Gössenheim

Sondergebiet für Bauschutt soll Gefahr mindern

Der Überlandstromleitung sehr nahe kommen die aufgetürmten Recyclingbaustoffe im Kalkschotterwerk Gössenheim. Damit es nicht zu Unfällen kommen kann, soll nun ein neues Sondergebiet für das Material ausgewiesen werden, auf dem auch Lager- und Gebäudeflächen vorgesehen sind. Foto: Herbert Hausmann

Alles "rechtlich in geordnete Bahnen lenken" und dazu eine große Gefahrenquelle beseitigen will nach den Worten von Architekt Armin Kraus die Baufirma MK Grümbel am Kalkschotterwerk. Für einen Teil des Geländes am Kalkschotterwerk hatte diese an die Gemeinde den Antrag für die Einleitung des Bauplanverfahrens für die Aufstellung eines Bebauungsplans gestellt. Nun beschäftigte sich der Gemeinderat Gössenheim mit der Thematik.

Schon lange wird im Gössenheimer Kalkschotterwerk nicht mehr nur Kalkschotter abgebaut. Seit Jahren wird hier auch Bauschutt recycelt und wieder dem Kreislauf zugeführt. Zu hohen Bergen aufgetürmt warten im vorderen Bereich des Werkes Baustoffe auf ihre Wiederverwendung. Zum Teil türmen sie sich schon so hoch, dass sie optisch sehr nahe an die Stromversorgungsleitung kommen, die das Gelände überspannt. Damit es hier künftig nicht zu Arbeitsunfällen im Bereich der Stromtrasse kommen kann, soll hier das Material umgesiedelt werden.

Betriebsgebäude geplant

"Für das Recyclingmaterial wird ein Sondergebiet ausgewiesen, damit der Bereich unter der Stromleitung frei wird", erläuterte Armin Kraus dem Gemeinderat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. In einem schmalen Streifen ist dann die Errichtung von Schüttboxen vorgesehen. Außerdem besteht dort auch die Möglichkeit, Betriebsgebäude zu errichten, mit einer Wandhöhe von bis zu zehn und einer Firsthöhe von bis zu 15 Metern. Die Gesamtfläche beträgt rund 4500 Quadratmeter, von denen etwa 50 Prozent überbaut werden dürfen.

"Das ist schon ein großes Brett", stach Ratsmitglied Karsten Heeschen die beantragten Gebäudeausmaße ins Auge. Er befürchtete ein unansehnliches Bild der Landschaft mit diesen hohen Gebäuden. Um sich ein genaueres Bild machen zu können, schlug Heeschen die Visualisierung in einer Computeranimation vor, wie sich solche Bauwerke in die Landschaft einfügen. Dabei sollte auch die Möglichkeit einer Geländeauffüllung oder einer Abtragung geprüft werden, wodurch ein Teil der künftigen Bauten "unsichtbar" würden. "Wir brauchen eine Lösung, die den Bedürfnissen der Firma MK Grümbel zu Gute kommt, aber auch den Belangen der Bevölkerung Rechnung trägt".

Positives Signal an Bauwerber

Bausachbearbeiter Johannes Schmelz von der Verwaltungsgemeinschaft Gemünden betonte, dass beim Kalkschotterwerk die Bestimmungen des Baurechts und auch des Immissionsrechts Beachtung finden müssen. Da aktuell keine Errichtung von Betriebsgebäuden vorgesehen ist, schlug er dem Gemeinderat vor, den Aufstellungsbeschluss abzusegnen und damit ein positives Signal in Richtung der Bauwerber zu senden. Bei später zu errichtenden Bauten, muss dann sowieso ein entsprechender Bauplan eingereicht werden, der dem Gemeinderat zur Zustimmung vorgelegt werden muss.

Einstimmung stimmten die Gemeinderatsmitglieder der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu.

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