolge im Fokus.

Rund 300 Aktivsenioren arbeiten in zehn bayerischen Regionen ehrenamtlich. Für Beratungstätigkeiten fallen lediglich eine Kostenpauschale zur Finanzierung der Vereinsarbeit und eventuelle Sachkosten an. Kontakt und nähere Infos im Internet unter www.aktivsenioren.de maha

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