MITTELSINN

Staatsminister Bausback eröffnete das Christbaumdorf

Mit Böllerschüssen wurde die deutsche Christbaumsaison wurde in Mittelsinn eröffnet. Foto: Jürgen Gabel

„Es ist für die gesamte Region und besonders für Mittelsinn eine Ehre, in einem echten Christbaumdorf und im größten Christbaumanbaugebiet Bayerns Gastgeber für die Eröffnung der deutschen Weihnachtsbaumsaison zu sein“, freute sich Schirmherr und Staatsminister Winfried Bausback. Die erst im September gewählte deutsche Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank (Karlsruhe) bezeichnete den Christbaum als wichtigstes Symbol des Weihnachtsfestes und der Vorsitzendes des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger Bernd Oelkers (Wenzendorf) zeigte sich stolz, dass die bundesweit angelegte Spendenaktion zugunsten von SOS-Kinderdorf durch die Wiener Feinbäckerei weiter ausgebaut werden konnte.

Hochrangige Politprominenz

Nachdem die Böllerschützen des örtlichen Schützenvereins mit Donnerschlägen verklungen waren, hieß der Vorsitzende des erst 2016 gegründeten Mittelsinner Vereins „Christbaumdorf e.V.“ Uwe Klug die hochrangige Politprominenz, Gäste, zahlreiche Medienvertreter aus Fernsehen, Funk und Presse sowie die Besucher willkommen.

Leider änderte sich das anfangs noch trockene Wetter und Regen setzte ein, sodass die Besucherzahl mit 300 etwas unter den Erwartungen blieb. Dies spürten natürlich auch die Budenbesitzer rund um die Scheune, die mit ihren lukullischen Köstlichkeiten und Geschenkideen kaum Zuspruch fanden.

Bernd Oelkers bezeichnete es als einmalig in Deutschland, ein Christbaumdorf gegründet zu haben. Der bundesweite Absatz der Weihnachtsbäume sei mit 25 Millionen Stück stabil, sagte er weiter. Nach wie vor sei die Nordmanntanne der Weihnachtsbaum Nr. 1 und kostet wie im Vorjahr zwischen 18 und 23 Euro/lfd. Meter. Mit 400 Hektar besitzt Mittelsinn die größte Anbaufläche Süddeutschlands und sei deshalb idealer Standort für die Saisoneröffnung.

Die Tannen präsentierten sich heuer in einer hervorragenden Qualität und man blieb von Spätfrösten verschont, so Bernd Oelkers weiter. „Regionalität ist für den Erzeuger das neue Bio.“ Es gelte die Devise des geringen Düngemitteleinsatzes uns verschwindend wenig Pflanzenschutzmitteln. Durch extensive Bewirtschaftung entstehe so ein Lebensraum für seltene Vögel und Reptilien. Abschließend betonte Oelkers: „Wenn ein Baum gut gewachsen ist, braucht er nicht mehr viel Schmuck!“

Christbaum ist unverzichtbar

Der Christbaum ist unverzichtbarer Teil des Weihnachtsfestes“, stellte Bausback fest. Gott sei Dank seien die Christbäume in Mittelsinn echt und natürlich. Kein Wunder, dass 150 000 allein aus diesem Ort in die deutschen Wohnzimmer kommen. Voraussetzung hierfür ist eine nachhaltige Aufzucht, die mit viel Handarbeit verbunden sei. Bei knapp 850 Einwohnern, 30 auf Christbäume und Schnittgrün spezialisierter Landwirte und 250 Hektar Plantagen – da sei der Titel „Christbaumdorf“ mehr als naheliegend.

Bausback gratulierte Bürgermeister Peter Paul für dessen hervorragendes Dorf. Er freute sich schon auf den Baum am 24. Dezember in seinem Wohnzimmer, der wie immer aus dem Spessart kommt.

Bausback freute sich, dass der Bundesverband bereits seit 2013 die Aktion „Weihnachtsbäume helfen Kindern“ zugunsten der SOS-Kinderdörfer mit großem Erfolg durchführt. In diesem Jahr hat sich die Wiener Feinbäckerei mit eigens entwickelten Lebkuchen der bundesweiten Aktion angeschlossen. Gemeinsam mit der Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank ließ Bausback per Knopfdruck symbolisch den ersten Christbaum erstrahlen. Die Managerin des Bundesverbandes, Mechthild Högemann, übernahm die Moderation der Feierlichkeit.

„Mittelsinn ist die kleinste, aber feinste der 40 selbstständigen MSP-Gemeinden“, lobte die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter. Was der Verein Christbaumdorf in den letzten beiden Jahren auf die Beine gestellt hat, sei beeindruckend.

Ökologisches und nachhaltiges Produkt

Sabine Sitter lobte, dass die Erzeuger ein ökologisches und nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen. Die regionale Vermarktung sei ein Gewinn für alle Beteiligten und den Landkreis. Es sei schön zu wissen, dass die Familie Heberer mit Mittelsinner Wurzeln die SOS-Kinderdörfer unterstützt.

Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab gab den Mittelsinnern den Titel „Bundeshauptstadt der Christbäume“. Es gebe aber auch Kritiker der großen Plantagen. In seiner Funktion als Mitglied des Landwirtschaftsausschusses sehe er in ihnen eine Chance für den ländlichen Raum. Auch die regionale Vermarktung sei wichtig.

Thorsten Schwab bezeichnete es als gelungen, die SOS-Kinderdörfer zu bedenken. „Wer Wert auf einen guten Baum lege, kauft ihn in Mittelsinn.“

Die deutsche Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank hieß besonders die kleinen Gäste vom SOS-Kinderdorf Frankfurt-Sossenheim willkommen. Sie wünschte den deutschen Christbaumerzeugern eine erfolgreiche Saison.

Die Vertreter der beiden Kirchen, Prädikantin Andrea Müller und Diakon Walter Konrad, erbaten Gottes Segen für das Gedeihen der Bäume und die Weihnachtsbaumsaison. Müller bezeichnete das sprießende Weihnachtsbaumgrün als Hoffnungszeichen des Lebens, während Konrad schmunzelnd in den Regen blickte und sagte: „Gott weiß genau, was wir brauchen: Wir haben Wasserrückstand.“ Abschließend spendeten beide den christlichen Segen.

Bernd Oelkers und SOS-Kinderdorf-Sonderbotschafter Michael Hirte überreichten einen Spendenscheck über 20 000 Euro zugunsten der sozialen Einrichtung. Die Flüchtlingskinder des Kinderdorfs Frankfurt freuen sich über ihren Anteil. Foto: Jürgen Gabel

Schlagworte

  • Mittelsinn
  • Jürgen Gabel
  • Nachhaltigkeit
  • Peter Paul
  • SOS-Kinderdorf
  • Sabine Sitter
  • Thorsten Schwab
  • Winfried Bausback
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!