Retzstadt

Sophia May ist Retzstadts neue Weinprinzessin

Sophia May ist als Tochter einer bekannten Winzerfamlie bestens für ihr Amt als 13. Retzstadter Weinprinzessin vorbereitet. Die Krönung vollzogen Bürgermeister Karl Gerhard (links), Sophias Bruder und Vorsitzender  des Weinbauvereins Benedikt May und die Vorgängerin Lena Müller. Foto: Günter Roth

Näher könnten sich Vorgängerin und Nachfolgerin kaum sein. Die neue Weinprinzessin Sophia stammt aus dem Retzstadter Weingut Rudolf May. Sie ist die Schwester von Benedikt May, dem Vorsitzenden des Weinbauvereins, mit dem die bisherige Repräsentantin Lena Müller eng verbunden ist.

"Einmal im Leben Prinzessin sein - welches Mädchen träumt nicht davon?" Obwohl die 19-Jährige schon von Kindesbeinen an eng mit dem Weinbau verbunden ist und sie immer wieder danach gefragt wurde, kam der entscheidende Anstoß letztendlich von ihrem Bruder Benni. Das erzählte Sophia nach der offiziellen Krönung auf dem "Platz der Freundschaft" den zahlreich erschienenen Retzstadter Weinfreunden.

Vor einem Jahr hat sie in Karlstadt Abitur gemacht und in den vergangenen Monaten viel im elterlichen Weinberg gearbeitet, aber auch als Aushilfe in einem Würzburger Modegeschäft. Das hat seinen konkreten Grund, denn Sophia plant ein Studium im Bereich Modemanagement oder Marketing. Ihre Freizeit verbringt sie mit kreativen Tätigkeiten wie Fotografieren, Kochen Kalligraphie und Nähen. Sie entwirft Flyer für das elterliche Weingut und für die Katholische Landjugendbewegung, bei der sie im Vorstand aktiv ist. Hier organisiert sie seit einigen Jahren Gruppenstunden für Grundschulkinder. Des weiteren ist sie bei Zumba und Jumping Fitness sowie beim Gardetraining für den Fasching mit dabei.

Für die neue Retzstadter Weinprinzessin ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. "Ich möchte versuchen, durch verschiedene kleine Taten die Welt ein klein bisschen besser zu machen", sagte sie bei ihrer Antrittsrede. Sie fährt mit dem Zug zur Arbeit, geht mit Dosen und Netzen einkaufen, ernährt sich vegetarisch und kauft hauptsächlich Secondhand-Kleidung. Stolz ist sie daher auf ihren Krönungswein - einen trockenen 2018er  Grauburgunder, Erste Lage vom Retzstadter Langenberg.

Ihre zweite Leidenschaft ist das Reisen. Sophia liebt es, andere Kulturen und Landschaften zu entdecken. 2015 nahm sie am Schüleraustausch in Indien teil und flog mit ihrer Mama im vergangenen Jahr nach New York. Nicht umsonst freut sie sich auch auf ihre zweijährige Amtszeit als Weinprinzessin, weil hier viele unbekannte Orte in der Nähe und in der Ferne auf sie warten - und darauf freut sie sich.

Vor der Krönung im Retzstadter Dorfgemeinschaftshaus hieß es natürlich Abschied nehmen von der bisherigen Weinprinzessin Lena Müller. Diese betrachtete die Ereignisse und die Erinnerung an ihre Amtszeit als eine Schatzkammer in verschiedenen Gewölben. Künftig werde sie von Zeit zu Zeit durch eben diese Gewölbe streifen, um sich an diesen Schätzen zu erfreuen. Die letzten beiden Jahren seien eine aufregend und schöne Zeit gewesen, und sie sei sehr froh, dieses Amt ausgeübt zu haben.

Mehr als 7300 Kilometer hat sie als Weinprinzessin für ihren Heimatort zurückgelegt, viele Weinfeste, Weinwanderungen hat sie besucht und vor allem hat sie ihre fränkische Heimat von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Höhepunkte und angenehmste Termine aber waren stets die im eigenen Dorf. Die wichtigsten Stationen ihrer Amtszeit führte sie in einer Bilderpräsentation vor.

Retzstadts Bürgermeister Karl Gerhard war voll des Lobes für die scheidende Weinprinzessin. Sie habe sich hier große Verdienste um ihre Heimatgemeinde erworben, ohne jemals abzuheben. Er dankte für den Einsatz in der Gemeinde sowie im Weinbau und hob außerdem Lenas ehrenamtliches Engagement in Retzstadt hervor. Die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter bestätigte der 12. Weinprinzessin ein hohes Maß an Authentizität und Persönlichkeit. "Sie bringen die Menschen dazu, dass ihnen der Wein schmeckt und Sie haben Ihr Amt nicht nur für Ihr Dorf, sondern für uns in Main-Spessart ausgeübt", sagte Sitter. Besonderes Lob gab es auch von den bisherigen Kolleginnen.

Die versammelten Weinprinzessinnen verglichen Lena Müller mit einer Zirkusdirektorin, die facettenreich als Clown, Seiltänzerin und Musikerin, vor allem aber als Chefin den ganzen Zirkus zusammengehalten habe. Die neue Weinprinzessin Sophia wurde mit offenen Armen und mit dem üblichen Starterpaket herzlich willkommen geheißen.

Dankesworte gab es aber auch für Reinhold Full, den bisherigen langjährigen Vorsitzenden des Weinbauvereins. Seit 1986 gehörte dieser der Vorstandschaft an, 16 Jahre davon als Vorsitzender. Sein Nachfolger Benedikt May würdigte Fulls Verdienste um die Wiederbelebung des Vereins und den großen Anteil am Erfolg des Straßenweinfestes.

Nach der offiziellen Krönungsfeier im Dorfgemeinschaftshaus präsentierte sich Sophia den zahlreichen Gästen auf dem Platz der Freundschaft, wo dann gemeinsam bis in die Abendstunden gefeiert wurde.

Nach der offiziellen Krönung im Dorfgemeinschaftshaus präsentierte sich die neue Retzstadter Weinprinzessin Sophia May (... Foto: Günter Roth

Schlagworte

  • Retzstadt
  • Günter Roth
  • Abitur
  • Clowns
  • Grundschulkinder
  • Karl Gerhard
  • Karneval
  • Sabine Sitter
  • Wein
  • Weinbau
  • Weinberge
  • Weinfeste
  • Weinfreunde
  • Zirkus und Varieté
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!