Karlstadt

Stadt Karlstadt fördert Vereine und macht eine Ausnahme

Es gibt eigentlich nur Zuschüsse für Gebäudeunterhalt, Wettkampfbesuche und die Anschaffung von Sportgeräten. Der Antrag des Musikvereins Gambach sorgte für Diskussion.
Die Tennisplätze des Karlstadter Tennisclubs werden erneuert. Auf eine Schicht von Lavaschotter wird Backsteinmehl aufgetragen.  Foto: Karlheinz Haase

Schon bei Stadtratssitzungen sind in der Regel kaum Zuhörer da, noch weniger bei Ausschusssitzungen. Insofern lässt sich als "großes Interesse der Öffentlichkeit" werten, dass eine Handvoll Zuhörer die Vergabe von Zuschüssen an Vereine im Stadtgebiet Karlstadt verfolgte. Dieses Publikum war allerdings speziell wegen der Diskussion um die Musikhalle Gambach gekommen.

Die Verwaltung handelte nach den Buchstaben der Förderrichtlinien und schlug vor, den Zuschussantrag des Musikvereins Gambach abzulehnen. Dieser hat den Hauptzugang zur Halle repariert. Eine zusätzliche Asphaltschicht wurde aufgetragen. Die bisher nicht befestigte hintere Zufahrt wurde befestigt. Und es wurde eine automatische Spülung der Wasserleitung eingebaut. Um eine Verkeimung in der Leitung auszuschließen, findet nun alle drei Tage ein Wasseraustausch statt. Jede der drei Maßnahmen hat mehr als 5000 Euro gekostet, zusammen also gut 15 000 Euro.

Nach den Förderrichtlinien der Stadt werden nur Instandsetzungen wie Erneuerung der Heizung, Tausch der Fenster oder Sportplatzreparaturen gefördert, nicht aber der Umgriff eines Gebäudes. Die im Ausschuss vertretenen Stadtratsmitglieder übertrafen sich förmlich in ihren Plädoyers, beim Musikverein Gambach eine Ausnahme zu machen. Tenor: Wir müssen froh sein, dass der Musikverein diese Halle alleine unterhält. Sie ist die größte im Stadtgebiet. Bei allen anderen hat die Stadt teilweise die Baulast. Einstimmig genehmigten die Stadträte einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent. Die rund 3000 Euro werden im kommenden Haushalt eingestellt.

Tennisclub erhält zweimal den Maximalzuschuss

Alle anderen Förderanträge der Vereine gingen in dieser von der dritten Bürgermeisterin Anja Baier geleiteten Sitzung einstimmig ohne jegliche Diskussion durch. In der Regel handelt es sich um 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Den höchsten Zuschuss wird die Tennisabteilung des TSV Karlstadt erhalten: heuer und nächstes Jahre jeweils 10 000 Euro. Das ist laut Förderrichtlinien der maximal mögliche Zuschuss. Der Tennisclub hat die Hallenbeleuchtung und die Heizung für insgesamt 80 000 Euro erneuert. Außerdem werden gerade die in die Jahre gekommenen Tennisplätze für 62 000 Euro neu angelegt. die Stadt ist dem Tennisclub besonders gewogen, da er zwei Tennisplätze für den Bau von öffentlichen Parkplätzen abgetreten hat.

Auch beim Laudenbacher Schützenverein standen Unterhaltsmaßnahmen am Gebäude an. Der Schießraum, das Vordach und die Außenwände wurden saniert. Die Schützen brachten 780 Stunden Eigenleistung ein für Trockenbau, den Einbau von zwei großen Fenstern, eine neue Elektroinstallation und Beleuchtung sowie für Wärmedämmung. Die Materialkosten lagen bei rund 12 000 Euro. Der Verein bekommt einen Zuschuss von 2357 Euro.   

Segelflieger erhalten geringeren Zuschuss

Der Sportkegelclub "Bavaria" Damen erhält 859 Euro als Spitzensportförderung. Er hatte Kosten von 4295 Euro für die Teilnahme am Spielbetrieb in der 1. Bundesliga. Den Löwenanteil macht dabei die Kegelbahnmiete aus.       

Die "Bavaria"-Herren kegeln in der Bayernliga Nord und hatten Kosten von 4365 Euro. Sie erhalten 873 Euro Zuschuss.

1060 Euro bekommt die Leichtathletikgemeinschaft Karlstadt-Gambach-Lohr. Dort entstanden Kosten von 5301 Euro für die Teilnahme an Wettkämpfen. Die Fahrtkosten machen mit mehr als 3000 Euro den größten Anteil aus.     

Dem Ruder-Club gewährt die Stadt einen Zuschuss von 2235 Euro zum Kauf von Großsportgeräten. Der Verein hat mehr als 11 000 Euro investiert, davon alleine rund 9000 Euro für einen neuen Doppelzweier. Zudem wurden zwei Ruderergometer angeschafft und ein Sportboden für Breakdance, Hip-Hop und Gymnastik.

Lediglich beim Luftsportclub wurde der Zuschuss von 20 auf 10 Prozent reduziert, weil dort der Anteil der Jugendlichen geringer ist als in den anderen Vereinen. Er bekommt 356 Euro für die Anschaffung eines Heckmulchgeräts, das 3562 Euro kostete. Das Gerät wird an einen Bulldog montiert und dient zur Pflege der Landebahn. 

Stadtrat Michael Hombach schlug vor, sich mal generell mit den Zuschussrichtlinien zu befassen. 

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